Stadt Amsterdam verarbeitet Kaugummireste von der Straße zu nachhaltigen Sneakern

Wenn man an Straßenmüll denkt, stellt man sich Zigarettenkippen, Papierflieger oder alte Getränkedosen vor. Unter dieser Schicht von vertrautem Dreck befindet sich noch eine andere Substanz, die häufig auf den Gehsteig zementiert ist: Kaugummi. In Amsterdam ist Kaugummi der zweithäufigste Abfall der Stadt, gleich nach Zigaretten.

Die Kampagne „Iamsterdam“, initiiert von dem Designer „Explicit Wear“ und der Nachhaltigkeitsgruppe „Gumdrop“, findet einen Nutzen für genau diesen Müll und verwandelt ihn in ein brauchbares Material: Die Geburtsstunde von Gumshoe.

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Ein Sammelbehälter für Kaugummi in Amsterdams Strassen. / Foto: InqPOP!

DAS GUMMI KOMMT VON DER STRASSE UND VON DEPONIEN

Der Gumshoe wird mit Gumdrops Recyclingtechnologie Gum-Tec hergestellt. Dabei werden die Kaugummis mit speziellen Behältern gesammelt, die gewissenhaften Verbrauchern im Vorbeigehen den sicheren Abwurf ermöglichen. Auch von Gummifabriken, die Fabrikabfälle von Mülldeponien sammeln, werden die Rohstoffe abgezweigt. Die fertige Mischung besteht dann zu 20 Prozent aus recyceltem Kaugummi und wird zur Bildung der Sohle des Gumshoe verwendet. Das Ziel ist es, einen Weg zu finden, Kunststoffe durch neue Materialien in anderen Produktionslinien zu ersetzen.

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Foto: Gigazine

Mustafa Tanriverdi, Leiter der Marketing- und Investitionsabteilung für die Metropolregion Amsterdam, sagt im Gumshoe-Werbevideo, dass es nicht nur darum gehe, das Produkt zu recyceln, sondern auch darum, die Aufmerksamkeit auf ein übermäßiges Kaugummikauen zu lenken.

„Mit diesen Schuhen kommen wir den kaugummifreien Straßen einen Schritt näher und schaffen gleichzeitig ein schlechtes Gewissen für Kaugummi-Rotzer, ohne predigen zu müssen.“

Mustafa Tanriverdi, Gumdrop

Vier Paar Gummischuhe benötigt etwa 2,2 Pfund Kaugummi zur Herstellung. Das klingt nach viel, Amsterdam hat jedoch schätzungsweise 3,3 Millionen Pfund Kaugummi auf seinen Straßen. Der obere Teil des Schuhs besteht aktuell aus Leder und die Macher arbeiten daran, die Sohle gegen eine Gebühr austauschbar zu machen.

Prozess des Kaugummirecyclings Gumshoe Gumdrop Amsterdam
Foto: Gumshoe Amsterdam

DIE SCHUHE SOLLEN AUFMERKSAMKEIT AUF SICH ZIEHEN

„Wir haben zu Beginn nach einem Weg gesucht, um die Leute auf dieses Problem aufmerksam zu machen“, sagt der Sprecher der Kampagne, Jonathan Van Loon. „Damals hatten wir die Idee, ein Produkt zu kreieren, dass Nachfrage nach etwas weckt, das eigentlich bisher niemanden interessiert hat.“

Van Loon behauptet, dass die Schuhsohlen sogar nach Kaugummi riechen, wenn sie frisch aus dem Karton kommen – allerdings kleben sie nicht. Die Schuhe werden ab Juni für ca. 200 Euro erhältlich sein.

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Berliner Verkehrsbetriebe geben Startschuss für autonomes Fahren auf Charité-Gelände

Es „geht“ los: Zusammen mit der Charité testen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Deutsche Bahn (DB) jetzt autonome Fahrten in Kleinbussen von IOKI.

