Weißer Orang-Utan Alba kehrt zurück in den Dschungel

Sie ist das einzige bekannte Orang-Utan-Weibchen mit weißem Fell und blauen Augen: 2017 auf der Insel Borneo entdeckt und seitdem in Indonesien im Käfig gehalten, darf das Tier nun in die Freiheit zurück.

Der vermutlich einzige weiße Orang-Utan der Welt, ein Weibchen namens Alba, wird ausgewildert. Das etwa sieben Jahr alte Tier soll in den Dschungel der Insel Borneo entlassen werden, wie die indonesische Regierung und die Tierschutzorganisation Borneo Orangutan Survival (BOS) am Dienstag mitteilten. Die neue Heimat der Albino-Affendame ist künftig der Nationalpark Bukit Baka Bukit Raya im indonesischen Teil der Insel.

Das extrem seltene Tier mit dem weißen Fell und den blauen Augen war im April 2017 auf Borneo in einem abgelegenen Dorf entdeckt worden, verwahrlost und eingesperrt in einen winzigen Holzkäfig. Von dort wurde sie in eine Rettungsstation der Tierschutzorganisation BOS gebracht, die sie aufpäppelte.

Weißer Orang-Utan Alba

Lange war unklar, ob Albas körperliche Verfassung eine Rückkehr in die Wildnis möglich machen würde. Inzwischen ist das Tier jedoch wieder vollständig gesund, abgesehen von einer Sehschwäche aufgrund ihres angeborenen Gendefekts. Unter einer Sehschwäche leiden auch viele andere Albinos.

„AUSGEPRÄGTES WILDES VERHALTEN“

In der Rettungsstation zeige sie noch immer ein „ausgeprägtes wildes Verhalten“, berichtet BOS. In der Organ-Utan-Gruppe, mit der Alba in der Station zusammenlebt, habe sie die dominante Position eingenommen. Die Sehschwäche behindere sie auch nicht beim Klettern, hieß es.

Alba wuchs vermutlich die ersten fünf Jahre ihres Lebens im Regenwald auf. Freigelassen wird sie gemeinsam mit der Orang-Utan-Dame Kika, die sie aus der Rettungsstation kennt und mit der sie sich gut versteht. Auch Kika wurde 2017 aus einem Käfig befreit, wo sie illegal als Haustier gehalten worden war. Beide Tiere reagieren auf Menschen mit Flucht, – gute Voraussetzungen für ein Leben in Freiheit, so BOS.

Die Tierschützer werden Alba weiter im Auge behalten. Per Peilsender können sie den seltenen Affen im Regenwald aufspüren.

Insgesamt gibt es weltweit noch zwischen 70.000 und 100.000 Orang-Utans. Die Menschenaffen mit normalerweise rotbraunem Fell gelten als stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht.

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Wie der Einsatz von Drohnen bei Klimaforschung, Aufforstung und intelligenter Logistik helfen könnte

Drohnen haben heute schon eine Vielzahl von Funktionen, von der Aufnahme von Luftaufnahmen bis zur Unterstützung militärischer Operationen. Man könnte sie allerdings auch als Waffe gegen die Auswirkungen des Klimawandels einsetzen.

DROHNEN SIND DIE PERFEKTEN DATENSAMMLER

Die vielleicht einfachste Art, auf die Drohnen helfen könnten, den Klimawandel zu bekämpfen, wäre die Unterstützung bei der Datensammlung. Drohnen können leicht an unerschlossene Standorte gelangen, wodurch Forschungskosten gesenkt und die Genauigkeit der Datensammlung erhöht werden.

Forscher an der Cornell University verwenden Drohnen, um Oberflächenreflexion zu messen und zu protokollieren. Wie viel Solarenergie wird durch eine Landschaft reflektiert und absorbiert? Diese Messung ist entscheidend für das Verständnis des Klimawandels und kann beispielsweise Förstern dabei helfen, zu bestimmen, an welchen Standorten Bäume gepflanzt werden, um den größten Nutzen für den Klimaschutz zu erzielen. In der Vergangenheit wurden diese Informationen von Satelliten gesammelt, doch Drohnen sind weitaus agiler.

