Wird Deutschland das weltweit erste Land mit flächendeckend kostenlosem öffentlichen Nahverkehr?

Die Bundesregierung hat ihre Nachbarn mit einem radikalen Vorschlag zur Reduzierung des Straßenverkehrs durch die Freigabe öffentlicher Verkehrsmittel überrascht. Berlin versucht aktuell, die EU-Luftreinhaltevorgaben aus Brüssel einzuhalten und hohe Bußgelder durch den Europäischen Gerichtshof zu vermeiden.

Der Schritt kommt in Deutschland etwas mehr als zwei Jahre nach dem verheerenden Emissionsbetrugsskandal von Volkswagen, der eine Welle der Wut auf die Autoindustrie auslöste.

„Wir ziehen kostenlose öffentliche Verkehrsmittel in Betracht, um die Anzahl der Privatautos zu reduzieren“, schrieben drei Minister, darunter die Umweltministerin Barbara Hendricks, dem EU-Umweltkommissar Karmenu Vella in einem Brief am Dienstag. Außerdem sollen zusätzlich in ausgewiesenen Straßen Fahrverbote erteilt werden, um die Umweltbelastung weiter zu verringern.

„Die effektive Bekämpfung der Luftverschmutzung ohne weitere unnötige Verzögerungen hat für Deutschland höchste Priorität.“

Barbara Hendricks, SPD

Die Wirkung  der Maßnahmen wird bis spätestens Ende dieses Jahres in fünf Städten getestet, der ehemaligen Hauptstadt Bonn, den Industriestädten Essen und Mannheim, sowie Herrenberg (BW) und Reutlingen (BW).

Neben den kostenlosen Reisen mit Bus und Bahn beinhalten die am Dienstag vorgeschlagenen Maßnahmen weitere Emissionsbeschränkungen für Fahrzeuge wie Busse und Taxis, emissionsarme Zonen und die finanzielle Unterstützung von Car-Sharing-Systemen.

GRENZWERTE FÜR FEINSTAUB MÜSSEN EINGEHALTEN WERDEN

Es war dringend notwendig, dass Deutschland und acht andere EU-Mitgliedstaaten, darunter Spanien, Frankreich und Italien, die von Brüssel gesetzte Frist bis zum 30. Januar 2018 einhalten, um die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub zu erfüllen. Der Brüsseler Umweltminister Vella gab den Ländern noch zusätzlich Zeit, um weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Umweltverschmutzung vorzulegen oder rechtliche Schritte einzuleiten.

Laut der Kommission betrifft die „lebensbedrohliche“ Umweltverschmutzung mehr als 130 Städte in Europa, ist für rund 400.000 Todesfälle verantwortlich und verursacht 20 Milliarden Euro an Gesundheitsausgaben pro Jahr in der EU.

WIE SOLL DER KOSTENLOSE TRANSPORT FINANZIERT WERDEN?

Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist in Deutschland sehr beliebt. Die Zahl der Fahrten stieg in den letzten 20 Jahren stetig auf 10,3 Milliarden im Jahr 2017 an. Im Vergleich zu anderen großen europäischen Städten sind Tickets ohnehin schon billig: Ein Einzelticket in Berlin kostet 2,90 Euro, während das Gegenstück in der Londoner U-Bahn fast das Doppelte, 4,90 Pfund (5,50 Euro), kostet.

Aber die Vertreter der Test-Städte warnen davor, dass mehr Planung nötig sei, wenn das Experiment des kostenlosen Nahverkehrs gelingen sollte.

„Ich kenne keinen Hersteller, der in der Lage wäre, die Anzahl der Elektrobusse zu liefern, die wir brauchen würden, um die gestiegene Nachfrage zu decken, wenn der Transport kostenfrei wäre.“

Ashok Sridharan, Bürgermeister von Bonn

Zwei gute Beispiele, in denen das System des kostenlosen Nahverkehrs gelungen ist, sind Talinn in Estland und Hasselt in Belgien. Es gibt zudem noch einige andere kleinere Städte weltweit, in denen die Nutzung von beispielsweise Bussen gratis ist. Vergleichbar ist das System mit dem kostenfreien Shuttleservice an Flughäfen oder auf großen Betriebsgeländen. Bei der Einführung im großen Stil in einer Stadt wie Berlin fürchtet man sich allerdings auch vor den möglichen Negativseiten: Vandalismus, Verzögerungen, zu wenig Wagen und Personal, und nicht zuletzt erhebliche Finanzierungsprobleme.