SEIT ENDE MÄRZ KANN MAN IN BERLIN AUTONOM VON A NACH B FAHREN

Ende Juli 2017 haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Charité und das Land Berlin eine Kooperation zur Entwicklung autonomer Fahrzeuge angekündigt. Das Ziel war: Weniger öffentlich frequentierte Buslinien sollen ab Frühjahr 2018 autonom fahren. Die Initiatoren hatten zu diesem Zeitpunkt kein genaues Startdatum angegeben, so dass sich interessierte Nutzer bisher noch gedulden mussten. Doch jetzt geht es endlich los: Seit dem 26. März 2018 können Passagiere auf Wunsch in den gelben Kleinbussen von A nach B reisen. Schnell geht das bisher nicht vonstatten, denn das selbstfahrende Taxi zockelt beim „Stimulate“-Projekt mit nur 12 Stundenkilometern über den Asphalt.

Die BVG testet Autonomes Fahren auf dem Charite Gelände und dem EUREF Campus
Foto: Berliner Kurier

Wie die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung vom 11. April 2018 bestätigte, geht das Unternehmen als Partner des BVG und der Berliner Charité in die Testphase mit den autonomen Fahrzeugen. Derzeit arbeiten die Unternehmen an einer App, mit der der Kleinbus per Smartphone bestellt werden kann. Der Dienst sollte in den kommenden Wochen verfügbar sein. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen, laut der Deutschen Bahn, sogar neue Strecken eröffnet werden. Diese führen dann nicht nur rund um das Privatgelände des EUREF-Campus‘ und des Charité-Geländes, sondern auch auf öffentliche Straßen. Noch fehlt jedoch die Freigabe einer solchen Operation durch die Behörden.

BERLIN IST EINE IDEALE TESTUMGEBUNG FÜR DIE STROMER

Die Stromer müssen aktuell nicht viel schneller als die 12km/h fahren, schließlich sollen sie zunächst nur ein paar Strecken bedienen, die sich auf den Privatgeländen befinden. Der BVG will so, auf den Testgeländen des Campus und der Charité, sicherstellen, dass die autonomen Fahrzeuge den öffentlichen Verkehr nicht gefährden werden. Die beiden Standorte in Berlin sind eine geeignete Testumgebung, da sie alle Hindernisse aufweisen, die aus dem Straßenverkehr bekannt sind: Gehwege und Kreuzungen, Verkehr durch Lastwagen und Autos. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUB) unterstützt das Projekt.

15 MENSCHEN KÖNNEN IN DEM KLEINBUS PLATZ FINDEN

Zu Beginn sind fünf Busse von zwei französischen Herstellern – Navya und EasyMile – unterwegs. Sie sollen jeweils bis zu 15 Personen transportieren können, von denen mindestens elf Personen Stehplätze haben. Um mehr Sicherheit zu garantieren, erhält der Bus, zusätzlich zu den Notfall-Tasten und den Sicherheitskameras, zunächst einen Begleiter, der das Fahrzeug bei Bedarf anhalten kann. Ab 2019 sollen die Busse völlig autonom über den Campus rollen – sogar bis zu 45 Stundenkilometer. Im April 2020 – nach insgesamt 36 Monaten der Testphase – soll das Projekt enden. Dann wird geprüft, ob alle Tests erfolgreich waren und ob der autonome Kleinbus den nächsten Schritt in die Öffentlichkeit wagen darf.

US-Organisation spendet 15.000 Anoraks aus 500.000 recycelten PET-Flaschen an bedürftige Kinder

Operation Warm aus den USA produziert nachhaltige Anoraks mit dem Namen „The Green Guardian“, die kostenfrei an bedürftige Kinder verteilt werden sollen. Die gemeinnützige Organisation wird bis zum Herbst 2018 in Nordamerika 15.000 Mäntel aus recycelten Plastikflaschen herstellen.

JEDER ANORAK BESTEHT AUS 32 PLASTIKFLASCHEN

Jedes der Green Guardian-Mäntel von Operation Warm besteht aus recyceltem Polyethylenterephthalat (PET) und macht 100% an Futter, Fleece und Außenmaterial aus. Jeder Mantel hält durchschnittlich 32 Plastikflaschen davon ab, unsere Ozeane und Deponien zu verschmutzen. Sollte die gemeinnützige Organisation bis zum Herbst tatsächlich 15.000 Anoraks produzieren, sind das fast 500.000 Plastikflaschen.

