So sieht Deutschlands erster Zero Waste-Beachclub auf St. Pauli aus

Pünktlich zum deutschen Sommeranfang hat auf St. Pauli Deutschlands erster Zero Waste-Beachclub aufgemacht. Im Karo Beach wird auf Dosen und Einweggeschirr verzichtet. Die Trinkhalme sind aus Stroh, Snacks werden in nachhaltige Behälter abgefüllt. Der Hamburger Beachclub verursacht 90 Prozent weniger Müll als herkömmliche Anlagen.

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Foto: Karo Beach

Mit dem Konzept der konsequenten Müllvermeidung sind die Gründer und Veranstalter aus Hamburg deutschlandweit Vorreiter. „Stückgut“-Gründer und Club-Betreiber Dominik Lorenzen sowie Martin Bo Ahlers, Centermanager der Rindermarkthalle, luden in diesem Monat zur Eröffnung ihres sauberen Beachclub direkt vor dem Eingang am Neuen Kamp. Zu den Gästen und Unterstützern gehörte auch der Unternehmer Frank Otto, der sich erst kürzlich für die Erhebung einer Plastiksteuer einsetzte.

HAMBURGS ZERO WASTE-BEACHCLUB SPART 90 PROZENT ABFALL

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Hamburger Karo Beach nicht wesentlich von ähnlichen Anlagen: Zwischen 200 Tonnen feinstem Sand, jeder Menge farbiger Liegestühle, einem lebhaften Gastronomiebetrieb, spaßigen Sportangeboten und kulturellem Rahmenprogramm stört nur eines die gewohnte Sicht: Die Abwesenheit des Mülls.

„Wir produzieren ca. 10 Prozent des Abfalls, der in einem herkömmlichen Beachclub entsteht“, so Lorenzen, „Vielleicht schaffen wir es ja, das ganze noch auf 1 Prozent zu drücken.“

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Foto: Karo Beach

ZERO WASTE IST MEHR ALS NUR MÜLLVERMEIDUNG: RESSOURCENSCHONEND UND FAIR

Dabei geht es nach den Zero Waste-Vorstellungen der Betreiber um noch viel mehr als strikte Müllvermeidung. „Wir wollen möglichst wenig Energie und Ressourcen verbrauchen, nachhaltige und faire Produkte anbieten und dabei so wenig Müll wie möglich erzeugen“, lautet das Credo von Deutschlands erster fast müllfreier Sandanlage.

Die Umsetzung kann sich sehen lassen: Die 200 Tonen Sand stammen aus Kaltenkirchen und werden zu 100 Prozent wiederverwertet. Die Getränkeflaschen werden regional abgefüllt und gereinigt. Die Strohhalme sind wirklich aus Stroh. Und statt Heizpilzen kann bei kälteren Temperaturen unter fairen Heizdecken zusammengerückt werden.

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Foto: Karo Beach
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Sind diese neuen Sneaker im Hipster-Look die nachhaltigsten Turnschuhe der Welt?

Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo haben die Macher von Wado bis heute mehr als 3300 Prozent ihres ursprünglichen Finanzierungsziels eingefahren. Ihr Produkt: Der nachhaltigste Turnschuh der Welt, im Hipster-Look.

NACHHALTIG UND ÄSTHETISCH UND PREISGÜNSTIG – GEHT DAS?

Nach Angaben der Macher verschreibt sich Wado drei Werten: Wado will gleichzeitig Nachhaltigkeit, Ästhetik und einem fairen Preis gerecht werden. Die nachhaltige Konkurrenz lässt nämlich die beiden anderen Werte hinten runterfallen, ist Wado überzeugt. Laut ihnen müsse sich der Konsument die nachhaltige Alternative immer sehr viel mehr kosten lassen und auf die modische Augenhöhe des Zeitgeistes verzichten. Auch darum besticht der Wado Sneaker durch seinen Hipster-Look, oder wie die Macher sagen: Ihr Schuh ist 80er inspiriert.

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Das Design der Schuhe basiert auf einem weichen Weiß und kann in mehreren Farbmodellen erworben werden. Auf der Zunge des Turnschuhs klebt ein Markenemblem aus feinstem Kork. Das Korkmaterial an sich gilt als nachhaltiges, da Korkbäume alle paar Jahre unverletzt geerntet werden können.

FÜR JEDES PAAR WADO SNEAKER WERDEN ZWEI BÄUME GEPFLANZT

Hergestellt werden die Wado Sneakers aus 100 Prozent rezykliertem Material. Das Leder wird chromfrei gebleicht. Produziert wird von Hand in Portugal zu fairen Löhnen. In einer Manufaktur im portugiesischen Felgueiras wird auf lokales Handwerk zurückgegriffen. Dabei ist der Produktionsprozess von Anfang bis Ende transparent, ressourcenschonend und giftstofffrei.