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DROHNEN KÖNNEN FORSCHUNGSARBEIT ERLEICHTERN UND ERGÄNZEN

Drohnen sind außerdem ideal, um Informationen über die Luftqualität zu sammeln, Wildtierpopulation und -aktivitäten zu überwachen und Entwaldungsraten zu berechnen. Das Sammeln von Daten auf diese Weise verbessert auch die Sicherheit der Forscher: Hubschrauber und kleine Flugzeugabstürze sind die häufigste Ursache von on-the-Job Todesfälle für Wildbiologen.

Normalerweise denken wir bei Drohnen als Fluggeräte, doch sie können auch Unterwasser eingesetzt werden. Forscher können Unterwasserdrohnen benutzen, um Wasser- und Sedimentproben zu sammeln und die Daten dazu verwenden, die Auswirkungen des Klimawandels und menschlicher Aktivitäten auf Meeresökosysteme zu analysieren.

Drohnen können sogar auf die Registrierung von Wilderei und illegalem Holzeinschlag programmiert werden. Der Anblick einer Drohne, die ihre Navigationslichter einschaltet, reicht normalerweise aus, um mögliche Verbrecher abzuschrecken.

Drohnen in der Landwirtschaft
Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft / Foto: Dronesinsite.com

DROHNEN KÖNNEN AUFFORSTEN

Drohnen können auch auf eine Weise helfen, die über das Monitoring hinausgeht: sie können dazu beitragen, die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen und bei Aufgaben zu helfen, die die Natur aufgrund sich verändernder Umweltbedingungen zu bewältigen versucht.

Das Unternehmen „BioCarbon Engineering“ hat eine Drohne gebaut, die Bäume aus der Luft pflanzen kann. Das 30-Pfund-Fahrzeug feuert Samenkapseln mit Präzision aus 10 Fuß Entfernung über den Boden. Die Drohne kann 120 Bäume pro Minute pflanzen – viel mehr als menschliche Pflanzer. Das Pflanzen von Bäumen verlangsamt den Klimawandel und andere Umweltschäden, da Bäume die Luft- und Wasserqualität verbessern und Erosion verhindern.

Drohnen könnten helfen den Wald aufzuforsten
Beispiel: Eine Drohne bei der Pflanzarbeit / Foto: TechSpot

AMAZON WILL MIT DROHNEN AUSLIEFERN

Drohnen können uns außerdem helfen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
Der Einsatz von Drohnen anstelle von LKWs zur Auslieferung von Paketen könnte dabei helfen, die mit der Paketzustellung verbundenen Emissionen zu reduzieren. Amazon hatte die Drohnenlieferdienste im Dezember 2016 zum ersten Mal erfolgreich getestet und bereits Pläne angekündigt, diese Technologie demnächst weiter zu verfolgen.

Der Klimawandel ist ein Problem, das jeden noch so entlegenen Teil unserer Erde einschließt, inklusive der Lebewesen, die darin leben. Ob in der Luft oder unter Wasser, Drohnen könnten ein wichtiges Werkzeug sein, um Lösungen für die vielen Herausforderungen des Klimawandels zu finden.

So sieht Deutschlands erster Zero Waste-Beachclub auf St. Pauli aus

Pünktlich zum deutschen Sommeranfang hat auf St. Pauli Deutschlands erster Zero Waste-Beachclub aufgemacht. Im Karo Beach wird auf Dosen und Einweggeschirr verzichtet. Die Trinkhalme sind aus Stroh, Snacks werden in nachhaltige Behälter abgefüllt. Der Hamburger Beachclub verursacht 90 Prozent weniger Müll als herkömmliche Anlagen.

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Foto: Karo Beach

Mit dem Konzept der konsequenten Müllvermeidung sind die Gründer und Veranstalter aus Hamburg deutschlandweit Vorreiter. „Stückgut“-Gründer und Club-Betreiber Dominik Lorenzen sowie Martin Bo Ahlers, Centermanager der Rindermarkthalle, luden in diesem Monat zur Eröffnung ihres sauberen Beachclub direkt vor dem Eingang am Neuen Kamp. Zu den Gästen und Unterstützern gehörte auch der Unternehmer Frank Otto, der sich erst kürzlich für die Erhebung einer Plastiksteuer einsetzte.

HAMBURGS ZERO WASTE-BEACHCLUB SPART 90 PROZENT ABFALL

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Hamburger Karo Beach nicht wesentlich von ähnlichen Anlagen: Zwischen 200 Tonnen feinstem Sand, jeder Menge farbiger Liegestühle, einem lebhaften Gastronomiebetrieb, spaßigen Sportangeboten und kulturellem Rahmenprogramm stört nur eines die gewohnte Sicht: Die Abwesenheit des Mülls.

