Vor der belgischen Küste entsteht die landesweit größte Offshore-Windfarm mit 44 Turbinen

Belgien hat mit dem Bau seines landesweit größten Offshore-Windparks begonnen. Er soll voraussichtlich Ende nächsten Jahres in Betrieb genommen werden.

Die Norther Offshore Wind Farm im Wert von über 1,4 Milliarden US-Dollar soll nach Fertigstellung eine Kapazität von 370 Megawatt tragen. Insgesamt 44 Windturbinen werden den Windpark antreiben. Zehn Prozent des belgischen Energiebedarfes sollen durch die Windfarm abgedeckt werden.

„ELICIO, ENECO UND DIAMOND GENERATING EUROPE“

Norther wird Belgiens größter Offshore-Windpark sein. Elicio, ein Produzent erneuerbarer Energien, hält den halben Anteil an dem Projekt. Eneco aus den Niederlanden und Diamond Generating Europe (Tochter von Mitsubishi Corporation) halten jeweils 25 Prozent.

„Wir freuen uns, den Bau des Norther-Projekts zu leiten. Das wird der größte Windpark der belgischen Küste werden. Wir sind außerdem sehr stolz darauf, aktiv zu den belgischen Klimazielen für 2020 beizutragen. „

Denner Sanou, Projektleiter von Norther

Die Finanzierung des Projekts wurde Ende 2016 abgeschlossen, was den Weg für den Bauprozess im vergangenen Jahr ebnete. Die Europäische Investitionsbank hat ein Darlehen in Höhe von 473 Millionen US-Dollar für das Projekt bereitgestellt. Der Rest wird von verschiedenen europäischen und japanischen Banken kommen.

Das neue Offshore-Windprojekt wird knapp über 14 Meilen vor der Küste von Zeebrügge in Belgiens exklusiver Wirtschaftszone in der Nordsee liegen. Van Oord wird der Hauptauftragnehmer des Projekts sein. Sie werden ab Juli das Fundament installieren, das auch Schutzschichten zum Schutz der Turbinen vor Erosion aufweisen wird.

Offshore Wind Farm Norther vor Zeebrügge
Foto: Offshore Wind

2.800 NEUE ARBEITSPLÄTZE IN UND RUND UM ZEEBRÜGGE

„Nach langen Vorbereitungen in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden ist unser Projektteam bereit, die Offshore-Aktivitäten endlich zu starten“, so Floren Verweij, Projektleiter von Van Oord.

Die Bauarbeiten für Norther an der Küste Belgiens sind in vollem Gange Wind Farm
Foto: Van Oord

Mit einer Kapazität von 370 Megawatt sollte Norther 400.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Es wird erwartet, dass jährlich fast 1,4 Terrawattstunden saubere Energie erzeugt werden können. Außerdem werden 2.800 direkte und indirekte Vollzeitarbeitsplätze für den Windpark, durch Bau und Instandhaltung, bereitgestellt.

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Philippinische Küstenstadt nimmt landesgrößte Solarkraftanlage in Betrieb

Die Schaffung einer wirklich grünen Stadt beginnt mit der Berechnung ihrer CO2-Emissionen und der anschließenden Einführung von Maßnahmen, die den Übergang zu erneuerbaren Energien vorantreiben.

Die Stadt San Carlos in Negros Occidental auf den Philippinen war einst die Heimat einer der größten Zuckerfabriken des Landes. Doch da sich das Wachstum der Zuckerindustrie seit den 1980er Jahren verlangsamt hat, hat die Stadt nach alternativen Möglichkeiten gesucht, um Einnahmen zu generieren. Inzwischen nutzt man dort seine reichste natürliche Ressource: Sonnenschein.

ÜBER SAN CARLOS SCHEINT DIE SONNE

Als Küstenstadt mit einem tiefen natürlichen Mangrovenhafen ist San Carlos widerstandsfähiger gegen extreme Wetterbedingungen als die meisten philippinischen Städte. Und mit einer stets nur dünnen Wolkendecke genießt die Stadt mehr Sonnenschein als andere Teile des Landes und hat somit ein großes Potential für die Gewinnung von erneuerbarer Energie.