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Foto: Operation Warm

„Unser umweltfreundlicher Anorak ist stilvoll und langlebig, er wurde entwickelt, um stundenlang draußen zu spielen zu können und vor Wintertemperaturen zu schützen.“ The Green Guardian soll auf die Plastikflaschenkrise aufmerksam machen und die Möglichkeit eröffnen, Kinder über den Umweltschutz aufzuklären. „

Dick Sanford, CEO von Operation Warm

PET-Kunststoffe werden meistens, nachdem sie ausgedient haben, zu einem Synthetik-Gewebe für eine Vielzahl von Textilien recycelt. Recyceltes PET wird zudem üblicherweise für Verpackungen von Lebensmitteln und Getränken weiter verwendet, doch nur ein Viertel des Kunststoffes wird in den Vereinigten Staaten überhaupt recycelt. Eine Reihe von Bekleidungsunternehmen, unter anderem zum Beispiel adidas, kreieren mit dem Material inzwischen neue Kleidungslinien.

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Foto: Operation Warm

ES WIRD AN EINKOMMENSSCHWACHE FAMILIEN GELIEFERT

Operation Warm konzentriert sich darauf, die Anoraks kostenfrei an einkommensschwache Familien zu liefern, anstatt sie im Einzelhandel zu verkaufen. Sie arbeiten mit lokalen Gemeinschaften zusammen und wollen die Mäntel in großen Mengen bei Veranstaltungen in Schulen, Jugendclubs und Kirchen verteilen. Andere Vereine und Organisationen können Operation Warm für Anfragen von Green Guardian-Mäntel kontaktieren. Für weitere Unterstützung kann man außerdem spenden.

Dieser Anorak besteht aus Plastikflaschen und wird an Kinder gespendet
Foto: Operation Warm

„Der Green Guardian wird unser Beitrag zu der Krise sein, die wir in dieser Welt haben – unser Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Dick Sanford. „Ich persönlich glaube, dass jeder Einzelne dafür verantwortlich ist, anderen zu helfen.“

Endlich: EU-Kommission plant Plastiksteuer für Kunststoffhersteller und Einwegplastikverbot

Nach den aktuellsten Entwürfen der Europäischen Kommission, erwägt Brüssel erstmals ein Komplettverbot von Einwegkunststoffen wie Ballons, Einweggeschirr und Trinkhalmen. Zum geplanten Maßnahmenpaket soll auch die Erhebung einer Plastiksteuer für Kunststoffhersteller gehören. Der finale Entwurf soll bis zum 23. Mai vorliegen.

Dem Entwurf eines Legislativvorschlags zufolge wollen die EU-Chefs mit einem einzigen Verbot für Plastik die Verschmutzung durch Kunststoffe, die die Umwelt schädigen verringern. Ein Dokument, das der vorgeschlagenen Maßnahme zugrunde liegt, weist darauf hin, dass „leicht verfügbare Alternativen“ anstelle der verbotenen Gegenstände verwendet werden könnten.

EU-KOMMISSION: ANTI TAMPONS UND BALLONS

Auf der ganzen Welt wurden Anstrengungen unternommen, um gegen die Plastikverschmutzung vorzugehen. Im Januar verpflichtete sich die sogenannte „Plastics Strategy“ der EU-Kommission, sich stärker auf häufig verunreinigte Gegenstände wie Zigarettenkippen, Lebensmittelbehälter, Plastikflaschen, Feuchttücher, Hygienepads, Tampons und Ballons zu konzentrieren.

Die Kommission will die Hersteller von Plastikprodukten für die Kosten der Sammlung, des Transportes und der Entsorgung von den auf der Liste aufgeführten Produkten bezahlen lassen. Der Entwurf des Vorschlags besagt, dass die Hersteller von Kunststoffen auch für die Kosten der Beseitigung von Meeresmüll verantwortlich sein werden. Außerdem sollen sie finanziell für Sensibilisierungskampagnen gegen Abfall verantwortlich gemacht werden.

Die Kommission plant, die neuen Vorschläge zur Vermeidung des Plastikmülls, voraussichtlich bis zum 23. Mai final vorzulegen.

WIRD JETZT DURCHGEGRIFFEN?