„Wir produzieren ca. 10 Prozent des Abfalls, der in einem herkömmlichen Beachclub entsteht“, so Lorenzen, „Vielleicht schaffen wir es ja, das ganze noch auf 1 Prozent zu drücken.“

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Foto: Karo Beach

ZERO WASTE IST MEHR ALS NUR MÜLLVERMEIDUNG: RESSOURCENSCHONEND UND FAIR

Dabei geht es nach den Zero Waste-Vorstellungen der Betreiber um noch viel mehr als strikte Müllvermeidung. „Wir wollen möglichst wenig Energie und Ressourcen verbrauchen, nachhaltige und faire Produkte anbieten und dabei so wenig Müll wie möglich erzeugen“, lautet das Credo von Deutschlands erster fast müllfreier Sandanlage.

Die Umsetzung kann sich sehen lassen: Die 200 Tonen Sand stammen aus Kaltenkirchen und werden zu 100 Prozent wiederverwertet. Die Getränkeflaschen werden regional abgefüllt und gereinigt. Die Strohhalme sind wirklich aus Stroh. Und statt Heizpilzen kann bei kälteren Temperaturen unter fairen Heizdecken zusammengerückt werden.

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Foto: Karo Beach

Restaurantbesitzer in New York City rebellieren gegen den Plastikstrohhalm

Endlich ist es warm genug, um bis in die Abendstunden draußen zu sitzen, während man einen Eiskaffee, einen gekühlten Saft oder eine kalte Limonade genießt. Es ist wieder Strohhalmzeit. Doch überall auf der Welt ist der allgegenwärtige Trinkhalm plötzlich ein Sinnbild für den Schaden geworden, den Plastik der Umwelt zufügt.

Die USA allein verwendet und entsorgt täglich Millionen von Plastikstrohhalmen. Während die Halme durch ihr geringes Gericht nur einen Bruchteil der Einwegkunststoffe im Umlauf oder auf den Deponien ausmachen, stellen ihre Größe und Form die besondere Bedrohung für das Leben im Meer und an Land dar – die Strohhalme können von vielen Tieren in einem Stück verschluckt werden und so den gesamten Organismus lahmlegen.

STOP SUCKING & THE LAST PLASTIC STRAW

Online-Kampagnen wie „Stop Sucking“ und „The Last Plastic Straw“ haben den Strohhalmen den Kampf angesagt. Einige Städte haben Plastiktrinkhalme bereits komplett verboten. So hat auch Großbritanniens Premierministerin Theresa May versprochen, den Verkauf von Plastikhalmen bis Ende des Jahres 2018 zu verbieten.

In New York haben Bürgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Andrew M. Cuomo bereits stark gegen Plastiktüten gewettert. Doch es scheinen nicht die Vertreter der Regierung oder die Verbraucher zu sein, die die Abkehr von Plastikstrohhalmen anführen. Es sind die Unternehmen.

Gegen den Plastik in den Ozeanen

PAPIER IST AKTUELL DIE BESTE ALTERNATIVE ZU PLASTIK

Papiertrinkhalme sind jetzt der letzte Renner. Laut einigen Restaurantbesitzern gab es seit der Umstellung in ihren Restaurants keinen einzigen Gast, der nach einem Plastiktrinkhalm oder, wenn es zum Cocktail überhaupt keinen Halm gab – nach einem gefragt hat. Die Kunden haben mit der Umstellung weniger Probleme, als man angenommen hat.

Bei Inday, drei indischen Restaurants in Manhattan, hat der Besitzer Basu Ratnam bereits vor Jahren unzählige E-Mails von Kunden erhalten, die nach seiner Recyclingpolitik und der Nachhaltigkeit der Schalen und des Bestecks gefragt haben. Im April, nachdem er Berichte darüber gelesen hatte, wie Plastikhalme zum Walsterben beigetragen haben, bat Ratnam keine Plastik-Trinkhalme mehr in seinen Restaurants an.

