Wie der Einsatz von Drohnen bei Klimaforschung, Aufforstung und intelligenter Logistik helfen könnte

Drohnen haben heute schon eine Vielzahl von Funktionen, von der Aufnahme von Luftaufnahmen bis zur Unterstützung militärischer Operationen. Man könnte sie allerdings auch als Waffe gegen die Auswirkungen des Klimawandels einsetzen.

DROHNEN SIND DIE PERFEKTEN DATENSAMMLER

Die vielleicht einfachste Art, auf die Drohnen helfen könnten, den Klimawandel zu bekämpfen, wäre die Unterstützung bei der Datensammlung. Drohnen können leicht an unerschlossene Standorte gelangen, wodurch Forschungskosten gesenkt und die Genauigkeit der Datensammlung erhöht werden.

Forscher an der Cornell University verwenden Drohnen, um Oberflächenreflexion zu messen und zu protokollieren. Wie viel Solarenergie wird durch eine Landschaft reflektiert und absorbiert? Diese Messung ist entscheidend für das Verständnis des Klimawandels und kann beispielsweise Förstern dabei helfen, zu bestimmen, an welchen Standorten Bäume gepflanzt werden, um den größten Nutzen für den Klimaschutz zu erzielen. In der Vergangenheit wurden diese Informationen von Satelliten gesammelt, doch Drohnen sind weitaus agiler.

Steuerung von Drohnen wird immer einfacher.jpg

DROHNEN KÖNNEN FORSCHUNGSARBEIT ERLEICHTERN UND ERGÄNZEN

Drohnen sind außerdem ideal, um Informationen über die Luftqualität zu sammeln, Wildtierpopulation und -aktivitäten zu überwachen und Entwaldungsraten zu berechnen. Das Sammeln von Daten auf diese Weise verbessert auch die Sicherheit der Forscher: Hubschrauber und kleine Flugzeugabstürze sind die häufigste Ursache von on-the-Job Todesfälle für Wildbiologen.

Normalerweise denken wir bei Drohnen als Fluggeräte, doch sie können auch Unterwasser eingesetzt werden. Forscher können Unterwasserdrohnen benutzen, um Wasser- und Sedimentproben zu sammeln und die Daten dazu verwenden, die Auswirkungen des Klimawandels und menschlicher Aktivitäten auf Meeresökosysteme zu analysieren.

Drohnen können sogar auf die Registrierung von Wilderei und illegalem Holzeinschlag programmiert werden. Der Anblick einer Drohne, die ihre Navigationslichter einschaltet, reicht normalerweise aus, um mögliche Verbrecher abzuschrecken.

Drohnen in der Landwirtschaft
Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft / Foto: Dronesinsite.com

DROHNEN KÖNNEN AUFFORSTEN

Drohnen können auch auf eine Weise helfen, die über das Monitoring hinausgeht: sie können dazu beitragen, die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen und bei Aufgaben zu helfen, die die Natur aufgrund sich verändernder Umweltbedingungen zu bewältigen versucht.

Das Unternehmen „BioCarbon Engineering“ hat eine Drohne gebaut, die Bäume aus der Luft pflanzen kann. Das 30-Pfund-Fahrzeug feuert Samenkapseln mit Präzision aus 10 Fuß Entfernung über den Boden. Die Drohne kann 120 Bäume pro Minute pflanzen – viel mehr als menschliche Pflanzer. Das Pflanzen von Bäumen verlangsamt den Klimawandel und andere Umweltschäden, da Bäume die Luft- und Wasserqualität verbessern und Erosion verhindern.

Drohnen könnten helfen den Wald aufzuforsten
Beispiel: Eine Drohne bei der Pflanzarbeit / Foto: TechSpot

AMAZON WILL MIT DROHNEN AUSLIEFERN

Drohnen können uns außerdem helfen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
Der Einsatz von Drohnen anstelle von LKWs zur Auslieferung von Paketen könnte dabei helfen, die mit der Paketzustellung verbundenen Emissionen zu reduzieren. Amazon hatte die Drohnenlieferdienste im Dezember 2016 zum ersten Mal erfolgreich getestet und bereits Pläne angekündigt, diese Technologie demnächst weiter zu verfolgen.