Gemäß den vorgeschlagenen Rechtsvorschriften müssten Produkte etikettiert werden, um den Verbraucher über verfügbare Recyclingmöglichkeiten zu informieren und sie darüber zu informieren, welche Auswirkungen die Verschmutzung auf die Umwelt und das Meer hat.

Ein EU-Sprecher sagte: „Ziel ist nicht nur die Beschränkung der Verwendung bestimmter Produkte, sondern ein Maßnahmenpaket, das die bessere Entsorgung von Einwegartikeln aus Kunststoff fördert und die europäische Industrie dazu ermutigt, zu ihrer Beseitigung beizutragen.“

DIE PLASTIK-LOBBY REBELLIERT

Aber der Gedanke, Einweg-Kunststoffe zu verbieten, hat die Unternehmen schon lange beunruhigt. Sie argumentieren, dass der Fokus eher auf der Aufklärung der Öffentlichkeit als auf gezielten Verboten liegen sollte. Eamonn Bates von der europäischen Lobbygruppe Pack2Go sagte: „Meeresmüll ist ein großes Problem und muss angegangen werden. Aber Produktverbote sind nicht die Lösung.“

„Natürlich müssen die Hersteller ihren Teil der Verantwortung übernehmen, um Veränderungen herbeizuführen, aber sie für die Müllsäuberung bezahlen zu müssen – das ist für die Kommission schlicht der einfachste Ausweg.“

Eamonn Bates, Lobbyist bei Pack2Go

Im Diskurs um den Plastikmüll ist Großbritannien bisher wegweisend. Im Rahmen des „UK Plastics Pact“ haben sich 42 große Unternehmen darauf geeinigt, 100 Prozent ihrer Kunststoffverpackungen wiederverwendbar, recycelbar oder kompostierbar zu machen und sicherzustellen, dass 70 Prozent dessen effektiv recycelt oder kompostiert werden.

Die Ankündigung des Pakts ist auf die weitverbreitete Besorgnis über das Problem zurückzuführen, dass Kunststoffabfälle das Land und die Weltmeere verschmutzen, wo es Wildtiere schädigen und in die Nahrungskette gelangen kann. Der Pakt ist weltweit der erste seiner Art und wird in anderen Ländern im Rahmen der Initiative „Neue Kunststoffwirtschaft“ der Ellen MacArthur Foundation repliziert.

Kampagne mit T-Shirt aus Bio-Stoffresten erinnert an Opfer von Fabrikeinsturz in Bangladesch

Am 24. April 2013 ist das Fabrikgebäude Rana-Plaza in Savar, Bangladesch (Koordinaten: 23.882014 ° (N) I 90.280787 ° (E)) eingestürzt. Rund 1.130 Menschen starben, mehr als 2.500 Arbeiter wurden damals verletzt.

Als Rana Plaza einstürzte wurden tausende Menschen getötet

Durch dieses tragische Ereignis wurden die schlechten Arbeitsbedingungen in der Modebranche zu einem zentralen Diskussionspunkt in den Medien und der Gesellschaft.

Die Fashion Revolution Week fand anlässlich dieses schrecklichen Ereignisses vor vier Jahren in der letzten Aprilwoche statt und erinnert so an die Opfer von Rana Plaza und appelliert an alle, Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass eine solche Tragödie jemals wieder passiert. Verbraucher müssen mehr Transparenz von Modeunternehmen und Politik fordern.

Bangladesh Building Collapse
Foto: Rochon Genova

MEHR TRANSPARENZ IN DER TEXTILINDUSTRIE IST NOCH IMMER BITTER NÖTIG

Man muss über die Herkunft und Herstellungsbedingungen der Kleidung Bescheid wissen, um darauf aufbauend Konsequenzen ziehen zu können. Die weltweite Kampagne „Who made my clothes“ wird jedes Jahr größer. Tausende von Modemarken wurden in der Vergangenheit dadurch bereits offener und transparenter.

Who made my Clothes Rana Plaza ArmedAngels
Foto: Untergrund Blättle

Wem das System nicht gefällt, der soll es ändern. Zumindest ist es das, was die Modemarke ArmedAngels seinen Kunden gern vermitteln möchte. ArmedAngels möchte eine Revolution in der Mode hervor- und voranbringen.