Folgerichtig warnt der Städtebundchef Helmut Dedy: „Wir erwarten eine klare Aussage darüber, wie der (freie Verkehr) von der Bundesregierung finanziert wird.“

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Queen Elizabeth II ordnet Einwegplastik-Bann aus dem Buckingham Palace an

Queen Elizabeth II hat dieser Tage die Verbannung von Strohhalmen und Flaschen aus Plastik aus den königlichen Gemächern angeordnet, um den Einsatz von Kunststoffen „auf allen Ebenen“ einzuschränken. Dazu wurden jetzt neue Einkaufs- und Abfallpläne für den Buckingham Palace erstellt.

Die Queen fühlte sich durch die Mitarbeit an dem neuesten Werk von Sir David Attenborough dazu angeregt, Maßnahmen zu ergreifen. Der Film beschreibt Flora und Fauna in den Naturschutzgebieten im Commonwealth.

Sie wurde gefilmt, wie sie mit dem Dokumentarfilmer lachte und scherzte, während die Dokumentation die Schaffung eines Netzwerkes von nationalen Waldparks in den 52 Ländern des Commonwealth thematisiert.

„Es besteht der dringende Wunsch, das offensichtliche Problem im königlichen Haushalt anzugehen; eine Entscheidung, die von Sir David Attenborough inspiriert wurde. Der neue Plan sieht vor, dass der königliche Haushalt sich dazu verpflichtet, die Umweltbelastung zu reduzieren.“

The Buckingham Palace

WIRD ENGLAND JETZT AUCH PFAND FÜR PET-FLASCHEN EINFÜHREN?

Ähnlich wie hier in Deutschland oder auch in Norwegen könnte Großbritannien bald ein strenges Kunststoffflaschen-Recycling-System einführen. „Im Zuge der neuen Bestrebungen am Hof haben wir eine Reihe praktischer Schritte unternommen, um den Einsatz von Kunststoffen zu reduzieren. Auf allen Ebenen besteht ein starker Wunsch, dieses Problem anzugehen“, so ein Sprecher des Buckingham Palace.

Interne Caterer im Buckingham Palace, im Windsor Castle und im Palace of Holyroodhouse in Edinburgh dürfen, nun Berichten zufolge, nur noch Geschirrteller und -gläser oder recycelbare Pappbecher zur Bewirtung ihrer Gäste verwenden.

KEIN EUROPÄISCHES EINWEGPLASTIK AB 2030 – TROTZ BREXIT

Die Ankündigung erfolgt im Rahmen einer breiteren Anti-Kunststoffstrategie. Die Europäische Union plant, bis 2030 alle Kunststoffverpackungen entweder recycelbar oder wiederverwendbar zu machen. Damit soll das horrende Problem der Kunststoffabfälle auf dem Kontinent endlich angegangen werden.

Zu weiteren Verpflichtungen gehören eine Verringerung des Verbrauchs von Einwegkunststoffen und rechtliche Einschränkungen bei der Verwendung von Mikroplastik sowie Mikroperlen, die in vielen Kosmetika zu finden sind.

Frans Timmermans, der erste Vizepräsident der Europäischen Kommission, verantwortlich für nachhaltige Entwicklung, sagte zu den Plänen im Januar 2018: „Wenn wir unsere Herstellung und Nutzung von Kunststoff nicht schnellstens grundlegend ändern, wird es in unseren Ozeanen im Jahre 2050 mehr Plastik als Fisch geben.“

Jedes Jahr werden in Europa  25 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert, jedoch werden weniger als 30 Prozent davon bis dato überhaupt recycelt.

Billigflug-Airline Ryanair will in fünf Jahren „plastikfrei“ fliegen

Supermärkte, Discounter oder Modehäuser – immer mehr Unternehmen starten ihre eigenen Initiativen gegen Verschwendung und Plastikmüll. Jetzt macht auch die erste Fluggesellschaft mit: Ryanair will innerhalb der nächsten fünf Jahre „plastikfrei“ werden.