Der Klimawandel ist ein Problem, das jeden noch so entlegenen Teil unserer Erde einschließt, inklusive der Lebewesen, die darin leben. Ob in der Luft oder unter Wasser, Drohnen könnten ein wichtiges Werkzeug sein, um Lösungen für die vielen Herausforderungen des Klimawandels zu finden.

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Vor der belgischen Küste entsteht die landesweit größte Offshore-Windfarm mit 44 Turbinen

Belgien hat mit dem Bau seines landesweit größten Offshore-Windparks begonnen. Er soll voraussichtlich Ende nächsten Jahres in Betrieb genommen werden.

Die Norther Offshore Wind Farm im Wert von über 1,4 Milliarden US-Dollar soll nach Fertigstellung eine Kapazität von 370 Megawatt tragen. Insgesamt 44 Windturbinen werden den Windpark antreiben. Zehn Prozent des belgischen Energiebedarfes sollen durch die Windfarm abgedeckt werden.

„ELICIO, ENECO UND DIAMOND GENERATING EUROPE“

Norther wird Belgiens größter Offshore-Windpark sein. Elicio, ein Produzent erneuerbarer Energien, hält den halben Anteil an dem Projekt. Eneco aus den Niederlanden und Diamond Generating Europe (Tochter von Mitsubishi Corporation) halten jeweils 25 Prozent.

„Wir freuen uns, den Bau des Norther-Projekts zu leiten. Das wird der größte Windpark der belgischen Küste werden. Wir sind außerdem sehr stolz darauf, aktiv zu den belgischen Klimazielen für 2020 beizutragen. „

Denner Sanou, Projektleiter von Norther

Die Finanzierung des Projekts wurde Ende 2016 abgeschlossen, was den Weg für den Bauprozess im vergangenen Jahr ebnete. Die Europäische Investitionsbank hat ein Darlehen in Höhe von 473 Millionen US-Dollar für das Projekt bereitgestellt. Der Rest wird von verschiedenen europäischen und japanischen Banken kommen.

Das neue Offshore-Windprojekt wird knapp über 14 Meilen vor der Küste von Zeebrügge in Belgiens exklusiver Wirtschaftszone in der Nordsee liegen. Van Oord wird der Hauptauftragnehmer des Projekts sein. Sie werden ab Juli das Fundament installieren, das auch Schutzschichten zum Schutz der Turbinen vor Erosion aufweisen wird.

Offshore Wind Farm Norther vor Zeebrügge
Foto: Offshore Wind

2.800 NEUE ARBEITSPLÄTZE IN UND RUND UM ZEEBRÜGGE

„Nach langen Vorbereitungen in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden ist unser Projektteam bereit, die Offshore-Aktivitäten endlich zu starten“, so Floren Verweij, Projektleiter von Van Oord.

Die Bauarbeiten für Norther an der Küste Belgiens sind in vollem Gange Wind Farm
Foto: Van Oord

Mit einer Kapazität von 370 Megawatt sollte Norther 400.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Es wird erwartet, dass jährlich fast 1,4 Terrawattstunden saubere Energie erzeugt werden können. Außerdem werden 2.800 direkte und indirekte Vollzeitarbeitsplätze für den Windpark, durch Bau und Instandhaltung, bereitgestellt.

Dieses niederländische Auto aus Zucker lässt sich kompostieren

Der Wagen besteht aus Flachs und Zucker und kann recycelt werden. Mit dem Öko-Auto will das niederländische Modell Noah die Autoindustrie aufrütteln. 

Auf den ersten Blick sieht Noah nach einem typischen Elektroauto aus: kompakt, kugelförmig, irgendwie witzig. Doch die Entwickler wollen das Auto an anderer Stelle als dem Design zu etwas einzigartigem machen.

