Frankreichs Premierminister will das Wegwerfen von unverkauften Textilien verbieten

Der französische Premierminister Edouard Philippe hat einen Fahrplan für die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft Frankreichs vorgelegt. Von den fünfzig Abschnitten des Planes, umfasst der fünfzehnte die Maßnahme, die das Wegwerfen von nicht verkauften Textilien und Bekleidung verbietet.

UNVERKAUFTE TEXTILBESTÄNDE DÜRFEN NICHT VERNICHTET WERDEN

Aus dem vom Büro des Premierministers herausgegebenen Dokument geht auch hervor, dass die Regierung „bis 2019 die wichtigsten Grundsätze im Kampf gegen Verschwendung umsetzen will, um sicherzustellen, dass unverkaufte Textilbestände weder vernichtet noch anderswie beseitigt werden“.

 

„Vorläufig gibt es keine konkreten Hinweise, – es ist ein vorläufiger Plan, aber es sind gute Nachrichten“, so Valérie Fayard, stellvertretende General Managerin der internationalen Solidaritätsbewegung Emmaus.

EMMAUS FORDERT DIESEN VORSTOß SEIT VIELEN MONATEN

Es war Emmaus, die Anfang des Jahres die Alarmglocke läutete, nachdem ein Bürger von Rouen, Frankreich, die Zerstörung und Entsorgung von Kleidern des französischen Modehändlers Celio gefilmt hatte.

„Die Frist bis 2019 ermöglicht es der Regierung, die Situation einzuschätzen, die Menge der weggeworfenen Textilien zu berechnen und die von den Unternehmen eingeführten Verfahren und die damit verbundenen Probleme zu überprüfen.“

Valerie Fayard, stellv. CEO von Emmaus

CELIO IST KEIN EINZELFALL IN DER FAST FASHION BRANCHE

Celio, ein Befürworter der französischen Vereinigung Agence du Don en Nature, die unverkaufte Non-Food-Produkte an Bedürftige verteilt, erklärte später, dass die fraglichen Produkte nicht tragbar und unwiederbringlich beschädigt gewesen seien.

Dieser Fall jedoch lenkte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erneut auf die Frage der unverkauften Kleidung, nur wenige Wochen nachdem ein dänischer Fernsehsender berichtete, dass die Modekette H&M seit 2013 jährlich zwölf Tonnen Kleidung verbrannt zu haben scheint.

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Foto: doubleeleven.co

JEDES JAHR WIRD FAST SOVIEL KLEIDUNG WEGGEWORFEN WIE NEU GEKAUFT

Verbraucher in Europa allein werfen jedes Jahr vier Millionen Tonnen Kleidung weg, gleichzeitig werden fünf Millionen Tonnen auf den Markt gebracht. In Frankreich, einem der größten Bekleidungsmärkte Europas, werden jährlich 700.000 Tonnen Kleidung weggeworfen und nur 160.000 Tonnen recycelt.

Die von der französischen Regierung geplanten Maßnahmen betreffen nicht nur die Textil- und Bekleidungsindustrie im Bereich der unverkauften Bestände. Der Vorschlag Nummer sieben im Kreiswirtschaftsplan der Regierung fordert die Einführung einer „freiwilligen Umweltkennzeichnung für Produkte und Dienstleistungen in fünf Industriesektoren (Möbel, Textilien, Hotels, Elektronik und Lebensmittelprodukte)“, die sich auch auf weitere Branchen erstrecken könnte.

FRANKREICH WILL KEINE KOMPROMISSE MEHR MACHEN

Der französische Premierminister erklärte, dass die in der Roadmap enthaltenen Maßnahmen bis 2019 in eine Gesetzgebung umgesetzt würden, da Frankreich das als Teil der neuen Abfallrichtlinie der EU umsetzt. In der Zwischenzeit wird eine Reihe von Verordnungen und kollektiven Initiativen zum Einsatz kommen. Die Regierung drängt Unternehmen dazu, sich bereits jetzt „freiwillig zu engagieren“.