FLUGZEUGESSEN VERURSACHT TONNEN AN PLASTIKMÜLL

Sandwiches und Snacks in Plastikfolie, Getränke in Plastikbechern und das Hantieren mit Plastikbesteck – jeder einzelne Flug verursacht viel Plastik. Selbst wenn die Passagiere nicht jedes Plastikprodukt benutzen, landen am Ende alle Teile im Müll, so sind die Regeln.

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Foto: cookbook.com

Ryanair will das ändern. In fünf Jahren sollen alle Flüge „plastfrei“ sein, verkündet die Fluggesellschaft in einer Pressemeldung: „Für unsere Passagiere an Bord bedeutet das, […] auf Holzbesteck und biologisch abbaubare Kaffeebecher umzusteigen, um Kunststoff vollständig aus unserer Produktpalette an Bord zu entfernen.“

EIGENE TASSEN DÜRFEN MITGEBRACHT WERDEN

Kunden können auch ihre eigenen Tassen mitbringen, so der Marketingleiter Kenny Jacobs. Auch der Hauptsitz der Fluggesellschaft soll bald so plastikfrei wie möglich sein.

„Es geht nicht nur um Essen und Trinken während des Fluges. Wir schauen uns auch die Kunststoffteile im Flugzeug an und prüfen, was nicht recycelbar ist.“

Kenny Jacobs, Marketingleiter Ryanair

Ryanairs Plan ist erfreulich – denn die Luftfahrtindustrie ist das Negativbeispiel für die tägliche weltweit unnötige Plastikverschwendung. Wie viel Plastikmüll eine einzelne Airline pro Tag produziert, ließe sich nicht einmal berechnen. Es ist zu hoffen, dass das Vorbild Ryanair auch andere Fluggesellschaften dazu ermutigt, ihre Einstellung zu Kunststoffen zu überdenken.

PLASTIKMÜLL IST NUR EIN TEIL DES PROBLEMS

Flugreisen werden jedoch nicht dadurch plötzlich nachhaltig, nur weil kein Einwegkunststoff mehr an Bord ist. Das Flugzeug ist das klimaschädlichste Verkehrsmittel überhaupt. Jede einzelne Flugreise verursacht Tausende von Kilogramm CO2-Emissionen.

Low Cost-Airlines wie Ryanair kurbeln den Flugverkehr mit ihren Dumping-Preisen an: Warum den Zug nehmen, wenn ein Flugticket viel billiger ist? Eine wirksame Maßnahme zum Schutz der Umwelt würde daher eher eine Änderung der Preispolitik bedeuten und die Anzahl der Flüge verringern.

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Foto: Omar Prestwich / Unsplash.com

ENGAGEMENT STEHT IM WIDERSPRUCH ZU AUSSAGEN DES RYANAIR CEO

Das Engagement von Ryanair für die Umwelt steht im Widerspruch zu früheren Aussagen von Ryanair-CEO Michael O’Leary: „Der beste Weg, die Umwelt zu schützen, wäre, alle Umweltschützer zu erschießen“, sagte der Airline-Chef einst in einem Interview mit der Welt am Sonntag. Das aktuelle Engagement von Ryanair für die Umwelt ist also sehr paradox zu früheren Aussagen.

Außerdem fällt bei Ryanair ohnehin weniger Plastikmüll an als bei anderen Fluggesellschaften. Der Grund dafür ist, dass die Snacks und Getränke kostenpflichtig sind, und so nur von einem Bruchteil der Reisenden verzehrt werden. Es stellt sich also die Frage, ob es Ryanair wirklich um den Umweltschutz geht oder ob es sich bei den Plänen nur um eine Image-Kampagne handelt.

DIE UMSETZUNG BLEIBT ABZUWARTEN

Ryanair kündigt in seiner Meldung zwar „plastikfreie“ Flüge an, konkret bedeutet dies allerdings nur, sämtliche „nicht recycelbare Kunststoffe“ eliminieren zu wollen. Grundsätzlich können jedoch die meisten Kunststoffe wieder verwendet werden. Das Wording ist also bewusst misszuverstehen.

Wie viel Plastik alsowirklich aus den Flugzeugen verschwinden kann, bleibt noch abzuwarten. Der Schritt von Ryanair hat jedoch zumindest das Potenzial, andere Fluggesellschaften zu einer neuen Kunststoffpolitik zu inspirieren.

