Deutschlands erstes Restaurant mit eigener Salaternte hinter dem Tresen

Im Restaurant GOOD BANK in Berlin-Mitte werden georderte Salate direkt hinter dem Tresen geerntet. GOOD BANK ist das erste Vertical Farming to Table-Restaurant Deutschlands.

Wie sieht die Ernährung der Zukunft aus? Diese Frage stellen sich Food-Forscher und Innovatoren auf der ganzen Welt. Frischer, gesünder und ausgewogener soll es sein, am besten auch autark und ursprünglich, kreativ und spielerisch, so formuliert es eine neue Avantgarde von Achtsamen, die sich vornehm in den Metropolen westlicher Industrienationen zusammenfindet.

Daluma, Beets & Roots, Fechtner – an nachhaltigen, innovativen und grünen Pop-Up-Restaurants und Food-Stores mangelt es gerade in Berlin-Mitte nicht. Und doch: Mit der im vergangenen Jahr eröffneten Salatbar GOOD BANK in der Rosa-Luxemburg-Straße im Herzen des jungen, pulsierenden Berlins ist die Zukunft der Ernährungsindustrie auf einmal ganz nahe.

BEDÜRFNIS NACH NEUER ERNÄHRUNG EBNET NEUEN GESCHÄFTSIDEEN DEN WEG

Das Bedürfnis nach neuer Ernährung ebnet neuen Geschäftsideen den Weg. So auch für das Berliner Start-up Infarm, das auf hohem technischen Niveau Gemüse unter LED-Licht in geschlossenen Räumen anbaut. Das sogenannte Indoor Farming wird vor allen Dingen in Großstädten zum unaufhaltbaren Trendgeschäft.

Noch moderner wird es nur bei GOOD BANK. Gründerin Ema Paulin und Mitgründer Leandro Vergani haben ein Restaurant konzipiert, dass das Geerntete direkt auf die Teller bringt. Im Restaurant GOOD BANK wird Salat direkt vor den Augen der Gästen aus vertikalen Farmen geerntet und zubereitet. Da staunen die Berliner nicht schlecht, was genau da in den futuristisch strahlenden Vitrinen hinter dem Verkaufstresen vor sich geht. Neugierig sind sie aber allemal.

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Die Idee kam beiden vor knapp einem Jahr. Paulin wollte immer schon gründen; am besten etwas, das etwas zum Anfassen bietet, nicht bloß eine neue Technologie, die niemand greifen kann. Ihr Traum: Ein Restaurant, in dem sie Zutaten für eigene Gerichte direkt anbaut. Nachhaltig und zukunftsrelevant sollte es sein. Sie erarbeitete ein Konzept, dass das Städtewachstum gastronomisch auffängt, zur Lebenseinstellung zunehmend achtsamer Kosmopoliten passt und das Lebensgefühl in Berlin-Mitte verkörpert. Berlins bekannteste Indoor-Farmingtruppe Infarm lieferte schließlich das passende Equipment für die hauseigenen Gewächsanlagen. Seit dem Frühjahr letzten Jahres wird nun im GOOD BANK gegessen.

GOOD BANK: VON DER HAUSEIGENEN GEWÄCHSANLAGE AUF DEN TELLER

Hinter dem Verkaufstresen wachsen nun die ersten Superstar-Salatvariationen. Begonnen wurde mit Salanova Butterhead und Yacht; anschließend kam Chocolate Oak hinzu. Ein seltener Baby-Grünkohl wächst in weiteren vertikalen Farmen außerhalb des Restaurants, dennoch in der Nähe: In Spandau. Der Anbau direkt vor der Nase bietet dem Gast frischeste und aromatischste Gemüsesorten – voller Nährstoffe und ohne Pestizide. Nachhaltig ist vor allen Dingen, dass Transportwege und Logistikaufkommen dramatisch reduziert sind.

Doch ist dieses Konzept nachhaltig genug? Der Energieverbrauch für den Anbau der Salatköpfe selbst ist entspannt: Die gesamte Farming-Anlage kommt am Tag auf dieselbe Bilanz wie die hauseigene Espressomaschine. Nicht zu vergessen, dass GOOD BANK mit dem Konzept einen Schritt Richtung Zukunft macht und auch die Möglichkeit für den Anbau seltener essbarer Pflanzen schafft – dieses Format gibt es in der Form weltweit laut Paulin noch nicht.