AUS FLACHS- UND POLYMILCHSÄUREN GEMACHT

Chassis, Auskleidung und Interieur sollen auf Basis von Flachs- und Polymilchsäuren gebaut werden. Diese nachwachsenden Rohstoffe sollen 90 Prozent des Autos ausmachen. Sogenannte Polyactide (PLA) werden aus Zucker gewonnen und werden unter anderem bereits in der Industrie für Verpackungen verwendet.

Konzeptzeichnung Noah aus den Niederlanden
Foto: WhatsOrb

Noahs Vorgängerin Lina, die das studentische Ecomotive -Team 2017 vorgestellt hatte, bestand damals noch aus Kunststoffteilen. Doch für Noah wurden diese alle durch die umweltschonende PLA ausgetauscht. Das würde ihr Auto später komplett recycelbar machen.

NOAH IST EIN NIEDERLÄNDISCHES LEICHTGEWICHT

Mit nur 350 Kilogramm wäre der Zweisitzer Noah außerdem ziemlich leicht. Zum Vergleich: ein Smart der aktuellen Generation wiegt schon ab 880 Kilo aufwärts. Noah soll eine Spitzengeschwindigkeit von 100km/h erreichen können und eine maximale Reichweite von 240 Kilometern haben. Unter der Haube werden sechs modulare Modulbatterien verbaut, ein 20 PS starker Elektromotor und NFC-Leser, die Car-Sharing via Smartphone ermöglichen.

Noah Konzeptzeichnung
Foto: Cursor.tue.nl

MIT CROWDFUNDING FINANZIERT

Um ihre Idee zu unterstützen und einen Proto-Typen zu bauen, haben die niederländischen Studenten eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Sie haben noch ein paar Tage Zeit, um das Finanzierungsziel von 10.000 Euro zu erreichen. Bisher sind jedoch nur rund 500 Euro zusammen gekommen.  Eigentlich hatte das Team um Noah im Februar angekündigt, diesen Sommer mit dem Auto durch Europa fahren zu wollen um es zu präsentieren.

North Face produziert T-Shirts aus recycelten Kunststoffflaschen zum Schutz von Nationalparks

Naturschutzgebiete und Nationalparks müssen sich mit den gleichen Problemen stellen wie die meisten öffentlichen Parks. Regelmäßig muss der von den Besuchern zurückgelassene Müll eingesammelt werden, in dem sich eine beträchtliche Anzahl von Plastikflaschen finden. Verschiedene Nationalparks in den USA sind jetzt eine Partnerschaft mit der Bekleidungsfirma The North Face eingegangen, um den gesammelten Plastikmüll besser wiederverwerten zu können.

The North Face stellt Shirts aus recycelten Flaschen her

The North Face kündigte die Einführung einer neuen Kleidungslinie an, die aus T-Shirts und Tragetaschen bestehen, und „Bottle Source“ heissen soll. Die Produkte sollen zum Teil aus recycelten Plastikflaschen hergestellt werden, die in den Nationalparks in Yosemite, Grand Teton und den Great Smoky Mountains gesammelt wurden. Bereits über 160.000 Pfund Kunststoff wurden gesammelt.

North Face bringt Linie Bottle Source raus

Viele Unternehmen experimentieren bereits mit neuen Produkten und Materialien für ihre Bekleidungslinien, damit die Schäden, die die Mode bisher auf unserem Planeten verursacht hat, besser verstanden werden.

BOTTLE SOURCE BESTEHT ETWA ZUR HÄLFTE AUS RECYCELTEN FLASCHEN

Bottle Source besteht eigentlich aus 40 Prozent recyceltem Polyester. Die restlichen 60 Prozent sind Baumwolle, ein Textil, welches in der Herstellung enorme Wassermengen benötigt, sowie verschiedene Pestizide zum Wachsen. The North Face arbeitet jedoch an seinem System zur Umwandlung von Kunststoff in Stoff. Die recycelten Flaschen sollen zermahlen, geschmolzen und dann zu einem Faden versponnen mit der Baumwolle verschmolzen werden.

Ein Bonus-Feature der Linie ist, dass The North Face für jedes gekaufte Produkt einen Dollar an die National Park Foundation spendet, um Recycling- und Wiederverwendungsprogramme in den Parks zu unterstützen.