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Sonnen-Staat Kalifornien verabschiedet Solardach-Pflicht für alle Neubauten

Der Staat Kalifornien macht einen großen Schritt in Richtung Stromversorgung mit erneuerbaren Energien: Ein neues Gesetz verpflichtet Bauherren, bei sämtlichen neu gebauten Eigenheimen ab 2020 Photovoltaik-Anlagen mit einzuplanen und zu verwenden.

SOLARANLAGEN-PFLICHT IST WELTWEIT EINZIGARTIG

Die neue Regelung ist heute mit großer Mehrheit von der California Energy Commission verabschiedet worden. Dabei ist die Solaranlagen-Pflicht eine weltweit einzigartige Maßnahme. Kalifornien ist nun der erste US-Bundesstaat, der diesen Schritt geht. Allein San Francisco und eine Reihe weiterer kleinerer Städte besitzen bereits vergleichbare Regelungen.

Wenn es zum Gesetzesinitiativen zugunsten erneuerbarer Energien geht, gilt das sonnenreiche Kalifornien allgemein als US-Vorreiter. Mit dem neuen Gesetz komme man dem Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, noch einmal ein ganzes Stück näher, so Luciana Da Silva von Adroit Energy.

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Foto: CAISO Daily Renewables Watch

SINKENDE BETRIEBSKOSTEN SCHLAGEN ANSTEIGENDE BAUKOSTEN

Für Bob Raymer, den Technischen Direktor der California Building Industry Association, ist die Pflicht zum Einsatz von Photovoltaik-Anlagen „ein Quantensprung in Energiestandards“. Betroffen von der Regelung sind neu gebaute Häuser, Apartments und Eigentumswohnungen. Sollte starker Schattenwurf von anderen Häusern, Strukturen oder Bäumen den Einsatz einer Photovoltaik-Anlage unwirtschaftlich machen, so sind Ausnahmen möglich. Gleiches gilt, wenn ein Dach zu klein für eine entsprechende Anlage ist.

Im Vergleich zu den bisherigen Regelungen von 2006 sollen die Baukosten durch diese Maßnahme um etwas 25.000 bis 30.000 US-Dollar pro Neubau ansteigen. Dem gegenüber stehen allerdings 50.000 bis 60.000 US-Dollar Betriebskosten, die in den ersten zehn Jahren durch den Einsatz von Photovoltaik eingespart werden können.

Kritiker aus der Wirtschaft befürchten dennoch, dass durch die erhöhten Baukosten das bereits angeschlagene Baugewerbe weitere Rückschläge hinnehmen wird müssen. Senator Scott Wiener, der das neue Gesetz eingebracht hat ist dennoch optimisitsch. Investitionen in Solaranlagen machten sich sicherlich schnell bezahlt und auch Modelle, bei denen Bauherren die Solaranlagen durch Dritte installieren und betreiben ließen, seien denkbar.

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Foto: SolarPowerRocks.com

Stadt Amsterdam verarbeitet Kaugummireste von der Straße zu nachhaltigen Sneakern

Wenn man an Straßenmüll denkt, stellt man sich Zigarettenkippen, Papierflieger oder alte Getränkedosen vor. Unter dieser Schicht von vertrautem Dreck befindet sich noch eine andere Substanz, die häufig auf den Gehsteig zementiert ist: Kaugummi. In Amsterdam ist Kaugummi der zweithäufigste Abfall der Stadt, gleich nach Zigaretten.

Die Kampagne „Iamsterdam“, initiiert von dem Designer „Explicit Wear“ und der Nachhaltigkeitsgruppe „Gumdrop“, findet einen Nutzen für genau diesen Müll und verwandelt ihn in ein brauchbares Material: Die Geburtsstunde von Gumshoe.

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Ein Sammelbehälter für Kaugummi in Amsterdams Strassen. / Foto: InqPOP!