Über die eigenen angebauten Variationen hinaus kaufen Paulin und Vergani Obst und Gemüse regional wie saisonal ein. Huhn und Rindfleisch kommen aus artgerechter Tierhaltung und bei der Fischauswahl setzt GOOD BANK auf hochqualitativen Schottischen Lachs. „Bei GOOD BANK sind wir weder dogmatisch noch naive Idealisten. Unser Ziel ist es, Euch lediglich die besten Gerichte zum besten Preis anzubieten und das so transparent wie nur möglich“, so Paulin.

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Wird Deutschland das weltweit erste Land mit flächendeckend kostenlosem öffentlichen Nahverkehr?

Die Bundesregierung hat ihre Nachbarn mit einem radikalen Vorschlag zur Reduzierung des Straßenverkehrs durch die Freigabe öffentlicher Verkehrsmittel überrascht. Berlin versucht aktuell, die EU-Luftreinhaltevorgaben aus Brüssel einzuhalten und hohe Bußgelder durch den Europäischen Gerichtshof zu vermeiden.

Der Schritt kommt in Deutschland etwas mehr als zwei Jahre nach dem verheerenden Emissionsbetrugsskandal von Volkswagen, der eine Welle der Wut auf die Autoindustrie auslöste.

„Wir ziehen kostenlose öffentliche Verkehrsmittel in Betracht, um die Anzahl der Privatautos zu reduzieren“, schrieben drei Minister, darunter die Umweltministerin Barbara Hendricks, dem EU-Umweltkommissar Karmenu Vella in einem Brief am Dienstag. Außerdem sollen zusätzlich in ausgewiesenen Straßen Fahrverbote erteilt werden, um die Umweltbelastung weiter zu verringern.

„Die effektive Bekämpfung der Luftverschmutzung ohne weitere unnötige Verzögerungen hat für Deutschland höchste Priorität.“

Barbara Hendricks, SPD

Die Wirkung  der Maßnahmen wird bis spätestens Ende dieses Jahres in fünf Städten getestet, der ehemaligen Hauptstadt Bonn, den Industriestädten Essen und Mannheim, sowie Herrenberg (BW) und Reutlingen (BW).

Neben den kostenlosen Reisen mit Bus und Bahn beinhalten die am Dienstag vorgeschlagenen Maßnahmen weitere Emissionsbeschränkungen für Fahrzeuge wie Busse und Taxis, emissionsarme Zonen und die finanzielle Unterstützung von Car-Sharing-Systemen.

GRENZWERTE FÜR FEINSTAUB MÜSSEN EINGEHALTEN WERDEN

Es war dringend notwendig, dass Deutschland und acht andere EU-Mitgliedstaaten, darunter Spanien, Frankreich und Italien, die von Brüssel gesetzte Frist bis zum 30. Januar 2018 einhalten, um die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub zu erfüllen. Der Brüsseler Umweltminister Vella gab den Ländern noch zusätzlich Zeit, um weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Umweltverschmutzung vorzulegen oder rechtliche Schritte einzuleiten.

Laut der Kommission betrifft die „lebensbedrohliche“ Umweltverschmutzung mehr als 130 Städte in Europa, ist für rund 400.000 Todesfälle verantwortlich und verursacht 20 Milliarden Euro an Gesundheitsausgaben pro Jahr in der EU.

WIE SOLL DER KOSTENLOSE TRANSPORT FINANZIERT WERDEN?

Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist in Deutschland sehr beliebt. Die Zahl der Fahrten stieg in den letzten 20 Jahren stetig auf 10,3 Milliarden im Jahr 2017 an. Im Vergleich zu anderen großen europäischen Städten sind Tickets ohnehin schon billig: Ein Einzelticket in Berlin kostet 2,90 Euro, während das Gegenstück in der Londoner U-Bahn fast das Doppelte, 4,90 Pfund (5,50 Euro), kostet.