John Muirs Gesicht auf dem Shirt von North Face

MIT DEM GESICHT VON JOHN MUIR

Die vorgestellten Shirts und Taschen zeigen das Logo von The North Face und mit Drucken von John Muir, einem Naturschützer, der als „Vater der Nationalparks“ bekannt wurde. Es gibt auch Blumendrucke oder ein Shirt, das sagt, „Hört nie auf zu erforschen“. Der natürlich beste Weg, das sicherzustellen, ist die Erhaltung von Orten wie den Nationalparks.

Volkswagen kündigt elektrische Version des ikonischen VW Bulli an

Aufgrund der großen Nachfrage in den letzten Jahren hat Volkswagen endlich angekündigt, eine Produktionsversion des preisgekrönten ID-Buzz-Konzeptes im Jahr 2022 in den Vereinigten Staaten, Europa und China auf den Markt zu bringen.

„Für mich ist der ID-Buzz das schönste und aufregendste Elektroauto der Welt“, so Dr. Herbert Diess, Vorsitzender der Geschäftsführung der Marke Volkswagen, in Pebble Beach, Kalifornien.

„Unser Ziel ist klar: Wir wollen das vollelektrische, vollvernetzte Auto zu einem Bestseller auf der ganzen Welt machen. Das Kultauto des Elektrozeitalters muss ein Volkswagen sein.“

Herbert Diess

„Dieses Auto wird jeden Komfort bieten – und noch mehr – als man es von anderen Elektroautos gewohnt ist. Außerdem wird es viel günstiger sein.“ sagt Diess.

Entworfen, um den ursprünglichen Typ 2 Microbus ins Leben zurück zu holen, wurde das ID-Buzz-Konzept in den Monaten seit seiner Veröffentlichung auf der Detroit Auto Show mehrfach ausgezeichnet. Das vordere V in der Karosserie geht zurück auf den zweifarbigen Vorgänger auf dem ursprünglichen Bus, aber in der ID-Buzz Version trägt das V einen Lichtstreifen, der das Fahrzeug umgibt und ihm seine einzigartige visuelle Signatur verleiht. Die LED-Scheinwerfer haben sechseckige Segmente, die als „Augen“ fungieren, um den Status des Fahrzeugs anzuzeigen. Nahezu ohne Karosserieüberhängen und 22-Zoll-Rädern schafft es der Bulli, modern und zeitlos auszusehen.

VW ID Buzz ist der Bulli in elektrisch

Der erste VW-Bus, der 1950 in den Vereinigten Staaten verkauft wurde, hatte gerade einmal 30 PS. Die ID-Buzz Ausführung Sport hat 369 PS mit Elektromotoren auf jeder Achse. Für Allradantrieb ist gesorgt und die 111 kWh Akku-Packs im Boden des MEB-Chassis bieten fast 480 Kilometer geschätzte Reichweite. Mit einem VW-Schnellladesystem kann der Bulli in 30 Minuten bei 150 kW etwa 80 Prozent seiner Energiekapazität aufladen.

Der Innenraum des ID Buzz

Aber genau wie der ursprüngliche Microbus, bieten das Design, die Technik und die Karosserie des ID-Buzz Konzeptes viel Platz für Passagiere oder Fracht, mit einem weiten Blick auf die Umgebung. Natürlich gibt es wie beim Originalen VW Bus auch einen Kofferraum.

Das ID-Buzz Konzept bietet auch eine Vorschau auf die Art von autonomer Technologie, die VW für zukünftige Modelle entwickelt – nämlich sein vollautomatisches „ID Pilot-Modus, der bis 2025 in Produktion gehen könnte. Vom Klapplenkrad und Pop-up-Laserscannern im Dach bis hin zu einem Heads-up-Display, das Augmented Reality integriert – dem ID Buzz fehlt es nicht an Innovationen.