DREHKREUZ DER ERNEUERBAREN ENERGIEN AUF DEN PHILIPPINEN

Im Jahr 2014 wurde in San Carlos City eine 45-Megawatt-Solaranlage – eine der ersten Solaranlagen des Landes – von San Carlos Solar Energy, einem Unternehmen für erneuerbare Energien, errichtet. Im Jahr 2016 ging dann ein 59-Megawatt-Solarkraftwerk in Betrieb. Das Werk gehört San Carlos Sun Power Inc., einer Tochtergesellschaft von AboitizPower, einem der führenden Entwickler erneuerbarer Energien im Land.

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Foto: Thomas Lloyd Group

SAN CARLOS BEHEIMATET AUßERDEM  BIOMASSE- UND BIOETHANOLANLAGEN

Während die Umsetzung erneuerbarer Energieprojekte zu Beginn teuer erscheint, bringt sie auf lange Sicht eine Reihe von Nebenleistungen mit sich, darunter die Schaffung von Arbeitsplätzen, Wassersicherheit und bessere Luftqualität.

San Carlos City startete im Jahr 2017 ein bahnbrechendes Projekt: Es führte ein Treibhausgas-Emissions-Inventar auf Gemeindeebene durch.

Unter Verwendung des Globalen Protokolls für gemeinschaftliche Treibhausgas-Emissionsinventare startete San Carlos City eine Projekt zur Berechnung der Emissionen von Gewerbe- und Wohngebäuden, Transport, Abfall, Wasseraufbereitung, Landwirtschaft und Industrie.

Der Bestand, der das Jahr 2015 als Basisjahr verwendet und im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde, ergab, dass die Gesamtemissionen der Stadt 88.330 Tonnen Kohlendioxid aus den Sektoren Energie, Verkehr, Landwirtschaft und Abfall betrugen. Dies entspricht mehr als 39.463 Tonnen verbrannter Kohle.

PHILIPPINEN WERDEN STARK VOM KLIMAWANDEL BEDROHT

Der Nationale Klimawandelanpassungsplan, der 2011 von der Klimakommission des Landes ausgearbeitet wurde, stellte fest, dass die Philippinen, aufgrund von sich verschärfenden Faktoren des Bevölkerungswachstums, mangelnder Vorbereitung und schlechtem Krisenmanagement, anfälliger für durch den Klimawandel ausgelöste Katastrophen sind. Im Jahr 2015 hat der Global Risk Index die Philippinen außerdem als das am stärksten vom Klimawandel bedrohte Land identifiziert.

BEVÖLKERUNG IST VON DER LANDWIRTSCHAFT ABHÄNGIG

Eine wärmere Atmosphäre bedroht die Landwirtschaft, die ein Fünftel der gesamten wirtschaftlichen Aktivität der Philippinen ausmacht und Arbeitsplätze für fast 30 Prozent der Bevölkerung bietet. Viele Städte auf den Philippinen, wie San Carlos, haben ländliche Gemeinden, in denen die Landwirtschaft die wichtigste wirtschaftliche Aktivität darstellt.

Küstenstädte wie San Carlos sind für ihre Ernährung und ihren Lebensunterhalt auch vom Meer abhängig. Wenn die globalen Temperaturen über 1,5 Grad Celsius steigen, wie sie gegenwärtig vorhergesagt werden, wird das Leben im Meer bis 2100 nicht mehr wieder zuerkennen sein.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Stadt San Carlos sehr anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels ist, versucht die lokale Regierung, die Emissionen durch die Einbeziehung sauberer Technologien zu senken.

Volkswagen kündigt elektrische Version des ikonischen VW Bulli an

Aufgrund der großen Nachfrage in den letzten Jahren hat Volkswagen endlich angekündigt, eine Produktionsversion des preisgekrönten ID-Buzz-Konzeptes im Jahr 2022 in den Vereinigten Staaten, Europa und China auf den Markt zu bringen.

„Für mich ist der ID-Buzz das schönste und aufregendste Elektroauto der Welt“, so Dr. Herbert Diess, Vorsitzender der Geschäftsführung der Marke Volkswagen, in Pebble Beach, Kalifornien.

„Unser Ziel ist klar: Wir wollen das vollelektrische, vollvernetzte Auto zu einem Bestseller auf der ganzen Welt machen. Das Kultauto des Elektrozeitalters muss ein Volkswagen sein.“

Herbert Diess

„Dieses Auto wird jeden Komfort bieten – und noch mehr – als man es von anderen Elektroautos gewohnt ist. Außerdem wird es viel günstiger sein.“ sagt Diess.