„Wir sind eine Konsumgesellschaft. Aufgrund des immensen Preisdrucks auf dem Markt verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen in der Modebranche täglich: Ausbeutung von Arbeitskräften unter unmenschlichen Bedingungen, gesundheitsgefährdende giftige Chemikalien und unsichere Fabriken ohne Schutz für die Arbeiter.“

ARMEDANGELS

DIE ORGANISATION FASHION REVOLUTION WILL DAS ÄNDERN

Wenn es nach den Initiatoren der Kampagne geht, hat jeder einzelne von uns die Möglichkeit, etwas zu verändern. Nicht nur während der Fashion Revolution Woche, sondern jeden einzelnen Tag des Jahres. Zunächst wäre ein erster Schritt, sich vorher genau über die Produkte zu informieren, die man kaufen möchte. Über die sozialen Medien kann man zwielichtige Produktionsbedingungen öffentlich hinterfragen und so Druck auf die Unternehmen ausüben.

23.882014 ° (N) I 90.280787 ° (E)

ArmedAngels hat ein spezielles T-Shirt für die Fashion Revolution Week entworfen, um daran zu erinnern, dass es jedem von uns selbst überlassen bleibt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Auf der Rückseite des T-Shirts steht „Remember 23.882014 ° (N) I 90.280787 ° (E)“ mit den Koordinaten von Rana Plaza, um alle, vor allem die Leute in der Modebranche, an die Katastrophe zu erinnern, die wir nicht vergessen dürfen. Der Frontdruck „Es ist liegt an uns …“ ist eine Aufforderung dazu, etwas zu ändern.

ArmedAngels Remember Rana Plaza
Foto: ArmedAngels

DER GESAMTE ERLÖS WIRD GESPENDET

Die T-Shirts von ArmedAngels sind vollständig nachhaltig hergestellt, da sie ausschließlich aus biologisch zertifizierten Stoffresten bestehen. Darüber hinaus wird der gesamte Gewinn aus den Verkäufen an die National Garment Workers Federation (NGWF) gespendet.

ArmedAngels have nothing to hide
Foto: ArmedAngels

Diese Organisation koordinierte 2013 die Protestaktionen nach der Katastrophe und kämpft seither für bessere Arbeitsbedingungen, zum Beispiel Brandschutz und mehr Sicherheit bei der Arbeit. Sie unterstützen Fabrikarbeiter, höhere Löhne zu erzielen, befähigen Frauen, für mehr Rechte zu kämpfen und Gerechtigkeit für die Opfer von Rana Plaza zu bekommen.

Outdoor-Marke Patagonia bringt den ersten Bio-Surfanzug aus pflanzenbasiertem Gummi auf den Markt

Dave Rastovich gehört zu den besten Weltklassesurfern. 1979 geboren und aufgewachsen auf einem Bauernhof in Auckland, Neuseeland, startete er seine Karriere 1995 mit einem Sieg in den „World Junior Champion“ Meisterschaften.

Seine legendäre Surfleidenschaft betreibt er nicht nur mit sportlichem Ehrgeiz, sondern auch angetrieben von dem spirituellem Gefühl, das ihn mit den Naturgewalten der Weltmeere verbindet. Kein Wunder, so soll er, wie das Surfer Magazin Surfer Dad berichtete, einmal (tatsächlich!) bei einer Hai-Attacke von einem Delphin gerettet worden sein. Offenbar eines der sicher zahlreichen Erlebnisse, die ihn höchsten Respekt vor den Naturgewalten lehrten. Dave enagiert sich seit vielen Jahren für verschiedene Initiativen zum Schutz der Meere oder gegen das Töten von Walen und Delphinen.

An der atemberaubenden Nordküste von New South Wales im Südosten Australiens zuhause, einem Surfer-Hotspot mit einzigartiger, nahezu unberührter Naturkulisse, lebt Dave heute ein einfaches Leben. Hier widmet er sich dem Anbau von Obst und Gemüse, sowie der Bienenzucht, und, natürlich dem Surf-Sport.