Brite eröffnet Supermarkt mit abgelaufenem Obst und Gemüse

Für Abfall Geld bezahlen: Das geht nun in einem neuartigen Supermarkt in der Nähe von Leeds, Großbritannien. Klingt absurd, ist es aber gar nicht.

Bei dem Abfall handelt es sich nämlich nicht um klassische Essensreste wie Kartoffelschalen oder die Überbleibsel des Mittagessens vom Vortag, sondern um nicht verkaufte abgelaufene Lebensmittel aus diversen Supermärkten, die wegen des Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr im üblichen Handel verkehren dürfen.

ABGELAUFENE LEBENSMITTEL LANDEN IM MÜLL

In der Regel landen diese Lebensmittel im Müll. Weltweit macht das ein Drittel von vier Milliarden Tonnen Lebensmitteln. Für Adam Smith, Gründer des britischen „Real Junk Food Projects“, ist diese Zahl nicht nur erschreckend, – sondern ausschlaggebender Punkt für die Eröffnung seines „Anti-Supermarktes“.

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Foto: The Real Junk Food Project UK

Smith, der zuvor als Koch in Australien tätig war und für die Verlängerung seines Arbeitsvisums auf einer Farm in Melbourne jobbte, erlebte, wie leichtfertig essbare Lebensmittel im Abfall landen. So verfütterte der Farmer in Melbourne etwa eine Tonne Zucchinis an die Schweine. Auf Smiths Frage, wieso er die Zucchinis nicht spende, erklärte der Farmer, dass er schlicht nicht die logistischen und finanziellen Mittel dazu zur Verfügung habe.

DAS ADAM-SMITH-PRINZIP: PAY WHAT YOU FEEL

Zurück im britischen Leeds eröffnete Smith daraufhin den ersten von mittlerweile 120  Anti-Supermärkten inklusive Bistro weltweit, in dem die weggeworfenen Lebensmittel der herkömmlichen Supermärkte zu abwechslungsreichen Speisen verarbeitet werden. Mit noch einem weiteren Unterschied zu weiteren Bistros: Adam Smith steht für „pay what you feel“, heißt: Man zahlt, was man kann, oder was einem die Speisen wert sind.

Das Bezahlsystem kommt an, in dem in Leeds eröffneten „Anti-Supermarkt“, der täglich mit rund 10 bis 20 Lebensmitteln von anderen Supermärkten beliefert wird. Die Mitnahme der Lebensmittel ist auch ein Angebot für Bedürftige, die über wenig Geld verfügen. Das „Real Junk Food Project“ macht möglich, seinen Einkauf durch Arbeitskraft  und Arbeitszeit einzulösen.

AUCH DIE RESTE DER RESTE WERDEN WIEDERVERWERTET

Was in Smiths Läden und Bistros am Ende des Tages übrig bleibt und nicht weiter verarbeitet wurde, wird nicht weggeschmissen. Smith spendet sämtliches Überangebot an Schulen und Kindergärten. Auch Kinder aus unterprivilegierten Verhältnissen kommen so zu einer warmen Mahlzeit am Tag.

Rechnet man die Menge an Lebensmitteln, die von den Supermärkten bisher gespendet wurden mal zwei, könnte man ein ganzes Jahr lang jede Woche, also 52 Wochen im Jahr, 732.000 Mahlzeiten bereitstellen. Wie viele Leute, die in Armut leben, alleine in Deutschland davon jeden Tag satt werden könnten, ist ein einfaches Rechenexempel.

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FRANZOSEN SIND ZUR LEBENSMITTELSPENDE GESETZLICH VERPFLICHTET

Auch in Frankreich wird sich dem Problem der Lebensmittelverschwendung nun zugewandt. Ein Gesetz zum Verbot der Lebensmittelvernichtung verpflichtet Franzosen nun dazu, übriggebliebene Lebensmittel an Hilfsorganisationen wie die Tafel zu spenden. In Deutschland ist man noch nicht so weit.

Fernab der politischen Entwicklung findet „The Real Junk Food Project“ jedoch auch international Anklang. Auch in Berlin hat sich ein Lokal als Teil des globalen Netzwerks gegen Lebensmittelverschwendung gegründet. In der Gerichtsstraße wird überschüssiges Obst und Gemüse zu nahrhaften Mahlzeiten verarbeitet und sozialen Projekten zur Verfügung gestellt. Weiter bereichert die Community die Hauptstadt mit eigenen Workshops, Kochaktionen und Vorträgen, um über die Problematik der massiven Lebensmittelverschwendung aufzuklären und Möglichkeiten aufzuzeigen, diese zu reduzieren.