Entworfen, um den ursprünglichen Typ 2 Microbus ins Leben zurück zu holen, wurde das ID-Buzz-Konzept in den Monaten seit seiner Veröffentlichung auf der Detroit Auto Show mehrfach ausgezeichnet. Das vordere V in der Karosserie geht zurück auf den zweifarbigen Vorgänger auf dem ursprünglichen Bus, aber in der ID-Buzz Version trägt das V einen Lichtstreifen, der das Fahrzeug umgibt und ihm seine einzigartige visuelle Signatur verleiht. Die LED-Scheinwerfer haben sechseckige Segmente, die als „Augen“ fungieren, um den Status des Fahrzeugs anzuzeigen. Nahezu ohne Karosserieüberhängen und 22-Zoll-Rädern schafft es der Bulli, modern und zeitlos auszusehen.

VW ID Buzz ist der Bulli in elektrisch

Der erste VW-Bus, der 1950 in den Vereinigten Staaten verkauft wurde, hatte gerade einmal 30 PS. Die ID-Buzz Ausführung Sport hat 369 PS mit Elektromotoren auf jeder Achse. Für Allradantrieb ist gesorgt und die 111 kWh Akku-Packs im Boden des MEB-Chassis bieten fast 480 Kilometer geschätzte Reichweite. Mit einem VW-Schnellladesystem kann der Bulli in 30 Minuten bei 150 kW etwa 80 Prozent seiner Energiekapazität aufladen.

Der Innenraum des ID Buzz

Aber genau wie der ursprüngliche Microbus, bieten das Design, die Technik und die Karosserie des ID-Buzz Konzeptes viel Platz für Passagiere oder Fracht, mit einem weiten Blick auf die Umgebung. Natürlich gibt es wie beim Originalen VW Bus auch einen Kofferraum.

Das ID-Buzz Konzept bietet auch eine Vorschau auf die Art von autonomer Technologie, die VW für zukünftige Modelle entwickelt – nämlich sein vollautomatisches „ID Pilot-Modus, der bis 2025 in Produktion gehen könnte. Vom Klapplenkrad und Pop-up-Laserscannern im Dach bis hin zu einem Heads-up-Display, das Augmented Reality integriert – dem ID Buzz fehlt es nicht an Innovationen.

Das Innenleben vom ID Buzz

„Der ID-Buzz steht für den neuen Volkswagen „, sagt Diess. „Wir setzen uns voll und ganz für die Zukunft der Mobilität ein und wollen die Liebe zu VW neu entfachen.“

Neben Diess am Pebble Beach steht Ben Pon Junior. Sein Vater, Ben Pon Sr., war der erste VW-Importeur für den amerikanischen Markt und ein wichtiger Initiator des ursprünglichen VW „Microbus“-Konzepts. Er skizzierte den groben Umriss auf einer Serviette während des Mittagessens eines Tages im Jahr 1947. Dank der Volkswagen Designer und Ingenieure ist der Rest Geschichte.

Diess und Pon am Pebble Beach
Herbert Diess und Ben Pon Jr.

Heute ist diese Serviette in einem Museum in Amsterdam ausgestellt. Doch der VW Bus dreht noch überall auf der Welt seine Runden – mit seinem kompakten Äußeren, dem geräumigen Innenraum und dem einzigartigen Design, wurde der VW-Bus „zu einem unserer beliebtesten Autos“, sagt Diess. Das galt vor allem für die USA in den 1960er und 1970er Jahren, wo ein VW-Bus die Freiheit und Hippiekultur repräsentierte.

Die neue ID-Buzz wird die siebte Generation des Busses sein. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Fahrzeug weiter, behielt aber immer seinen Charakter, seine Vielseitigkeit und die Fähigkeit, eine ganze Generation zu zeichnen oder zu tragen. Dennoch bleibt die ursprüngliche Version mit der geteilten Frontscheibe das kultigste Design.

VW Bus Bulli in Original 1960er Version
Die ursprüngliche Version von 1960. / Foto: New Atlas

Die äußere ID. Buzz erinnert an diese erste Generation. Es hat eine zweifarbige V-Nase, rechteckige Fenster, einen Hauch von Windschutzscheibe und eine Andeutung der hinteren Luftausströmer, die das Original auszeichneten.