Und: Für jedes verkaufte Paar Sneakers pflanzen die jungen Modemacher in Kooperation mit der NGO We Forest zwei Bäume. Derzeit konzentriert sich das Projekt auf einen wieder aufzuforstenden Wald in Indien. Sobald das Modeunternehmen eine entsprechende Größe erreicht hat, sollen Baumprojekte jedoch auch in weiteren Ländern gestartet werden.

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WIRD DAS MODEL „MODELO ’89 – OFF WHITE“ UM DIE WELT GEHEN?

Nach erfolgreichen Marketingkampagnen auf Facebook und anderen sozialen Plattformen haben Wado nun über 3300 Prozent ihrer ursprünglichen Finanzierungsziels zusammen. Bestellt werden kann immer noch, – bald geht es dann an die Auslieferung. Die Macher lassen wissen, dass ihr erstes Model, der Modelo ’89 – Off White-Schuh sicherlich nicht das letzte sein wird.

Zum Kauf der „nachhaltigsten Sneaker der Welt“ geht es hier entlang.

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Sonnen-Staat Kalifornien verabschiedet Solardach-Pflicht für alle Neubauten

Der Staat Kalifornien macht einen großen Schritt in Richtung Stromversorgung mit erneuerbaren Energien: Ein neues Gesetz verpflichtet Bauherren, bei sämtlichen neu gebauten Eigenheimen ab 2020 Photovoltaik-Anlagen mit einzuplanen und zu verwenden.

SOLARANLAGEN-PFLICHT IST WELTWEIT EINZIGARTIG

Die neue Regelung ist heute mit großer Mehrheit von der California Energy Commission verabschiedet worden. Dabei ist die Solaranlagen-Pflicht eine weltweit einzigartige Maßnahme. Kalifornien ist nun der erste US-Bundesstaat, der diesen Schritt geht. Allein San Francisco und eine Reihe weiterer kleinerer Städte besitzen bereits vergleichbare Regelungen.

Wenn es zum Gesetzesinitiativen zugunsten erneuerbarer Energien geht, gilt das sonnenreiche Kalifornien allgemein als US-Vorreiter. Mit dem neuen Gesetz komme man dem Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, noch einmal ein ganzes Stück näher, so Luciana Da Silva von Adroit Energy.

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Foto: CAISO Daily Renewables Watch

SINKENDE BETRIEBSKOSTEN SCHLAGEN ANSTEIGENDE BAUKOSTEN

Für Bob Raymer, den Technischen Direktor der California Building Industry Association, ist die Pflicht zum Einsatz von Photovoltaik-Anlagen „ein Quantensprung in Energiestandards“. Betroffen von der Regelung sind neu gebaute Häuser, Apartments und Eigentumswohnungen. Sollte starker Schattenwurf von anderen Häusern, Strukturen oder Bäumen den Einsatz einer Photovoltaik-Anlage unwirtschaftlich machen, so sind Ausnahmen möglich. Gleiches gilt, wenn ein Dach zu klein für eine entsprechende Anlage ist.

Im Vergleich zu den bisherigen Regelungen von 2006 sollen die Baukosten durch diese Maßnahme um etwas 25.000 bis 30.000 US-Dollar pro Neubau ansteigen. Dem gegenüber stehen allerdings 50.000 bis 60.000 US-Dollar Betriebskosten, die in den ersten zehn Jahren durch den Einsatz von Photovoltaik eingespart werden können.

Kritiker aus der Wirtschaft befürchten dennoch, dass durch die erhöhten Baukosten das bereits angeschlagene Baugewerbe weitere Rückschläge hinnehmen wird müssen. Senator Scott Wiener, der das neue Gesetz eingebracht hat ist dennoch optimisitsch. Investitionen in Solaranlagen machten sich sicherlich schnell bezahlt und auch Modelle, bei denen Bauherren die Solaranlagen durch Dritte installieren und betreiben ließen, seien denkbar.

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Foto: SolarPowerRocks.com

Outdoor-Marke Patagonia bringt den ersten Bio-Surfanzug aus pflanzenbasiertem Gummi auf den Markt

Dave Rastovich gehört zu den besten Weltklassesurfern. 1979 geboren und aufgewachsen auf einem Bauernhof in Auckland, Neuseeland, startete er seine Karriere 1995 mit einem Sieg in den „World Junior Champion“ Meisterschaften.