DAS GUMMI KOMMT VON DER STRASSE UND VON DEPONIEN

Der Gumshoe wird mit Gumdrops Recyclingtechnologie Gum-Tec hergestellt. Dabei werden die Kaugummis mit speziellen Behältern gesammelt, die gewissenhaften Verbrauchern im Vorbeigehen den sicheren Abwurf ermöglichen. Auch von Gummifabriken, die Fabrikabfälle von Mülldeponien sammeln, werden die Rohstoffe abgezweigt. Die fertige Mischung besteht dann zu 20 Prozent aus recyceltem Kaugummi und wird zur Bildung der Sohle des Gumshoe verwendet. Das Ziel ist es, einen Weg zu finden, Kunststoffe durch neue Materialien in anderen Produktionslinien zu ersetzen.

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Foto: Gigazine

Mustafa Tanriverdi, Leiter der Marketing- und Investitionsabteilung für die Metropolregion Amsterdam, sagt im Gumshoe-Werbevideo, dass es nicht nur darum gehe, das Produkt zu recyceln, sondern auch darum, die Aufmerksamkeit auf ein übermäßiges Kaugummikauen zu lenken.

„Mit diesen Schuhen kommen wir den kaugummifreien Straßen einen Schritt näher und schaffen gleichzeitig ein schlechtes Gewissen für Kaugummi-Rotzer, ohne predigen zu müssen.“

Mustafa Tanriverdi, Gumdrop

Vier Paar Gummischuhe benötigt etwa 2,2 Pfund Kaugummi zur Herstellung. Das klingt nach viel, Amsterdam hat jedoch schätzungsweise 3,3 Millionen Pfund Kaugummi auf seinen Straßen. Der obere Teil des Schuhs besteht aktuell aus Leder und die Macher arbeiten daran, die Sohle gegen eine Gebühr austauschbar zu machen.

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Foto: Gumshoe Amsterdam

DIE SCHUHE SOLLEN AUFMERKSAMKEIT AUF SICH ZIEHEN

„Wir haben zu Beginn nach einem Weg gesucht, um die Leute auf dieses Problem aufmerksam zu machen“, sagt der Sprecher der Kampagne, Jonathan Van Loon. „Damals hatten wir die Idee, ein Produkt zu kreieren, dass Nachfrage nach etwas weckt, das eigentlich bisher niemanden interessiert hat.“

Van Loon behauptet, dass die Schuhsohlen sogar nach Kaugummi riechen, wenn sie frisch aus dem Karton kommen – allerdings kleben sie nicht. Die Schuhe werden ab Juni für ca. 200 Euro erhältlich sein.

Berliner Verkehrsbetriebe geben Startschuss für autonomes Fahren auf Charité-Gelände

Es „geht“ los: Zusammen mit der Charité testen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Deutsche Bahn (DB) jetzt autonome Fahrten in Kleinbussen von IOKI.

SEIT ENDE MÄRZ KANN MAN IN BERLIN AUTONOM VON A NACH B FAHREN

Ende Juli 2017 haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Charité und das Land Berlin eine Kooperation zur Entwicklung autonomer Fahrzeuge angekündigt. Das Ziel war: Weniger öffentlich frequentierte Buslinien sollen ab Frühjahr 2018 autonom fahren. Die Initiatoren hatten zu diesem Zeitpunkt kein genaues Startdatum angegeben, so dass sich interessierte Nutzer bisher noch gedulden mussten. Doch jetzt geht es endlich los: Seit dem 26. März 2018 können Passagiere auf Wunsch in den gelben Kleinbussen von A nach B reisen. Schnell geht das bisher nicht vonstatten, denn das selbstfahrende Taxi zockelt beim „Stimulate“-Projekt mit nur 12 Stundenkilometern über den Asphalt.

Die BVG testet Autonomes Fahren auf dem Charite Gelände und dem EUREF Campus
Foto: Berliner Kurier

Wie die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung vom 11. April 2018 bestätigte, geht das Unternehmen als Partner des BVG und der Berliner Charité in die Testphase mit den autonomen Fahrzeugen. Derzeit arbeiten die Unternehmen an einer App, mit der der Kleinbus per Smartphone bestellt werden kann. Der Dienst sollte in den kommenden Wochen verfügbar sein. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen, laut der Deutschen Bahn, sogar neue Strecken eröffnet werden. Diese führen dann nicht nur rund um das Privatgelände des EUREF-Campus‘ und des Charité-Geländes, sondern auch auf öffentliche Straßen. Noch fehlt jedoch die Freigabe einer solchen Operation durch die Behörden.