Sonnen-Staat Kalifornien verabschiedet Solardach-Pflicht für alle Neubauten

Der Staat Kalifornien macht einen großen Schritt in Richtung Stromversorgung mit erneuerbaren Energien: Ein neues Gesetz verpflichtet Bauherren, bei sämtlichen neu gebauten Eigenheimen ab 2020 Photovoltaik-Anlagen mit einzuplanen und zu verwenden.

SOLARANLAGEN-PFLICHT IST WELTWEIT EINZIGARTIG

Die neue Regelung ist heute mit großer Mehrheit von der California Energy Commission verabschiedet worden. Dabei ist die Solaranlagen-Pflicht eine weltweit einzigartige Maßnahme. Kalifornien ist nun der erste US-Bundesstaat, der diesen Schritt geht. Allein San Francisco und eine Reihe weiterer kleinerer Städte besitzen bereits vergleichbare Regelungen.

Wenn es zum Gesetzesinitiativen zugunsten erneuerbarer Energien geht, gilt das sonnenreiche Kalifornien allgemein als US-Vorreiter. Mit dem neuen Gesetz komme man dem Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, noch einmal ein ganzes Stück näher, so Luciana Da Silva von Adroit Energy.

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Foto: CAISO Daily Renewables Watch

SINKENDE BETRIEBSKOSTEN SCHLAGEN ANSTEIGENDE BAUKOSTEN

Für Bob Raymer, den Technischen Direktor der California Building Industry Association, ist die Pflicht zum Einsatz von Photovoltaik-Anlagen „ein Quantensprung in Energiestandards“. Betroffen von der Regelung sind neu gebaute Häuser, Apartments und Eigentumswohnungen. Sollte starker Schattenwurf von anderen Häusern, Strukturen oder Bäumen den Einsatz einer Photovoltaik-Anlage unwirtschaftlich machen, so sind Ausnahmen möglich. Gleiches gilt, wenn ein Dach zu klein für eine entsprechende Anlage ist.

Im Vergleich zu den bisherigen Regelungen von 2006 sollen die Baukosten durch diese Maßnahme um etwas 25.000 bis 30.000 US-Dollar pro Neubau ansteigen. Dem gegenüber stehen allerdings 50.000 bis 60.000 US-Dollar Betriebskosten, die in den ersten zehn Jahren durch den Einsatz von Photovoltaik eingespart werden können.

Kritiker aus der Wirtschaft befürchten dennoch, dass durch die erhöhten Baukosten das bereits angeschlagene Baugewerbe weitere Rückschläge hinnehmen wird müssen. Senator Scott Wiener, der das neue Gesetz eingebracht hat ist dennoch optimisitsch. Investitionen in Solaranlagen machten sich sicherlich schnell bezahlt und auch Modelle, bei denen Bauherren die Solaranlagen durch Dritte installieren und betreiben ließen, seien denkbar.

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Foto: SolarPowerRocks.com

Dünner als Haar: Neue Solarzellen können auf Seifenblasen sitzen, ohne sie zerplatzen zu lassen

Einer der Gründe, warum Solarstrom die Welt erobern wird, ist, dass er so skalierbar ist, wie es keine andere Stromquelle. Riesige Megawatt-Kraftwerke oder einzelne Solarpanels im Garten einer Reihenhaussiedlung – alles ist möglich. 

DOCH WIE KLEIN KANN ES WIRKLICH WERDEN?

Südkoreanische Wissenschaftler haben Solarzellen mit einer Stärke von einem Mikrometer hergestellt, die hundertmal dünner sind als die meisten Photovoltaik-Module und wiederum halb so dünn sind wie andere Arten von Dünnschicht-PV.

Die Zellen werden mit Galliumarsenid als Halbleiter hergestellt, „kaltgeschweißt“ direkt auf ein Metallsubstrat ohne Klebstoff, um sie dicker zu machen. Bemerkenswerterweise produzieren sie ungefähr so ​​viel Energie wie dickere PV-Zellen, obwohl sich die Zellen beim Testen „um einen Radius von nur 1,4 Millimetern wickeln konnten“.

Mit Zellen wie diesen könnten diese dünnen Solar-Panels bald in alle Arten von „Wearables“ integriert werden – Kleidung, Brillen, Hüte oder Rucksäcke mit integrierten Solarzellen, die unsere tragbare Elektronik kontinuierlich mit Energie versorgen.