Seine legendäre Surfleidenschaft betreibt er nicht nur mit sportlichem Ehrgeiz, sondern auch angetrieben von dem spirituellem Gefühl, das ihn mit den Naturgewalten der Weltmeere verbindet. Kein Wunder, so soll er, wie das Surfer Magazin Surfer Dad berichtete, einmal (tatsächlich!) bei einer Hai-Attacke von einem Delphin gerettet worden sein. Offenbar eines der sicher zahlreichen Erlebnisse, die ihn höchsten Respekt vor den Naturgewalten lehrten. Dave enagiert sich seit vielen Jahren für verschiedene Initiativen zum Schutz der Meere oder gegen das Töten von Walen und Delphinen.

An der atemberaubenden Nordküste von New South Wales im Südosten Australiens zuhause, einem Surfer-Hotspot mit einzigartiger, nahezu unberührter Naturkulisse, lebt Dave heute ein einfaches Leben. Hier widmet er sich dem Anbau von Obst und Gemüse, sowie der Bienenzucht, und, natürlich dem Surf-Sport.

ERSTER NEOPRENANZUG AUS PFLANZENBASIERTEM GUMMI

Der in der weltweiten Szene des Surfsports geachtete Sportler ist jetzt das neue Gesicht von Patagonia. Auch privat steht er hinter den Produkten der Marke, sieht sich als „Weltverbesserer“. Patagonia ist bekannt für seine vielseitige Outdoorkleidung. Jetzt macht die US-amerikanische Marke mit den ersten Neoprenanzügen von sich reden, die aus nachhaltig zertifiziertem, pflanzenbasiertem Gummi kreiert wurden.

Patagonias grüne Neoprenanzüge verwenden erneuerbaren Naturkautschuk von Hevea-Bäumen, die in Übereinstimmung mit den Standards des Forest Stewardship Council gewachsen sind. Laut Patagonia verursacht das Material in der Herstellung 80% weniger CO2-Emissionen als Neopren, der Öl-basierte synthetische Kautschuk, der bei den meisten herkömmlichen Neoprenanzügen verwendet wird. Zur Herstellung von Neopren wird Öl und zu viel Energie benötigt. Die ersten Prototypen von Neopren wurden früher tatsächlich dazu verwendet, um die Böden von Mülldeponien gegen das Erdreich abzusichern – das sagt einiges über die Vereinbarkeit von Neopren mit der Umwelt aus.

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Mit hochkarätigen Surf-Celebs wie Rastovich erhofft sich Patagonia, dass andere Tauchanzug-Marken über Alternativen zu dem Rohstoff Neopren nachdenken

Die Konsumenten müssen nun nur noch überzeugt werden, dass auch die Neoprenalternative aus Naturkautschuk in der Lage ist, in den Tiefen der Meere warmzuhalten. Langlebigkeit, Flexibilität und Passform sind Faktoren, die Surfer beachten müssen, wenn sie sich für einen neuen Anzug entscheiden.

 

Berliner Mode-Innovator schickt Designer für faire Kollektion nach Chile

Schon zum vierten Mal lädt die deutsche Mode-Plattform ABURY Collection zum jährlichen globalen Designer-Wettbewerb ein: Unter dem Motto „It’s In Your Hands“ wird nach einem Modedesigner gesucht, der vor Ort in Chile eine Capsule Kollektion mit lokalen Kunsthandwerkern entwickeln soll. ABURY möchte mit dieser Initiative insbesondere auf die kulturelle und nachhaltige Dimension von Mode hinweisen.

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„It’s In Your Hands!“ – so lautet der Aufruf an junge Mode-Designer, altem, in Vergessenheit geratenem Handwerk wieder Leben einzuhauchen und es mit ihren modernen Designideen wieder aufleben zu lassen. Der einzigartige Wettbewerb, der Bewerbungen bis zum 11. Mai 2018 akzeptiert, hat sich bereits einen Namen gemacht. Teil der Jury ist unter anderem das deutsche Model und Designerin Eva Padberg.

„Mit traditioneller Handwerkskunst zu arbeiten und insgesamt in der Mode nachhaltiger zu denken, ist genau die Richtung, in die sich die Fashion-Industrie bewegen sollte.“

Eva Padberg, Model und Designerin

Die ABURY Design Experience ist Teil der innovativen Bemühungen des Berliner Design-Labels ABURY Collection, eine gesellschaftlich verantwortungsbewusstere Modewelt zu kreieren. Über ein Reise- und Produktionsstipendium schickt ABURY Collection den Gewinner des Designer-Wettbewerbs nach Chile, um vor Ort eine Accessoires Capsule Collection zu entwickeln. Die Hälfte des Erlöses aus der produzierten Kollektion werden in Bildungsprojekte des jeweiligen Herkunftslandes reinvestiert.