Aber die Vertreter der Test-Städte warnen davor, dass mehr Planung nötig sei, wenn das Experiment des kostenlosen Nahverkehrs gelingen sollte.

„Ich kenne keinen Hersteller, der in der Lage wäre, die Anzahl der Elektrobusse zu liefern, die wir brauchen würden, um die gestiegene Nachfrage zu decken, wenn der Transport kostenfrei wäre.“

Ashok Sridharan, Bürgermeister von Bonn

Zwei gute Beispiele, in denen das System des kostenlosen Nahverkehrs gelungen ist, sind Talinn in Estland und Hasselt in Belgien. Es gibt zudem noch einige andere kleinere Städte weltweit, in denen die Nutzung von beispielsweise Bussen gratis ist. Vergleichbar ist das System mit dem kostenfreien Shuttleservice an Flughäfen oder auf großen Betriebsgeländen. Bei der Einführung im großen Stil in einer Stadt wie Berlin fürchtet man sich allerdings auch vor den möglichen Negativseiten: Vandalismus, Verzögerungen, zu wenig Wagen und Personal, und nicht zuletzt erhebliche Finanzierungsprobleme.

Folgerichtig warnt der Städtebundchef Helmut Dedy: „Wir erwarten eine klare Aussage darüber, wie der (freie Verkehr) von der Bundesregierung finanziert wird.“

Brite eröffnet Supermarkt mit abgelaufenem Obst und Gemüse

Für Abfall Geld bezahlen: Das geht nun in einem neuartigen Supermarkt in der Nähe von Leeds, Großbritannien. Klingt absurd, ist es aber gar nicht.

Bei dem Abfall handelt es sich nämlich nicht um klassische Essensreste wie Kartoffelschalen oder die Überbleibsel des Mittagessens vom Vortag, sondern um nicht verkaufte abgelaufene Lebensmittel aus diversen Supermärkten, die wegen des Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr im üblichen Handel verkehren dürfen.

ABGELAUFENE LEBENSMITTEL LANDEN IM MÜLL

In der Regel landen diese Lebensmittel im Müll. Weltweit macht das ein Drittel von vier Milliarden Tonnen Lebensmitteln. Für Adam Smith, Gründer des britischen „Real Junk Food Projects“, ist diese Zahl nicht nur erschreckend, – sondern ausschlaggebender Punkt für die Eröffnung seines „Anti-Supermarktes“.

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Foto: The Real Junk Food Project UK

Smith, der zuvor als Koch in Australien tätig war und für die Verlängerung seines Arbeitsvisums auf einer Farm in Melbourne jobbte, erlebte, wie leichtfertig essbare Lebensmittel im Abfall landen. So verfütterte der Farmer in Melbourne etwa eine Tonne Zucchinis an die Schweine. Auf Smiths Frage, wieso er die Zucchinis nicht spende, erklärte der Farmer, dass er schlicht nicht die logistischen und finanziellen Mittel dazu zur Verfügung habe.

DAS ADAM-SMITH-PRINZIP: PAY WHAT YOU FEEL

Zurück im britischen Leeds eröffnete Smith daraufhin den ersten von mittlerweile 120  Anti-Supermärkten inklusive Bistro weltweit, in dem die weggeworfenen Lebensmittel der herkömmlichen Supermärkte zu abwechslungsreichen Speisen verarbeitet werden. Mit noch einem weiteren Unterschied zu weiteren Bistros: Adam Smith steht für „pay what you feel“, heißt: Man zahlt, was man kann, oder was einem die Speisen wert sind.

Das Bezahlsystem kommt an, in dem in Leeds eröffneten „Anti-Supermarkt“, der täglich mit rund 10 bis 20 Lebensmitteln von anderen Supermärkten beliefert wird. Die Mitnahme der Lebensmittel ist auch ein Angebot für Bedürftige, die über wenig Geld verfügen. Das „Real Junk Food Project“ macht möglich, seinen Einkauf durch Arbeitskraft  und Arbeitszeit einzulösen.