„Die Leute haben einfach aufgehört, nach ihnen zu fragen. Strohhalme sind ein kleines, entbehrliches Getränkezubehör, das einigen Menschen sowieso nie besonders gut passte. Wir waren in der Lage, das Kundenverhalten zu ändern, ohne störend einzugreifen.“

Basu Ratnam, INDAY

Für einige Unternehmen ist die Beseitigung der Strohhalme auch eine ästhetische Entscheidung. Die preislich gehobenen mexikanischen Restaurants Atla und Cosme in Manhattan bieten nur noch Metall- oder Papierstrohhalme – und das ausschließlich auf Anfrage.

Einige Kunden gaben an, dass sie gern auf Plastikstrohhalme verzichten würden, doch dieser Schritt ließe sich erst dann durchsetzen, wenn Restaurants, Cafés und Bars geschlossen dagegen vorgehen. Wer ein Glas Wasser in einem Restaurant bestellt, bekommt vielerorts noch ungefragt einen Plastiktrinkhalm dazu – ob man ihn nun braucht, oder nicht.

DIE MACHT DER GEWOHNHEIT UND DIE EITELKEIT DES MENSCHEN

Doch es gibt auch andere Stimmen: Gregorys Coffee in Greenwich Village hat andere Erfahrungen mit den vermeintlich bewusst lebenden Kunden gemacht. Emma Stratigos, die Ladenbesitzerin, sagt, dass, während einige Kunden durchaus mit wiederverwendbaren Tassen ihren Laden betreten, sie nie jemanden mit einem wiederverwendbaren Strohhalm gesehen hat. „Wenn wir auch nur 30 Sekunden lang keine Strohhalme im Spender haben, gibt es Geschrei“, sagt Stratigos. Das ist die Macht der Gewohnheit.

Auch Basu Ratnam sieht die Situation, zumindest für Getränke zum Mitnehmen, noch kritisch: „Die einzige Möglichkeit, Strohhalme überflüssig werden zu lassen, ist die Neugestaltung von Deckeln und Bechern. Es liegt an uns, den Restaurantbesitzern, mit Käufern und Herstellern zusammenzuarbeiten, um eine Lösung zu finden, die die Funktionalität eines Strohhalms ersetzen kann“, sagt er. „Wenn genug Restaurantbesitzer zusammenkommen, können wir Innovation erzwingen.“

StrawsSuck

Londoner Zoo stellt 15.000 Plastikflaschen aus – den Plastikkonsum der Briten in einer Minute

Eine Kunstinstallation aus 15.000 Plastikflaschen wurde vergangene Woche im Londoner Zoo gezeigt, um die verheerenden Auswirkungen von Plastikmüll auf die Ozeane zu verdeutlichen, während der öffentliche Druck zur Bewältigung des Problems in Großbritannien stetig wächst.

NICK WOOD IST KÜNSTLER UND ARCHITEKT

Es wird geschätzt, dass jedes Jahr zwischen fünf und 14 Tonnen Einwegplastik in die Weltmeere gelangen, was irreparable Schäden an Meerestieren und Ökosystemen verursacht. Die Arbeit des Künstlers Nick Wood repräsentiert die 15.000 Wasserflaschen, die jede Minute in Großbritannien gekauft werden. Dazu will Großbritannien 61 Millionen Pfund jetzt für die Entwicklung neuer Methoden zur Bekämpfung von Plastikmüll bereitstellen.

Die britischen Staats- und Regierungschefs haben bereits ein hartes Durchgreifen gegen Plastikabfälle angekündigt, nachdem unter anderem David Attenborough im vergangenen Jahr in seiner äußerst beliebten „Blue Planet II-Serie“ die verheerenden Auswirkungen der Plastikverschmutzung auf das Leben im Meer hervorgehoben hatte.

Marine Project Space of Waste in London Zoo
Foto: XinhuaUK

„In den Ozeanen finden sich riesige Inseln aus schwimmendem Plastik und in London verwendet der durchschnittliche Erwachsene jedes Jahr 175 Einweg-Plastikwasserflaschen. Das passt leider einfach zusammen.“

Fiona Llewellyn, Zoological Society of London

Die britische Regierung hat bereits eine verbindliche Abgabe für jede Einweg-Plastiktüte eingeführt und versprochen, den Verkauf von Plastikhalmen und anderen Einwegprodukten zu verbieten. Umweltgruppen erklärten jedoch, dass noch mehr Maßnahmen zukünftig erforderlich seien. „Wir haben von der Regierung viel über ihre Absichten gehört, aber wir brauchen härtere Gesetze und Sanktionen, um Maßnahmen in dem Ausmaß durchzusetzen, wie es die Öffentlichkeit sehen möchte“, sagte Paul Keenlyside, ein Sprecher von Greenpeace.