BERLIN IST EINE IDEALE TESTUMGEBUNG FÜR DIE STROMER

Die Stromer müssen aktuell nicht viel schneller als die 12km/h fahren, schließlich sollen sie zunächst nur ein paar Strecken bedienen, die sich auf den Privatgeländen befinden. Der BVG will so, auf den Testgeländen des Campus und der Charité, sicherstellen, dass die autonomen Fahrzeuge den öffentlichen Verkehr nicht gefährden werden. Die beiden Standorte in Berlin sind eine geeignete Testumgebung, da sie alle Hindernisse aufweisen, die aus dem Straßenverkehr bekannt sind: Gehwege und Kreuzungen, Verkehr durch Lastwagen und Autos. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUB) unterstützt das Projekt.

15 MENSCHEN KÖNNEN IN DEM KLEINBUS PLATZ FINDEN

Zu Beginn sind fünf Busse von zwei französischen Herstellern – Navya und EasyMile – unterwegs. Sie sollen jeweils bis zu 15 Personen transportieren können, von denen mindestens elf Personen Stehplätze haben. Um mehr Sicherheit zu garantieren, erhält der Bus, zusätzlich zu den Notfall-Tasten und den Sicherheitskameras, zunächst einen Begleiter, der das Fahrzeug bei Bedarf anhalten kann. Ab 2019 sollen die Busse völlig autonom über den Campus rollen – sogar bis zu 45 Stundenkilometer. Im April 2020 – nach insgesamt 36 Monaten der Testphase – soll das Projekt enden. Dann wird geprüft, ob alle Tests erfolgreich waren und ob der autonome Kleinbus den nächsten Schritt in die Öffentlichkeit wagen darf.

Endlich: EU-Kommission plant Plastiksteuer für Kunststoffhersteller und Einwegplastikverbot

Nach den aktuellsten Entwürfen der Europäischen Kommission, erwägt Brüssel erstmals ein Komplettverbot von Einwegkunststoffen wie Ballons, Einweggeschirr und Trinkhalmen. Zum geplanten Maßnahmenpaket soll auch die Erhebung einer Plastiksteuer für Kunststoffhersteller gehören. Der finale Entwurf soll bis zum 23. Mai vorliegen.

Dem Entwurf eines Legislativvorschlags zufolge wollen die EU-Chefs mit einem einzigen Verbot für Plastik die Verschmutzung durch Kunststoffe, die die Umwelt schädigen verringern. Ein Dokument, das der vorgeschlagenen Maßnahme zugrunde liegt, weist darauf hin, dass „leicht verfügbare Alternativen“ anstelle der verbotenen Gegenstände verwendet werden könnten.

EU-KOMMISSION: ANTI TAMPONS UND BALLONS

Auf der ganzen Welt wurden Anstrengungen unternommen, um gegen die Plastikverschmutzung vorzugehen. Im Januar verpflichtete sich die sogenannte „Plastics Strategy“ der EU-Kommission, sich stärker auf häufig verunreinigte Gegenstände wie Zigarettenkippen, Lebensmittelbehälter, Plastikflaschen, Feuchttücher, Hygienepads, Tampons und Ballons zu konzentrieren.

Die Kommission will die Hersteller von Plastikprodukten für die Kosten der Sammlung, des Transportes und der Entsorgung von den auf der Liste aufgeführten Produkten bezahlen lassen. Der Entwurf des Vorschlags besagt, dass die Hersteller von Kunststoffen auch für die Kosten der Beseitigung von Meeresmüll verantwortlich sein werden. Außerdem sollen sie finanziell für Sensibilisierungskampagnen gegen Abfall verantwortlich gemacht werden.

Die Kommission plant, die neuen Vorschläge zur Vermeidung des Plastikmülls, voraussichtlich bis zum 23. Mai final vorzulegen.

WIRD JETZT DURCHGEGRIFFEN?