AUCH DIE RESTE DER RESTE WERDEN WIEDERVERWERTET

Was in Smiths Läden und Bistros am Ende des Tages übrig bleibt und nicht weiter verarbeitet wurde, wird nicht weggeschmissen. Smith spendet sämtliches Überangebot an Schulen und Kindergärten. Auch Kinder aus unterprivilegierten Verhältnissen kommen so zu einer warmen Mahlzeit am Tag.

Rechnet man die Menge an Lebensmitteln, die von den Supermärkten bisher gespendet wurden mal zwei, könnte man ein ganzes Jahr lang jede Woche, also 52 Wochen im Jahr, 732.000 Mahlzeiten bereitstellen. Wie viele Leute, die in Armut leben, alleine in Deutschland davon jeden Tag satt werden könnten, ist ein einfaches Rechenexempel.

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FRANZOSEN SIND ZUR LEBENSMITTELSPENDE GESETZLICH VERPFLICHTET

Auch in Frankreich wird sich dem Problem der Lebensmittelverschwendung nun zugewandt. Ein Gesetz zum Verbot der Lebensmittelvernichtung verpflichtet Franzosen nun dazu, übriggebliebene Lebensmittel an Hilfsorganisationen wie die Tafel zu spenden. In Deutschland ist man noch nicht so weit.

Fernab der politischen Entwicklung findet „The Real Junk Food Project“ jedoch auch international Anklang. Auch in Berlin hat sich ein Lokal als Teil des globalen Netzwerks gegen Lebensmittelverschwendung gegründet. In der Gerichtsstraße wird überschüssiges Obst und Gemüse zu nahrhaften Mahlzeiten verarbeitet und sozialen Projekten zur Verfügung gestellt. Weiter bereichert die Community die Hauptstadt mit eigenen Workshops, Kochaktionen und Vorträgen, um über die Problematik der massiven Lebensmittelverschwendung aufzuklären und Möglichkeiten aufzuzeigen, diese zu reduzieren.

Im indischen Neu Delhi ist ab sofort jede Art von Einweg-Plastik verboten

Indiens Regierung hat Plastik als „ernsthafte Gefahr für die Umwelt“ erkannt und ein neues Gesetz erlassen: In der Hauptstadt Neu Delhi sowie im umliegenden Staatsgebiet Delhi National Capital Territory ist jede Art von Einweg-Plastik bereits seit Anfang des letzten Jahres verboten. Die National Green Tribunal, ein Teil des indischen Parlaments, das 2010 zum Schutz der Umwelt und zur Erhaltung von Wäldern und anderen natürlichen Ressourcen ins Leben gerufen wurde, stimmte für diesen Beschluss.

Plastiktüten, Plastikbecher, Besteck und Chai-Becher summierten sich allein in Neu Delhi zu ca. 574 Tonnen Plastikabfall am Tag (Stand 2012). Indien ist für etwa 60 Prozent der Plastikverschmutzung der Meere verantwortlich und hat bereits vor einigen Jahren begonnen, Maßnahmen zu treffen, um diese möglichst schnell und umfangreich einzuschränken. Nutzung, Verkauf und Herstellung von Plastiktüten wurden in der Hauptstadt bereits 2012 verboten.

„SCHMUTZIGSTE STADT DER WELT“: MÜLLDEPONIEN WERDEN VERBRANNT

Noch im November 2016 wurde Neu Delhi von CNN als die schmutzigste Stadt der Welt eingestuft. Vor allem die Luftverschmutzung stellt ein besorgniserregendes Problem dar. Manche Teile der Stadt weisen ein Luftqualitätslevel vor, das fünf Mal schlechter ist, als von der US-amerikanischen Environmental Protection Agency als „gesundheitsschädlich“ eingestuft wird. Während in Europa, z. B. London, zu den Spitzenreitern in Sachen Luftverschmutzung gehört, sind die Werte für Neu Delhi 36 mal höher.

Das neue Plastik-Gesetz des National Green Tribunal ist zum Teil eine Reaktion auf die drei lokalen Mülldeponien Okhla, Gazipur und Bhalswa, in denen der Müll offiziell zur Energieerzeugung verwendet, inoffiziell allerdings zum großen Teil verbrannt wird und eine starke Luftverschmutzung in Delhi verursacht. „Jede dieser Deponien zeigt auf, was für ein irreparabler Schaden für die Umwelt und die Gesundheit der Einwohner Delhis entsteht“, äußert sich das National Green Tribunal zu seiner Entscheidung des Plastik-Verbots.