Grüne Lufterfrischer: Auf diese Zimmerpflanzen schwört sogar die NASA

Laut der Environmental Protection Agency verbringen wir inzwischen ungefähr 90 Prozent unseres Lebens in geschlossenen Räumen. Leider ist die Luftqualität im Haus oft alles andere als optimal und kann sogar um das Zwei- bis Fünffache verschmutzter als im Freien sein.

Dabei atmet ein Mensch täglich zehn bis 20 Kubikmeter Luft ein. Gerade in Zimmern, in denen sich viele Menschen aufhalten oder die selten gelüftet werden, ist das Raumklima oft nicht gut und die Atemluft nicht so rein, wie es zu wünschen wäre.

SCHIMMELSPOREN DURCH TEPPICH IM BÜRO?

Baumaterialien, Teppichböden, Teppichkleber, Wohntextilien, Farben, Isoliermaterialien, aber auch Reinigungsmittel, Insekten-Sprays, schlecht gewartete Klima- oder Belüftungsanlagen, Abgase und Zigarettenrauch führen häufig zu einer enormen Belastung der Raumluft mit Chemikalien (Trichlorethylen, Formaldehyd, Benzol etc.), Schimmelsporen und Allergenen.

Eine mit diesen Chemikalien belastete Raumluft kann vielfältige gesundheitliche Probleme zur Folge haben. Für die entstehenden Symptome gibt es bereits eine Bezeichnung. Man nennt sie in ihrer Gesamtheit das Sick-Building-Syndrom oder die Gebäudekrankheit.

UNGELÜFTETE RÄUME MACHEN KRANK

Die Symptome des Sick-Building-Syndroms können ganz unterschiedlich sein. Sie betreffen in erster Linie das Allgemeinbefinden. Man fühlt sich müde, schlapp und unkonzentriert. Das Einatmen von Formaldehyd kann außerdem Ausschläge, Husten, brennende Augen und Irritationen des Halses und der Nase verursachen. Menschen mit Asthma reagieren besonders empfindlich auf Formaldehyd.

Auch Allergien, Anämien sowie schwere Erkrankungen der Knochen und des Lymphsystems können zu den Sick-Building-Symptomen gehören. Gleichzeitig verschlechtert sich der Zustand der Entgiftungs- und Ausleitungsorgane, also der Leber und der Nieren.

PFLANZEN ALS NATÜRLICHE RAUMERFRISCHER

Eine der günstigsten und effektivsten Methoden die Luft zu verbessern, ist der Kauf und die Haltung einer Zimmerpflanze. Die sehen mitunter nicht nur hübsch aus, sondern reinigen auch die Luft von Schadstoffen und geben saubere Luft an den Raum ab.

Eine Pflanze auf dem Büroschreibtisch des Kollegen im vierten Hinterzimmer sollte also nicht mehr nur als komische Marotte abgestempelt werden, – sie kann wesentlich gesundheitsfördernd wirken.

Alle als raumluftreinigend anerkannten Pflanzenarten entstammen hauptsächlich tropischen und subtropischen Regenwaldzonen. Denn je nach geografischer Lage und Grundbeschaffenheit der Erde entstehen Fäulnisgase in unterschiedlichen Konzentrationen und Zusammensetzungen. Diese Pflanzen haben sich an den Verschmutzungsgrad der Luft in ihrer Umgebung angepasst und sind in der Lage, die Luft “umzuwandeln”.

Die nachstehenden Pflanzen filtern Schadstoffe wie Benzol, Formaldehyd und Nikotin. Sie absorbieren Kohlendioxid oder Kohlenmonoxid aus der Luft, verringern die Staubbelastung und produzieren neuen Sauerstoff.