Das Innenleben vom ID Buzz

„Der ID-Buzz steht für den neuen Volkswagen „, sagt Diess. „Wir setzen uns voll und ganz für die Zukunft der Mobilität ein und wollen die Liebe zu VW neu entfachen.“

Neben Diess am Pebble Beach steht Ben Pon Junior. Sein Vater, Ben Pon Sr., war der erste VW-Importeur für den amerikanischen Markt und ein wichtiger Initiator des ursprünglichen VW „Microbus“-Konzepts. Er skizzierte den groben Umriss auf einer Serviette während des Mittagessens eines Tages im Jahr 1947. Dank der Volkswagen Designer und Ingenieure ist der Rest Geschichte.

Diess und Pon am Pebble Beach
Herbert Diess und Ben Pon Jr.

Heute ist diese Serviette in einem Museum in Amsterdam ausgestellt. Doch der VW Bus dreht noch überall auf der Welt seine Runden – mit seinem kompakten Äußeren, dem geräumigen Innenraum und dem einzigartigen Design, wurde der VW-Bus „zu einem unserer beliebtesten Autos“, sagt Diess. Das galt vor allem für die USA in den 1960er und 1970er Jahren, wo ein VW-Bus die Freiheit und Hippiekultur repräsentierte.

Die neue ID-Buzz wird die siebte Generation des Busses sein. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Fahrzeug weiter, behielt aber immer seinen Charakter, seine Vielseitigkeit und die Fähigkeit, eine ganze Generation zu zeichnen oder zu tragen. Dennoch bleibt die ursprüngliche Version mit der geteilten Frontscheibe das kultigste Design.

VW Bus Bulli in Original 1960er Version
Die ursprüngliche Version von 1960. / Foto: New Atlas

Die äußere ID. Buzz erinnert an diese erste Generation. Es hat eine zweifarbige V-Nase, rechteckige Fenster, einen Hauch von Windschutzscheibe und eine Andeutung der hinteren Luftausströmer, die das Original auszeichneten.

Sonnen-Staat Kalifornien verabschiedet Solardach-Pflicht für alle Neubauten

Der Staat Kalifornien macht einen großen Schritt in Richtung Stromversorgung mit erneuerbaren Energien: Ein neues Gesetz verpflichtet Bauherren, bei sämtlichen neu gebauten Eigenheimen ab 2020 Photovoltaik-Anlagen mit einzuplanen und zu verwenden.

SOLARANLAGEN-PFLICHT IST WELTWEIT EINZIGARTIG

Die neue Regelung ist heute mit großer Mehrheit von der California Energy Commission verabschiedet worden. Dabei ist die Solaranlagen-Pflicht eine weltweit einzigartige Maßnahme. Kalifornien ist nun der erste US-Bundesstaat, der diesen Schritt geht. Allein San Francisco und eine Reihe weiterer kleinerer Städte besitzen bereits vergleichbare Regelungen.

Wenn es zum Gesetzesinitiativen zugunsten erneuerbarer Energien geht, gilt das sonnenreiche Kalifornien allgemein als US-Vorreiter. Mit dem neuen Gesetz komme man dem Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, noch einmal ein ganzes Stück näher, so Luciana Da Silva von Adroit Energy.

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Foto: CAISO Daily Renewables Watch

SINKENDE BETRIEBSKOSTEN SCHLAGEN ANSTEIGENDE BAUKOSTEN

Für Bob Raymer, den Technischen Direktor der California Building Industry Association, ist die Pflicht zum Einsatz von Photovoltaik-Anlagen „ein Quantensprung in Energiestandards“. Betroffen von der Regelung sind neu gebaute Häuser, Apartments und Eigentumswohnungen. Sollte starker Schattenwurf von anderen Häusern, Strukturen oder Bäumen den Einsatz einer Photovoltaik-Anlage unwirtschaftlich machen, so sind Ausnahmen möglich. Gleiches gilt, wenn ein Dach zu klein für eine entsprechende Anlage ist.

Im Vergleich zu den bisherigen Regelungen von 2006 sollen die Baukosten durch diese Maßnahme um etwas 25.000 bis 30.000 US-Dollar pro Neubau ansteigen. Dem gegenüber stehen allerdings 50.000 bis 60.000 US-Dollar Betriebskosten, die in den ersten zehn Jahren durch den Einsatz von Photovoltaik eingespart werden können.