Wearables mit Photovoltaik Technik
„Wearables“ mit Photovoltaik. / Foto: tonikenergy.com

JE KLEINER, DESTO BESSER

Doch die neuen Solarzellen aus Südkorea sind nicht einmal die dünnsten Solarzellen überhaupt. Im Februar 2016 haben MIT-Forscher Solarzellen so klein und leicht hergestellt, sie konnten auf einer Seifenblase sitzen, ohne sie platzen zu lassen.

Die Trends in der solaren Innovation sind klar. Die Zellen werden kleiner und kleiner und immer flexibler, indem neue Fertigungstechniken eingesetzt werden, die weniger Ressourcen beanspruchen.

Die Preise für Solarzellen sind momentan noch sehr hoch, und das wird wahrscheinlich auch für eine Weile so bleiben. Doch letzten Endes werden diese neuen Methoden ihren Weg in die Märkte finden und werden immer öfter nachgefragt. Mit der Skalierung sinken dann die Kosten.

DIE KLEINEN SOLARZELLEN KÖNNTEN DIE WELT VERÄNDERN

Photovoltaik unterscheidet sich von jeder anderen Energietechnologie. Sie könnte Machtverhältnisse verändern, von Energie, das wir an einem bestimmten Ort erzeugen, hin zu einer Energiequelle, die jeder überall nutzen kann. Ausreichend günstige, kleine und flexible Solarzellen könnten in unsere Baumaterialien, Straßen, Brücken, Parkplätze, Fahrzeuge, Kleidung, und sogar in unsere Haut integriert werden.

Schließlich könnte die gesamte Umwelt der menschlichen Zivilisation zu einem riesigen Energieerzeuger und -manager werden. Das Stromsystem würde nicht etwas sein, das der Infrastruktur überlagert wird, sondern etwas, das ein Teil der Infrastruktur ist.

Emissionsfreie E-Frachter nehmen im Hafen von Rotterdam den Betrieb auf

In niederländischen Gewässern werden ab Herbst 2018 zwei elektrisch angetriebene Binnenschiffe ihre Fracht befördern. Austauschbare Akkus in Form von ISO-Containern und die geringen Wartungskosten machen das Projekt ökologisch und ökonomisch gleichermaßen äußerst lohnend.

PORT-LINER STELLT ELEKTRO-FRACHTER HER

Die ersten beiden Elektrobarks von Port-Liner sind vom Logistikunternehmen GVT angemietet worden. Sie sollen auf der Strecke zwischen Tilburg und Rotterdam verkehren. In den nächsten zwei Jahren sollen 15 weitere umweltfreundliche Boote in verschiedenen Größen gebaut und an Reedereien und andere Unternehmen vermietet werden.

Port Liner Elektrischer Frachter

ELEKTRIFIZIERUNG MACHT KEINEN HALT VOR FRACHTERN

Beide Schiffe können 270 Container auf einer Länge von 110 Metern und einer Breite von 11,4 Metern transportieren. Die Energie wird von vier Batterien in der Größe von 20-Fuß-Containern mit einer Gesamtkapazität von 7,2 Megawattstunden gespeichert. Diese reichen für 35 Stunden Fahrzeit und können bei Bedarf schnell ausgetauscht oder innerhalb von vier Stunden wieder vollständig aufgeladen werden. Für die Strecke zwischen Rotterdam und Tilburg benötigen die Boote jeweils neun Stunden.

Die batteriebetriebenen Frachtkähne bieten gegenüber ihren dieselgetriebenen Vorgängern viele Vorteile: Sie sind nicht nur emissionsfrei, sie haben auch mehr Ladekapazität und benötigen weniger Wartung. Da sie zum Beispiel keinen Maschinenraum benötigen, passen etwa acht Prozent mehr Fracht auf Elektroboote. Darüber hinaus fördert die Europäische Union die Entwicklung umweltfreundlicher Wassertransportmittel mit rund sieben Millionen Euro.

Langfristig plant Port-Liner, seine Schiffe autonom zu betreiben. Laut der Werft sind sie bereits so gebaut, dass die entsprechenden Funktionen nachgerüstet werden können. Nicht nur die Automobilindustrie, auch die Binnenschifffahrt entwickelt sich in Richtung elektrischer autonomer Fahrzeuge.