EIN VERBOT ALLEINE LÖST DAS PROBLEM NICHT

Das Verbot im indischen Alltag durchzusetzen, ist eine riesige Herausforderung – denn viele Lebens- und Geschäftsbereiche, wie z. B. Indiens Lebensmittelmärkte sind auf billige Verpackungen angewiesen. Auch die Industrie versucht sich zu wehren und klagte bereits 2012 wegen finanzieller Einbußen und wegfallender Arbeitsplätze gegen das Plastiktüten-Verbot – allerdings erfolglos.

Theoretisch drohen bei Verstößen gegen das neue Gesetz hohe Geld- und sogar mehrjährige Gefängnisstrafen – doch ob und wie diese wirksam durchgesetzt werden können, stellt die Regierung vor ein neues gewaltiges Problem.

Hoffnung bieten jedoch immer mehr lokale Innovationen, von wiederverwendbaren Chai-Bechern zu essbarem Besteck und sogar essbaren „Plastik“-Tüten, die sich in Indien und auch weltweit schnell als günstige Alternativen etablieren könnten.

Londons traditionelle schwarze Taxen werden bis 2021 elektrifiziert

Londons traditionelle schwarze Taxen werden bis 2021 elektrifiziert. Die Pläne zur Verbesserung der Luftqualität in der britischen Hauptstadt erfordern Handlung. Kritiker der Umstellung sagen, dass die Kosten der neuen Automobile die Fahrer davon abhalten werden, „grün zu werden“.

„Auch Londons Automobile haben eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Luftqualität zu spielen“, so Chris Gubbey, Chef der Londoner Electric Vehicle Company (LEVC). Politisch gewollt ist das auf jeden Fall: Ein neues Gesetz verlangt, dass neu angemeldete Taxen in der britischen Hauptstadt emissionsfrei fahren müssen. Mehr als 9.000 solcher Elektro-Taxen, etwa die Hälfte der derzeitigen schwarzen Flotte, sollen bis 2021 eingetauscht  sein und auf Londons Straßen fahren.

DAS ELEKTRO-TAXI: 130 KILOMETER REICHWEITE MIT EINER LADUNG

Das neue Elektromobil kann 130 Kilometer mit einer einzigen Batterieladung zurücklegen und ist mit einem 1,5 Liter-Benzinmotor für längere Fahrten ausgestattet. Das Filtersystem des Fahrzeugs entfernt zudem schädliche Gase aus der einströmenden Luft und reinigt so den Innenraum von den Abgasen für die Passagiere.

Mit rund £ 55.599 Pfund sind die Taxen aktuell jedoch beinahe 25 Prozent teurer in der Anschaffung als ihr Benziner-Äquivalent. Das Gefährt hat sechs Sitze und kontaktlose Kartenmaschinen, Wifi und USB-Ladefunktion. Laut LEVC spart der neue Motor im Durchschnitt ca. 120 Euro-Kraftstoff pro Fahrzeug pro Woche. Allein durch den Kraftstoff-Ersparnis hat man so die Differenz des Kaufpreises im Vergleich zu einem Benziner nach etwa 4,5 Jahren aufgewogen.

Im vollelektrischen Modus ist das Taxi flüsternd leise. So leise, dass man hört, wie laut der Rest des Verkehrs ist. Aus der Sicht des Passagiers ist die friedliche Fahrt sehr angenehm. An einem kalten Wintermorgen in London, wenn man die dichten Dieselabgase in der Luft riechen und schmecken kann, ist es leicht, die Logik hinter dem neuen Design zu erkennen.

Taxen tragen zum großen Teil zur Stadtverschmutzung bei, nicht nur in London, sondern auch in anderen Städten auf der ganzen Welt – auch in China: Von dort kommt finanzielle Unterstützung für die London EV Company.