ERSTER NEOPRENANZUG AUS PFLANZENBASIERTEM GUMMI

Der in der weltweiten Szene des Surfsports geachtete Sportler ist jetzt das neue Gesicht von Patagonia. Auch privat steht er hinter den Produkten der Marke, sieht sich als „Weltverbesserer“. Patagonia ist bekannt für seine vielseitige Outdoorkleidung. Jetzt macht die US-amerikanische Marke mit den ersten Neoprenanzügen von sich reden, die aus nachhaltig zertifiziertem, pflanzenbasiertem Gummi kreiert wurden.

Patagonias grüne Neoprenanzüge verwenden erneuerbaren Naturkautschuk von Hevea-Bäumen, die in Übereinstimmung mit den Standards des Forest Stewardship Council gewachsen sind. Laut Patagonia verursacht das Material in der Herstellung 80% weniger CO2-Emissionen als Neopren, der Öl-basierte synthetische Kautschuk, der bei den meisten herkömmlichen Neoprenanzügen verwendet wird. Zur Herstellung von Neopren wird Öl und zu viel Energie benötigt. Die ersten Prototypen von Neopren wurden früher tatsächlich dazu verwendet, um die Böden von Mülldeponien gegen das Erdreich abzusichern – das sagt einiges über die Vereinbarkeit von Neopren mit der Umwelt aus.

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Mit hochkarätigen Surf-Celebs wie Rastovich erhofft sich Patagonia, dass andere Tauchanzug-Marken über Alternativen zu dem Rohstoff Neopren nachdenken

Die Konsumenten müssen nun nur noch überzeugt werden, dass auch die Neoprenalternative aus Naturkautschuk in der Lage ist, in den Tiefen der Meere warmzuhalten. Langlebigkeit, Flexibilität und Passform sind Faktoren, die Surfer beachten müssen, wenn sie sich für einen neuen Anzug entscheiden.

 

EU-Mitgliedsstaaten stimmen für das Verbot von bienenschädlichen Insektiziden

In ganz Europa sind drei Insektizide zur Verwendung im Freien verboten worden. Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten stimmten jetzt für das Verbot des Bienengiftes.

Julia Klöckner freut sich über das Verbot der Bienengifte
„Ein guter Tag für den Bienenschutz“, Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin

DIE MEHRHEIT DER EU-STAATEN HAT SICH DAFÜR AUSGESPROCHEN

Die EU-Staaten haben ein Freilandverbot für einige bienenschädliche Insektengifte genehmigt. Im zuständigen EU-Ausschuss in Brüssel stimmte eine qualifizierte Mehrheit für den Vorschlag der Kommission, die Verwendung sogenannter Neonicotinoide auf Feldern komplett zu verbieten und sie ausschließlich auf die Nutzung in Gewächshäusern zu beschränken. Das wurde von der EU-Kommission kommuniziert.

„Die Gesundheit der Bienen bleibt für mich von größter Bedeutung, weil sie für die Artenvielfalt, die Nahrungsmittelproduktion und die Umwelt ungemein bedeutend ist.“

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis

Der Beschluss wurde im Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel in Brüssel getroffen. Das Verbot gilt für die Pflanzenschutzmittel Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin aus der Gruppe der Neonicotinoide. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte zuvor die Schädlichkeit der Substanzen für Wild- und Honigbienen analysiert und bestätigt.

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Foto: Annie Spratt / Unsplash

NEONICOTINOIDE GREIFEN BIENEN BESONDERS STARK AN

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wies im ZDF-Morgenmagazin auf die Folgen der Gifte hin: „Das Insektenvernichten ist jetzt wirklich dramatisch.“ Sollte das Verbot im EU-Ausschuss bestätigt werden, kündigte Schulze an: „Dann wird es innerhalb von drei Monaten keine Neonicotinoide mehr geben.“ Die genannten Insektizide sind für Insekten wesentlich toxischer als für Säugetiere oder Vögel.

Neonicotinoide greifen das zentrale Nervensystem an, können die Bienen lähmen, desorientieren und sogar zum Tod führen. Davon sind Wildbienen, Honigbienen und Hummeln gleichermaßen betroffen, wobei 60% der Wildbienenarten in Europa derzeit völlig zu verschwinden drohen.