1. Drachenbaum (Dracaena)

2. Einblatt (Spatiphyllum)

3. Grünlilie (Chlorophytum)

4. Efeutute (Epipremnum)

5. Birkenfeige (Ficus Benjamini)

6. Efeu (Hedera)

7. Bogenhanf (Sanseveria)

8. verschiedene Palmenarten

9. Chrysanthemen

10. Orchideen

 

TOP SCHADSTOFF-KILLER EFEU, EINBLATT UND GRÜNLILIE

Eine Pflanze, die viel Licht braucht, kann ihre luftreinigende Funktion am besten dann entfalten, wenn sie am Fenster steht. Einige Pflanzen sind sehr aktive Schadstoffkiller. Efeu, Einblatt und Grünlilie sind echte Alleskönner und absorbieren Formaldehyd, Benzol, Trichlorethylen und Kohlendioxid besser als viele andere Pflanzen.

Als Richtwert empfehlen Experten eine mittelgroße Pflanze pro zwölf Quadratmeter. Es darf aber auch ruhig mehr sein – vor allem in Büros. Je mehr Pflanzen, desto besser für die Raumluft.

AUCH ASTRONAUTEN SCHWÖREN AUF PFLANZENFILTER

Die NASA führte bereits vor einigen Jahren eine Studie durch, um den besten Pflanzen für die Reinigung der Luft in geschlossenen Räumen auf die Spur zu kommen.

Als bekannt wurde, dass die Innenräume im All zahlreiche Schadstoffe für die Astronauten enthalten, begann die NASA mit der Erforschung von Luftfilterung. Zur Bekämpfung der Belastung wählten sie nicht nur eine gute Lüftung, sondern auch Luftreinigung durch Pflanzen.

Die Forschungsergebnisse ergaben deutlich, dass bestimmte Pflanzen (darunter unsere zehn Empfehlungen) CO2 und Schadstoffe wie Formaldehyd, Benzol und Trichlorethylen effektiv herausfiltern und in Sauerstoff umwandeln.

Wenn sogar Astronauten auf Pflanzen als natürliche Raumerfrischer zurückgreifen, kann unsereins keine Ausreden mehr finden. Die Familie daheim, die Kollegen im Büro und der eigene Körper werde es einem danken.

Finnische Studenten erfinden Recycling-Duschsystem mit 90% Wasserersparnis

Bei einem normalen Duschvorgang werden rund 100 Liter Wasser verbraucht, und – bei uns Warmduschern – zudem eine Energiemenge, die ausreichen würde, ein Smartphone 700 Mal aufzuladen.

„Zu viel“, dachten sich auch Jason Selvaran und Eduard Kobak aus Finnland und entwickelten ein System, mit dem Duschwasser in Echtzeit aufbereitet und noch einmal verwendet werden kann: Showerloop.

Showerloop benötigt zehn Liter Wasser – unabhängig davon, wie lange geduscht wird. Außerdem wird nur ein kleiner Bruchteil der Energie benötigt, da das Wasser nur minimal nachgeheizt werden muss.

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Foto: Showerloop

WIE DIE RECYCLING-DUSCHE FUNKTIONIERT

Das Wasser durchläuft verschiedene Filter: Einen Vorfilter zum Schutz der Pumpe, wie man ihn auch in der Küchenspüle findet. Anschließend läuft das Wasser durch Mikrofasern, gefolgt von einem Sandfilter. Aktivkohle säubert das Wasser von Farbe, Geruch und Chemikalien. Zuletzt wird das Wasser mit Hilfe von UV-Licht sterilisiert, sodass es frei von Bakterien und sogar trinkbar wird. Ein Durchlauferhitzer hält die Temperatur des Wassers.

Showerloop wurde nach den Regeln von Open Source und Kreislaufwirtschaft designt. Das heißt, Designs, Produktionsmethoden und Materialien sind frei verfügbar. Dadurch soll die Weiterentwicklung des Produkts hin zum effizientesten, innovativsten und nachhaltigsten Produkt ermöglicht werden.

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Foto: Showerloop

AUSGEZEICHNET MIT EINEM GREEN TEC AWARD

Das Projekt konnte auch die Jury der GreenTec Awards überzeugen. Showerloop gewann in der Kategorie „Galileo Wissenspreis“. Jury-Mitglied Stefan Gödde zeigte sich begeistert: „Showerloop hat uns in der GreenTec-Jury vor allem deshalb überzeugt, weil es den Wasser- und den Energieverbrauch eines Alltagsvorgangs, des Duschens, drastisch reduziert. Und das, ohne dass Menschen ihre Gewohnheiten verändern müssen. Eine wirklich nachhaltige Innovation, die wir in Zeiten der globalen Erwärmung und des Klimawandels dringend brauchen.“

Bei der Preisverleihung der Awards am 12. Mai 2017 in Berlin überraschte Rea Garvey mit der Ankündigung, dem Projekt 10.000 Euro zu spenden, unter der Bedingung eine Showerloop in das eigene Heim gebaut zu bekommen.