Space of Waste London Zoo Fiona Llewellyn
Foto: XinhuaUK

Diese Installation soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die Notlage von Meeresplastik zu schärfen. Der Erfolg durch das Verbot von Plastiktüten zeigte bereits, dass eine intelligente und gezielte staatliche Intervention das Verhalten von Konsumenten verändern und den Plastikmüll stark reduzieren kann. Denn Kunststoffrecycling auf der ganzen Welt „erreicht sein volles Potenzial nicht“, warnte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) – darum ist es umso wichtiger, Plastik gar nicht erst zu konsumieren.

Der Künstler Nick Wood forderte mit seinem Projekt die Einführung höherer Steuern für die Herstellung und Verwendung von neuen Kunststoffen und weitreichende Mechanismen, um Verbraucher für Einweg-Plastiktüten, Plastik-Besteck oder Strohhalme „bezahlen zu lassen“.

Nick Wood Space of Waste London Zoo
Nick Wood / Foto: XinhuaUK

Auf Dänemarks größtem Musikfestival wird Urin eingesammelt, um Bier herzustellen

Die größten Musikfestivals der Welt, von Coachella bis zum Donauinselfest, haben Hunderttausende von Besuchern – manchmal sogar Millionen. Das kann zu Umweltproblemen führen, – vor allem wenn man bedenkt, wie viel Müll von den Besucher zurückgelassen wird.

Einige Festivalbetreiber haben jedoch einen neuen Weg beschritten und ihre Projekte auf umweltfreundlich ausgerichtet. Eine der ungewöhnlichsten fand 2017 auf dem Roskilde-Festival in Dänemark statt. Dort wird eine ungewöhnliche natürliche Ressource für einen ungewöhnlichen Grund gesammelt: Der Urin der Teilnehmer wurde gesammelt, um als landwirtschaftlicher Dünger für den Anbau von Hopfen verwendet zu werden.

Das Roskilde Festival, das größte Musikfestival in Nordeuropa, findet jedes Jahr südlich der Stadt, die seinen Namen trägt, in Dänemark statt. Im Jahr 2014 versammelte das Festival Acts wie Major Lazer, die Rolling Stones und Outkast und wurde von mehr als 133.000 Menschen besucht. Das sind eine Menge Leute. Eine Menge Leute erzeugen eine Menge Urin, teilweise dank des ganzen Bieres, das dort getrunken wird.

URIN UND BIER IM KREISLAUF

Seit kurzem wird menschlicher Urin als möglicher Dünger für die Landwirtschaft analysiert. Urin ist reich an Stickstoff, Phosphor und Kalium, alles essentielle Nährstoffe für das Pflanzenwachstum. Es ist zudem kostenlos oder zumindest billig, wenn Lagerung und Transport inbegriffen sind.

Beim Roskilde-Festival wurde eigens eine Station eingerichtet, in der die Pissoirs in riesige Lagerräume eingehängt wurden (Frauen erhielten eine Pappapparatur, um Urin zu sammeln, damit sie auch teilnehmen konnten).

Pisse zu Urin
Foto: Smart2Zero.com

Eine riesige Plakatwand über dem Urinal-Setup enthielt den Slogan „Verschwende deine Pisse nicht. Dänische Landwirte können es wieder in Bier verwandeln.“ Der dänische Landwirtschafts- und Lebensmittelrat hofft, in Zusammenarbeit mit dem Festival auch 2018 wieder 25.000 Gallonen Urin von den Festivalbesuchern zu bekommen, die dann an dänische Farmer verteilt werden, die Malzgerste anbauen.

Aus der Gerste wird Bier (ein Pils, speziell) hergestellt, das das Festival im Jahr 2018 anbieten wird. Damit wird der Zyklus von Bier zu Urin und wieder zu Bier vollendet.

Philippinische Küstenstadt nimmt landesgrößte Solarkraftanlage in Betrieb

Die Schaffung einer wirklich grünen Stadt beginnt mit der Berechnung ihrer CO2-Emissionen und der anschließenden Einführung von Maßnahmen, die den Übergang zu erneuerbaren Energien vorantreiben.