DIE LADEPUNKTE SIND STREITPUNKTE

Bedenken werden jedoch, wie so oft, hinsichtlich der geringen Anzahl von elektrischen Ladestationen in der gesamten Hauptstadt geäußert. Ein 18 Mio. Pfund-Programm, mit dem bis zum Ende dieses Jahres 75 Schnellladestationen installiert werden sollen, – die Fahrzeuge in 30 Minuten beladen können – ist angeblich im Verzug.

„Die ganze Sache ist eine Farce, man kann es nicht schaffen“, sagt Steve McNamara, Generalsekretär der Licensed Taxi Drivers Association. Er fügt hinzu: „Wir werden ständig von Informationen über Technologie und Innovation bombardiert, aber wir können nicht einmal ein paar Ladegeräte auf die Straße bringen – welche Chance haben wir also?“

Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, versicherte, dass die Lieferrate für Stromtankstellen „dramatisch“ ansteigen werde. An mehr als 130 Standorten werde derzeit gearbeitet. Es bleibt abzuwarten, wann die neuen Taxen endlich in London fahren.

Norwegische Regierung will bis 2025 Farmen zur Pelztierhaltung abschaffen

Auf norwegischen Pelzfarmen werden Füchse und Nerze gezüchtet, um gut eine Million Häute pro Jahr für die Bekleidungsindustrie zu produzieren. Nun kündigte die norwegische Premierministerin an, bis 2025 definitiv alle Farmen zu schließen.

Norwegen will alle seine Fuchs- und Nerzfarmen bis 2025 schließen. Das hat die Regierung der konservativen Premierministerin Erna Solberg jetzt beschlossen. Nur so konnte sie die Liberale Partei überzeugen, sich ihrer Minderheitsregierung anzuschließen.

PELZINDUSTRIE SETZT JÄHRLICH BIS ZU 50 MIO. EURO UM

Auf norwegischen Pelzfarmen werden jährlich etwa eine Million Tierhäute produziert. Nach der Ankündigung der Regierung reagierten die Produzenten verärgert. „Wir sind schockiert, erschüttert bis ins Mark“, so Guri Wormdahl von der Norwegian Fur Breeders Association. In Norwegen gibt es ca. 200 Pelztierfarmen, die unter strengen Tierschutzvorschriften einen jährlichen Umsatz von zwischen 350 Millionen und 500 Millionen an norwegischen Kronen erzielen, – das entspricht etwa 36 bis 51 Millionen Euro.

Tierschützer sehen die Entscheidung natürlich anders: Ein veraltetes und grausames Geschäft mit schwindender Anziehungskraft für modebewusste Konsumenten wird endlich abgeschafft. „Wir sind sehr glücklich“, so der Leiter der norwegischen Tierschutzgruppe Noah, Siri Martinsen.

BEDINGUNG FÜR EINE KONSERVATIV-LIBERALE MINDERHEITSREGIERUNG

Norwegen besitzt erst seit wenigen Tagen eine neue konservativ-liberale Regierung. Drei Parteien, die konservative Høyre, die rechtspopulistische FRP und die liberale Venstre, bilden erneut eine Minderheitsregierung. Alles hing von der Unterstützung der Christian People Party, kurz KrF ab. Die Koalitionsgespräche begannen am 2. Januar und dauerten nur zwölf Tage. „Wir werden gemeinsam gute Lösungen für Norwegen finden“, sagte Solberg später. Das Ziel muss sein, dass Norwegen „das beste Land der Welt wird.“

MODEHÄUSER VERZICHTEN ZUNEHMEND AUF PELZ

Die Zahl der Pelzproduktionsstandorte in Norwegen erreichte 1939 ihren Höhepunkt: Mit fast 20.000 Betrieben beherrschte das skandinavische Land den Weltmarkt. Im Jahr 2013 produzierte Norwegen jedoch nur noch etwa drei Prozent der 7,3 Millionen Fuchsfelle und nur noch ein Prozent der weltweit 72,6 Millionen Nerze. Die Marktmacht hat inzwischen China mit 69 Prozent übernommen.