Gemäß den vorgeschlagenen Rechtsvorschriften müssten Produkte etikettiert werden, um den Verbraucher über verfügbare Recyclingmöglichkeiten zu informieren und sie darüber zu informieren, welche Auswirkungen die Verschmutzung auf die Umwelt und das Meer hat.

Ein EU-Sprecher sagte: „Ziel ist nicht nur die Beschränkung der Verwendung bestimmter Produkte, sondern ein Maßnahmenpaket, das die bessere Entsorgung von Einwegartikeln aus Kunststoff fördert und die europäische Industrie dazu ermutigt, zu ihrer Beseitigung beizutragen.“

DIE PLASTIK-LOBBY REBELLIERT

Aber der Gedanke, Einweg-Kunststoffe zu verbieten, hat die Unternehmen schon lange beunruhigt. Sie argumentieren, dass der Fokus eher auf der Aufklärung der Öffentlichkeit als auf gezielten Verboten liegen sollte. Eamonn Bates von der europäischen Lobbygruppe Pack2Go sagte: „Meeresmüll ist ein großes Problem und muss angegangen werden. Aber Produktverbote sind nicht die Lösung.“

„Natürlich müssen die Hersteller ihren Teil der Verantwortung übernehmen, um Veränderungen herbeizuführen, aber sie für die Müllsäuberung bezahlen zu müssen – das ist für die Kommission schlicht der einfachste Ausweg.“

Eamonn Bates, Lobbyist bei Pack2Go

Im Diskurs um den Plastikmüll ist Großbritannien bisher wegweisend. Im Rahmen des „UK Plastics Pact“ haben sich 42 große Unternehmen darauf geeinigt, 100 Prozent ihrer Kunststoffverpackungen wiederverwendbar, recycelbar oder kompostierbar zu machen und sicherzustellen, dass 70 Prozent dessen effektiv recycelt oder kompostiert werden.

Die Ankündigung des Pakts ist auf die weitverbreitete Besorgnis über das Problem zurückzuführen, dass Kunststoffabfälle das Land und die Weltmeere verschmutzen, wo es Wildtiere schädigen und in die Nahrungskette gelangen kann. Der Pakt ist weltweit der erste seiner Art und wird in anderen Ländern im Rahmen der Initiative „Neue Kunststoffwirtschaft“ der Ellen MacArthur Foundation repliziert.

Outdoor-Marke Patagonia bringt den ersten Bio-Surfanzug aus pflanzenbasiertem Gummi auf den Markt

Dave Rastovich gehört zu den besten Weltklassesurfern. 1979 geboren und aufgewachsen auf einem Bauernhof in Auckland, Neuseeland, startete er seine Karriere 1995 mit einem Sieg in den „World Junior Champion“ Meisterschaften.

Seine legendäre Surfleidenschaft betreibt er nicht nur mit sportlichem Ehrgeiz, sondern auch angetrieben von dem spirituellem Gefühl, das ihn mit den Naturgewalten der Weltmeere verbindet. Kein Wunder, so soll er, wie das Surfer Magazin Surfer Dad berichtete, einmal (tatsächlich!) bei einer Hai-Attacke von einem Delphin gerettet worden sein. Offenbar eines der sicher zahlreichen Erlebnisse, die ihn höchsten Respekt vor den Naturgewalten lehrten. Dave enagiert sich seit vielen Jahren für verschiedene Initiativen zum Schutz der Meere oder gegen das Töten von Walen und Delphinen.

An der atemberaubenden Nordküste von New South Wales im Südosten Australiens zuhause, einem Surfer-Hotspot mit einzigartiger, nahezu unberührter Naturkulisse, lebt Dave heute ein einfaches Leben. Hier widmet er sich dem Anbau von Obst und Gemüse, sowie der Bienenzucht, und, natürlich dem Surf-Sport.

ERSTER NEOPRENANZUG AUS PFLANZENBASIERTEM GUMMI

Der in der weltweiten Szene des Surfsports geachtete Sportler ist jetzt das neue Gesicht von Patagonia. Auch privat steht er hinter den Produkten der Marke, sieht sich als „Weltverbesserer“. Patagonia ist bekannt für seine vielseitige Outdoorkleidung. Jetzt macht die US-amerikanische Marke mit den ersten Neoprenanzügen von sich reden, die aus nachhaltig zertifiziertem, pflanzenbasiertem Gummi kreiert wurden.