Die Stadt San Carlos in Negros Occidental auf den Philippinen war einst die Heimat einer der größten Zuckerfabriken des Landes. Doch da sich das Wachstum der Zuckerindustrie seit den 1980er Jahren verlangsamt hat, hat die Stadt nach alternativen Möglichkeiten gesucht, um Einnahmen zu generieren. Inzwischen nutzt man dort seine reichste natürliche Ressource: Sonnenschein.

ÜBER SAN CARLOS SCHEINT DIE SONNE

Als Küstenstadt mit einem tiefen natürlichen Mangrovenhafen ist San Carlos widerstandsfähiger gegen extreme Wetterbedingungen als die meisten philippinischen Städte. Und mit einer stets nur dünnen Wolkendecke genießt die Stadt mehr Sonnenschein als andere Teile des Landes und hat somit ein großes Potential für die Gewinnung von erneuerbarer Energie.

DREHKREUZ DER ERNEUERBAREN ENERGIEN AUF DEN PHILIPPINEN

Im Jahr 2014 wurde in San Carlos City eine 45-Megawatt-Solaranlage – eine der ersten Solaranlagen des Landes – von San Carlos Solar Energy, einem Unternehmen für erneuerbare Energien, errichtet. Im Jahr 2016 ging dann ein 59-Megawatt-Solarkraftwerk in Betrieb. Das Werk gehört San Carlos Sun Power Inc., einer Tochtergesellschaft von AboitizPower, einem der führenden Entwickler erneuerbarer Energien im Land.

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Foto: Thomas Lloyd Group

SAN CARLOS BEHEIMATET AUßERDEM  BIOMASSE- UND BIOETHANOLANLAGEN

Während die Umsetzung erneuerbarer Energieprojekte zu Beginn teuer erscheint, bringt sie auf lange Sicht eine Reihe von Nebenleistungen mit sich, darunter die Schaffung von Arbeitsplätzen, Wassersicherheit und bessere Luftqualität.

San Carlos City startete im Jahr 2017 ein bahnbrechendes Projekt: Es führte ein Treibhausgas-Emissions-Inventar auf Gemeindeebene durch.

Unter Verwendung des Globalen Protokolls für gemeinschaftliche Treibhausgas-Emissionsinventare startete San Carlos City eine Projekt zur Berechnung der Emissionen von Gewerbe- und Wohngebäuden, Transport, Abfall, Wasseraufbereitung, Landwirtschaft und Industrie.

Der Bestand, der das Jahr 2015 als Basisjahr verwendet und im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde, ergab, dass die Gesamtemissionen der Stadt 88.330 Tonnen Kohlendioxid aus den Sektoren Energie, Verkehr, Landwirtschaft und Abfall betrugen. Dies entspricht mehr als 39.463 Tonnen verbrannter Kohle.

PHILIPPINEN WERDEN STARK VOM KLIMAWANDEL BEDROHT

Der Nationale Klimawandelanpassungsplan, der 2011 von der Klimakommission des Landes ausgearbeitet wurde, stellte fest, dass die Philippinen, aufgrund von sich verschärfenden Faktoren des Bevölkerungswachstums, mangelnder Vorbereitung und schlechtem Krisenmanagement, anfälliger für durch den Klimawandel ausgelöste Katastrophen sind. Im Jahr 2015 hat der Global Risk Index die Philippinen außerdem als das am stärksten vom Klimawandel bedrohte Land identifiziert.

BEVÖLKERUNG IST VON DER LANDWIRTSCHAFT ABHÄNGIG

Eine wärmere Atmosphäre bedroht die Landwirtschaft, die ein Fünftel der gesamten wirtschaftlichen Aktivität der Philippinen ausmacht und Arbeitsplätze für fast 30 Prozent der Bevölkerung bietet. Viele Städte auf den Philippinen, wie San Carlos, haben ländliche Gemeinden, in denen die Landwirtschaft die wichtigste wirtschaftliche Aktivität darstellt.

Küstenstädte wie San Carlos sind für ihre Ernährung und ihren Lebensunterhalt auch vom Meer abhängig. Wenn die globalen Temperaturen über 1,5 Grad Celsius steigen, wie sie gegenwärtig vorhergesagt werden, wird das Leben im Meer bis 2100 nicht mehr wieder zuerkennen sein.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Stadt San Carlos sehr anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels ist, versucht die lokale Regierung, die Emissionen durch die Einbeziehung sauberer Technologien zu senken.