YARA BIRKELAND – BEREITS ELEKTRISCH UND AUTONOM

Ein Beispiel für ein solches bereits angestoßenes Projekt ist Yana Birkeland. Das Schiff wird das weltweit erste vollelektrische, emissionsfreie und autonome Containerschiff sein. Kongsberg aus Norwegen ist verantwortlich für die Entwicklung und Bereitstellung aller Schlüsseltechnologien einschließlich der Sensoren und Integration, die für den ferngesteuerten und autonomen Schiffsbetrieb erforderlich sind, zusätzlich zu den elektrischen Antriebs-, Batterie- und Antriebssteuerungssystemen.

Yana Birkeland wird eine vollständig batteriebetriebene Lösung sein, die für autonomen und unbemannten Betrieb vorbereitet ist. Das Schiff wird die NOx- und CO2-Emissionen reduzieren, indem es den Lkw-Dieselverkehr um rund 40.000 Fahrten pro Jahr reduziert. Diese Umweltinitiative wird dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen und die Verkehrssicherheit und die Verkehrsstaus zu verbessern. Bis 2020 soll Yana Birkeland in Produktion gehen und dann zu Wasser gelassen werden.

Marin Teknikk Yara Birkeland Design Study
Quelle: Marin Teknikk

United Airlines will seine Flugzeuge mit landwirtschaftlichen Bioabfällen antreiben

Nachrichten über Autos, die mit altem Frittenfett angetrieben werden, sind keine Neuigkeiten. Der neueste Trend im Biokraftstoff ist jetzt landwirtschaftlicher Abfall. In diesem Jahr wird United Airlines regelmäßige Passagierflüge mit Flugzeugen starten, die von Biomüll angetrieben werden.

United Airlines befeuert Flugzeuge mit Bioabfall
Foto: Unsplash / Tim Gouw

ZUVOR WURDE BEREITS ALGENBIOBRENNSTOFF GETESTET

United hat in diesem Bereich Pionierarbeit geleistet und vor ein paar Jahren auch Flüge mit Algenbiobrennstoff durchgeführt. Biokraftstoff aus der Landwirtschaft ist allerdings ein ziemlich neues Gebiet; überall auf der Welt wird aktuell mit vielen „Rohstoffen“ experimentiert, von Schlachthausabfällen bis hin zu strohbetriebenen Autos.

NICHT ALLES KANN ALS DÜNGER WIEDERVERWENDET WERDEN

Die Landwirtschaft produziert eine beeindruckende Menge an Essensresten und -abfällen und, egal nach welcher Methode angebaut oder nach welchen Maßstäben gearbeitet wird. Die meisten Pflanzen werden nur für einen kleinen essbaren Prozentsatz ihrer Gesamtmasse angebaut und Vieh produziert durch seine Ausscheidungen riesige Mengen an Dünger – von denen aufgrund der Belastungswerte jedoch nur einige als Dünger wiederverwendet werden können.

DIE MISCHE MACHT’S

Diese Abfälle – gemischt mit nicht essbaren Ölen wie denen aus dem Pongamia-Baum und normalem Kerosin – werden ab diesem Herbst für einige Passagierflüge von Los Angeles nach San Francisco als Treibstoff für Flugzeuge verwendet. Doch das ist nur der erste Schritt: United plant, Biokraftstoffe aus verschiedenen Quellen zu beziehen, darunter Fulcrum Bioenergy, ein Unternehmen, bei dem Hausmüll in Biotreibstoff verwandelt wird, und Emissionen so um weitere 80 Prozent reduziert.

DER EINZIGE HAKEN AN DER SACHE: DAS GELD

Das Problem mit Biokraftstoff ist nicht die unterschiedliche oder schwierigere Implementierung, sondern einfach die Kosten: Der Preis für Biotreibstoff kann oft doppelt so teuer sein wie der für ältere, etablierte Kraftstoffe. Weitere Experimente und mutige Vorstöße in die richtige Richtung werden den Biotreibstoff auf Dauer erschwinglicher machen.

Doch eine Frage bleibt: Wenn ein Auto, das auf Fast-Food-Fett läuft, nach Pommes Frites riecht, wie riecht dann ein Flugzeug, das auf Gülle fliegt?