Chinesen bauen 100-Meter-Turm als größten Luftfilter der Welt

Strenge Gesetze allein können Smog und Feinstaub nicht eindämmen. China hat deshalb nun den größten Luftfilter der Welt gebaut – als 100-Meter-Turm mit unterirdischem Pumpensystem und grünem Gewächshausfilter.

SMOG IST EIN ALLTAGSPROBLEM IN CHINA

Viele Städte in China sind regelmäßig in grauen Nebel gehüllt. Millionen von Menschen leiden an Atemwegs- und Lungenerkrankungen. Ende letzten Jahres reagierte die Regierung in Peking auf das anhaltende Smog-Problem mit der vorläufigen Schließung von Fabriken, Hochöfen und Kohlekraftwerken im ganzen Land. Zu diesem Zweck wurden einerseits mehrere Unternehmen dauerhaft stillgelegt, welche gegen die neuen und strengeren Emissionsvorschriften verstoßen.

DER GRÖßTE LUFTFILTER DER WELT STEHT IN SHAANXI

Auf der anderen Seite wollten Ingenieure des Environmental Institute der Chinesischen Akademie der Wissenschaften die Luft in den betroffenen Metropolen aktiv reinigen. Deshalb bauten sie den größten Luftreiniger der Welt und schickten ihn Ende 2017 in den Probebetrieb.

Beijing baut den groessten Luftfilter der Welt
Quelle: Roosegaarde / DailyMail.co.uk

Der weiße Turm in Xi’an in der Provinz Shaanxi ragt insgesamt 100 Meter in den Himmel. Vor allem im Winter versinkt die Stadt durch Kohle- und Holzheizungen in dichtem Smog. Durch ein Pumpensystem wird die Luft in den Turmboden gesaugt. Dort wird es zunächst durch mehrere Gewächshäuser geführt. Hier sollen CO2 und Schmutzpartikel auf natürliche Weise der Luft entzogen werden.

Anschließend wird die vorgereinigte Luft erwärmt und in das Zentrum des Turms gepumpt, wo sie mehrere passive und aktive Filtersysteme passiert. Insgesamt sollte es möglich sein, bis zu zehn Millionen Kubikmeter pro Tag zu reinigen. Die hierfür benötigte Energie würde von Solarzellen erzeugt werden.

China baut den groessten Luftfilter der Welt
Quelle: Arle Kievit / DailyMail.co.uk

Laut Projektleiter Cao Junji soll der Turm bei den Testläufen sehr effektiv gewesen sein und die Resultate waren „ermutigend“. Allein der Feinstaubgehalt der Luft hätte um durchschnittlich 15 Prozent gesenkt werden können. In einem Umkreis von zehn Quadratkilometern wurde die Luftqualität für die Bewohner messbar und spürbar verbessert. Im März 2018 wollen die Forscher genauere Daten veröffentlichen. Der 100 Meter hohe Turm ist ein Pilotprojekt. Er könnte der Vorläufer einer viel größeren Version sein. Die Wissenschaftler träumen von einem Turm von bis zu 500 Meter Höhe und 200 Meter Breite, der die Luft für eine ganze Stadt reinigen kann.

DER SMOG FREE TOWER IN ROTTERDAM

Die Idee von Luftfiltern für Städte ist grundsätzlich nicht neu. Der Künstler Daan Roosegaarde hat den Smog Free Tower 2015 in Kooperation mit der Universität Delft entwickelt und in Rotterdam eingerichtet. Kupferspiralen und Feinfilter fangen Schmutzpartikel aus der Luft auf. Das deutsche Start-up Green City Solutions hingegen verkauft zum Beispiel „City Trees“. Die bepflanzten Wände sollen die Luftfilterleistung von 275 Bäumen bereitstellen. Nachahmer davon finden sich unter anderem in Dresden, Krefeld, Paris und Oslo.