Nach Angaben der Tierschutzorganisation Humane Society International ist Norwegen die 14. europäische Nation, die die Pelztierhaltung komplett auslaufen lässt. Aber nicht nur in der Pelzproduktion wird revolutioniert, sondern auch in der Modeindustrie werden alte Strukturen überdacht. Beispielsweise trat im vergangenen Jahr GUCCI einer wachsenden Anzahl von Modehäusern bei, die Pelz aus ihren Kollektionen verbannen. Große Modehäuser stehen zunehmend unter dem Druck von Tierschützern und haben sich dem veränderten Geschmack ihrer Kunden angepasst.

Nur acht Monate Bauzeit: So sieht das größte Solarkraftwerk der Welt in Indien aus

Indien hat das größte Solarkraftwerk der Welt fertiggestellt. Bei voller Kapazität kann das neue Kraftwerk in der Tamil Nadu Region bei Kamuthi genügend Strom für 150.000 Haushalte erzeugen.

In nur achtmonatiger Bauzeit fertiggestellt, trägt das vier Quadratmeilen große Solarkraftwerk dazu bei, bis zum Jahr 2030 nur noch 40 Prozent der Energie in ganz Indien aus fossilen Ressourcen zu speisen. 679 Millionen Euro hat das Projekt gekostet und umfasst 2,5 Millionen einzelne Solarmodule.

ACHT MONATE BAUZEIT: DAVON TRÄUMT DER FLUGHAFEN BERLIN-BRANDENBURG

Über 8.000 Menschen haben jeden Tag an diesem Projekt gearbeitet. Die Errichtung der Anlage reiht sich ein in eine inzwischen traditionell indische Manier des Schnellbauens, was grüne Pläne angeht. Anfang des Jahres hatte Indien in 24 Stunden ganze 60 Millionen Bäume im Rahmen eines Aufforstungsplanes gepflanzt. Es geht mit großen Schritten vorwärts.

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Die neue Anlage in Kamuthi wird jeden Tag von einem automatischen Roboter-System gereinigt, das von den eigenen Solarzellen angetrieben wird. Ein Selbstversorger sozusagen.

INDIEN IM KAMPF GEGEN KATASTROPHALE LUFTVERSCHMUTZUNG IN DEN METROPOLEN

Das Projekt soll helfen, bis 2022 über 60 Millionen indische Häuser an den Sonnenstrom zu bringen und soll außerdem dazu beitragen, das große Problem der Luftverschmutzung zu lösen. Mitte des Herbstes 2016 erreichte das Verschmutzungsniveau in der Hauptstadt Neu-Delhi sein schlechtestes Ergebnis in 17 Jahren. Über 1.800 Schulen wurden kurzzeitig geschlossen um zu verhindern, dass Millionen von Menschen den tödlichen Smog einatmen.

Trotz der wachstumsstarken Solarenergiebranche wird Indien die Effizienz und Anzahl ihrer Photovoltaik-Anlagen weiter steigern müssen, um die sehr ehrgeizigen Pläne seiner Regierung zu realisieren. Ab dem kommenden Jahr will Indien nach China und den USA zum drittgrößten Solarmarkt der Welt avancieren.

SOLARENERGIE: EIN GLOBALER TREND BLEIBT BELIEBT

Indien ist jedoch nicht allein mit seinen Ambitionen in Richtung Solartechnik: Indien und China gleichermaßen drängen seit einiger Zeit stark auf den Markt für erneuerbare Energien. Das ist wichtig, denn beide Länder sind riesig und sorgen für starke Verschmutzung. Über 1,3 Milliarden Menschen nennen diese Länder ihr Zuhause und lassen die Nachfrage an Energie von einigen kleinen europäischen Ländern alt aussehen. Weltweit ist Indien einer der Top 10 Treibhausgasemitter und arbeitet inzwischen stark an diesem schlechten Image.

Marokko ist ein weiteres Land, welches stark in erneuerbare Energien investiert. 2018 soll die Solaranlage “Noor 1” abgeschlossen sein, die laut Schätzungen 580 MW Leistung für 1,1 Millionen Menschen zu 20 Stunden am Tag bereitstellen soll. Das riesige Areal, welches – noch im Bau befindlich – schon vom Weltraum aus zu sehen ist, soll die die Nutzung von fossilem Brennstoff des Landes um 2,5 Millionen Tonnen Öl verringern und dürfte sogar noch genügend Energie für den Export nach beispielsweise Europa generieren.