Patagonias grüne Neoprenanzüge verwenden erneuerbaren Naturkautschuk von Hevea-Bäumen, die in Übereinstimmung mit den Standards des Forest Stewardship Council gewachsen sind. Laut Patagonia verursacht das Material in der Herstellung 80% weniger CO2-Emissionen als Neopren, der Öl-basierte synthetische Kautschuk, der bei den meisten herkömmlichen Neoprenanzügen verwendet wird. Zur Herstellung von Neopren wird Öl und zu viel Energie benötigt. Die ersten Prototypen von Neopren wurden früher tatsächlich dazu verwendet, um die Böden von Mülldeponien gegen das Erdreich abzusichern – das sagt einiges über die Vereinbarkeit von Neopren mit der Umwelt aus.

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Mit hochkarätigen Surf-Celebs wie Rastovich erhofft sich Patagonia, dass andere Tauchanzug-Marken über Alternativen zu dem Rohstoff Neopren nachdenken

Die Konsumenten müssen nun nur noch überzeugt werden, dass auch die Neoprenalternative aus Naturkautschuk in der Lage ist, in den Tiefen der Meere warmzuhalten. Langlebigkeit, Flexibilität und Passform sind Faktoren, die Surfer beachten müssen, wenn sie sich für einen neuen Anzug entscheiden.

 

Adidas bringt neue Sneaker-Kollektion aus recyceltem Meereskunststoff heraus

Schätzungsweise 80 Prozent des Mülls in den Weltmeeren ist Kunststoff. Der deutsche Sportbekleidungsriese Adidas bringt nun bereits die dritte Produktreihe auf den Markt, die aus recyceltem Meereskunststoff besteht. Adidas gilt damit als Vorreiter in seiner Branche.

NEUE KOLLEKTION BESTEHT AUS 42 KLEIDUNGSSTÜCKEN

In Zusammenarbeit mit der Yoga-Lifestylemarke Wanderlust und der Umweltinitiative Parley for the Oceans hat die deutsche Marke eine 42-teilige Kollektion aus recycelten Materialien vorgestellt.

Adidas bringt drei neue Modelle von Turnschuhen aus recyceltem Meereskunststoff auf den Markt. Jedes Modell wird von der Kraft der Meere mit grafischen Drucken und einer Farbpalette aus gedeckten Grautönen, Schwarz und verschiedenen Blautönen inspiriert.

„Wir wissen, dass sich unsere Kundinnen leidenschaftlich für die Umwelt einsetzen. Jetzt können sie mit unseren Produkten ihr Sportverhalten und den Planeten gleichzeitig verändern.“

Alison Stewart, Senior Director von Adidas Women’s

Im vergangenen Jahr hat Adidas auch eine Auswahl an Sportschuhen aus Meereskunststoff für die UltraBoost-, UltraBoost X- und UltraBoost Uncaged-Serie auf den Markt gebracht.

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EIN PAAR SCHUHE GLEICH ELF RECYCELTE PLASTIKFLASCHEN

Dabei wurde jedes Paar aus insgesamt jeweils elf Plastikflaschen hergestellt. Die Schnürsenkel, Fersenfutter und Sockenbezüge wurden aus anderen recycelten Materialien gefertigt. Das kam so gut an, dass Adidas bereits eine Million Paare davon verkauft hat.

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ES GEHT NOCH MEHR: PLASTIKTÜTEN GEGEN PAPIERTÜTEN

In einem weiteren Versuch, der Verschmutzung Einhalt zu gebieten, tauschte die Marke in ihren Einzelhandelsgeschäften auch Plastik- gegen Papiertüten, und hat damit seitdem angeblich fast 70 Millionen Einkaufstüten aus Kunststoff eliminiert.

Adidas ist damit als Vorreiter seiner Branche auf einem guten Weg. Der Markt nimmt die Initiative lange schon dankend an. Weitere Kollektionen sind sicher in Planung.