Kritiker aus der Wirtschaft befürchten dennoch, dass durch die erhöhten Baukosten das bereits angeschlagene Baugewerbe weitere Rückschläge hinnehmen wird müssen. Senator Scott Wiener, der das neue Gesetz eingebracht hat ist dennoch optimisitsch. Investitionen in Solaranlagen machten sich sicherlich schnell bezahlt und auch Modelle, bei denen Bauherren die Solaranlagen durch Dritte installieren und betreiben ließen, seien denkbar.

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Foto: SolarPowerRocks.com

Dünner als Haar: Neue Solarzellen können auf Seifenblasen sitzen, ohne sie zerplatzen zu lassen

Einer der Gründe, warum Solarstrom die Welt erobern wird, ist, dass er so skalierbar ist, wie es keine andere Stromquelle. Riesige Megawatt-Kraftwerke oder einzelne Solarpanels im Garten einer Reihenhaussiedlung – alles ist möglich. 

DOCH WIE KLEIN KANN ES WIRKLICH WERDEN?

Südkoreanische Wissenschaftler haben Solarzellen mit einer Stärke von einem Mikrometer hergestellt, die hundertmal dünner sind als die meisten Photovoltaik-Module und wiederum halb so dünn sind wie andere Arten von Dünnschicht-PV.

Die Zellen werden mit Galliumarsenid als Halbleiter hergestellt, „kaltgeschweißt“ direkt auf ein Metallsubstrat ohne Klebstoff, um sie dicker zu machen. Bemerkenswerterweise produzieren sie ungefähr so ​​viel Energie wie dickere PV-Zellen, obwohl sich die Zellen beim Testen „um einen Radius von nur 1,4 Millimetern wickeln konnten“.

Mit Zellen wie diesen könnten diese dünnen Solar-Panels bald in alle Arten von „Wearables“ integriert werden – Kleidung, Brillen, Hüte oder Rucksäcke mit integrierten Solarzellen, die unsere tragbare Elektronik kontinuierlich mit Energie versorgen.

Wearables mit Photovoltaik Technik
„Wearables“ mit Photovoltaik. / Foto: tonikenergy.com

JE KLEINER, DESTO BESSER

Doch die neuen Solarzellen aus Südkorea sind nicht einmal die dünnsten Solarzellen überhaupt. Im Februar 2016 haben MIT-Forscher Solarzellen so klein und leicht hergestellt, sie konnten auf einer Seifenblase sitzen, ohne sie platzen zu lassen.

Die Trends in der solaren Innovation sind klar. Die Zellen werden kleiner und kleiner und immer flexibler, indem neue Fertigungstechniken eingesetzt werden, die weniger Ressourcen beanspruchen.

Die Preise für Solarzellen sind momentan noch sehr hoch, und das wird wahrscheinlich auch für eine Weile so bleiben. Doch letzten Endes werden diese neuen Methoden ihren Weg in die Märkte finden und werden immer öfter nachgefragt. Mit der Skalierung sinken dann die Kosten.

DIE KLEINEN SOLARZELLEN KÖNNTEN DIE WELT VERÄNDERN

Photovoltaik unterscheidet sich von jeder anderen Energietechnologie. Sie könnte Machtverhältnisse verändern, von Energie, das wir an einem bestimmten Ort erzeugen, hin zu einer Energiequelle, die jeder überall nutzen kann. Ausreichend günstige, kleine und flexible Solarzellen könnten in unsere Baumaterialien, Straßen, Brücken, Parkplätze, Fahrzeuge, Kleidung, und sogar in unsere Haut integriert werden.

Schließlich könnte die gesamte Umwelt der menschlichen Zivilisation zu einem riesigen Energieerzeuger und -manager werden. Das Stromsystem würde nicht etwas sein, das der Infrastruktur überlagert wird, sondern etwas, das ein Teil der Infrastruktur ist.