DER GEWINNER FÄHRT NACH CHILE

Nach Ecuador, Marokko und Äthiopien wird die diesjährige Ausgabe den Gewinner des Designer-Wettbewerbs nach Chile führen. In Zusammenarbeit mit und mit Unterstützung der Fundacion Artisanias de Chile wird der Designer zunächst eine Woche in Berlin mit dem ABURY Team verbringen, um dann vier bis sechs Wochen mit den Handwerkern von Wengan, einer Handwerkergemeinschaft im Norden Chiles, zu arbeiten. Hier wird er oder sie mit traditioneller Alpaka-Wolle weben und stricken.

ABURY COLLECTION VERBINDET MODE MIT KULTUR

Die ABURY Design Experience macht dabei nur einen Teil der Aktivitäten des kreativen Mode-Innovators aus Berlin aus. Gründerin Andrea Bury möchte traditionelles und regional eingebettetes Kunsthandwerk verschiedenster Kulturkreise mit dem Avantgardedenken innovativer Modedesigner zusammenbringen. Diese Begegnung fördere den interkulturellen Austausch und schaffe Wertschätzung für kulturelles Kunsthandwerk aus den abgelegensten Regionen der Welt.

Bewerbungen können eingereicht werden unter http://www.abury.net

Über 600 Moscheen in Marokko sollen bis 2019 über eigene erneuerbare Energien laufen

Arabische Staaten sind beim Thema Nachhaltigkeit bisher wenig aufgefallen. Das könnte sich bald ändern – aus wirtschaftlichen Gründen. Ganz vorne mit dabei: Marokko.

ENERGIEWENDE IM ZEICHEN DER RELIGION?

Grün soll die Lieblingsfarbe des Propheten Mohammed gewesen sein, heißt es. Auch deshalb sind die Dächer vieler Moscheen in Marokko mit grünen Kacheln bedeckt. Nun sollen die islamischen Gotteshäuser auch anderweitig grün werden – durch die Installation von Solarpanels. Bereits vor zwei Jahren ging die As-Sunna Moschee in der marokkanischen Hauptstadt Rabat vor. Seitdem ist das Dach der Moschee zugleich Solaranlage.

Die Moschee ist die erste des Landes, die mit Anlagen für erneuerbare Energien ausgestattet wurde. Bis zum Jahr 2019 sollen rund 600 Moscheen grün werden, kündigte das marokkanische Ministerium für religiöse Angelegenheiten in Rabat an. Derzeit laufen die Ausschreibungen für die nächsten 100 Moscheen. Die Moscheen bilden eine zentrale Säule in der Energiewende Marokkos. Weil der Glaube im Lebenszentrum vieler Marokkaner steht, können grüne Moscheen zusätzlich sensibilisieren und auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam machen, so Kulturexperten.

SOLARZELLEN UND LED-LEUCHTEN IN DER MOSCHEE

Teil der Nachhaltigkeitsoffensive der marokkanischen Regierung ist der Umbau staatlicher Moscheen in den Ballungsräumen Rabat, Casablanca, Fès und Marrakesch. Solarzellen sollen für Strom und warmes Wasser sorgen, LED-Leuchten den Stromverbrauch senken. Bis zu 40 Prozent des Energiebedarfs soll so eingespart werden, sagen Berechnungen. Die Energiekosten in der Al-Sunna Moschee in Rabat sind von 600 Euro auf rund 100 Euro im Monat gesunken, so Ahmed Bouzid, Projektleiter der staatlichen Energieinvestitionsgesellschaft SIE.

Die marokkanische Gesellschaft ist gespalten: Die einen loben den Einsatz für die Umwelt, die anderen befürchten, die religiöse Atmosphäre innerhalb der Moscheen könnte der LED-Sterilität eines Operationsaals weichen. Weil Energiekosten in Marokko relativ günstig sind, sehen viele Marokkaner nicht die Notwendigkeit für mehr Effizienz.

Begleitet wird das Projekt daher auch mit TV- und Radiospots, Workshops für Geistliche und Fortbildungen für Sanitärfirmen. Technik und Religion sollen Hand in Hand gehen. Denn die grünen Moscheen sind Teil eines ambitionierten Projektes: Bis 2020 will Marokko 42 Prozent seiner Energie durch Erneuerbare produzieren. An den Küsten entstehen Windanlagen. Am Rande der Sahara wurde das erste Kraftwerk des weltweit größten Solarenergie-Komplexes geöffnet.

ENERGIEWENDE LOCKT AUSLÄNDISCHE INVESTOREN

Der marrokanische Monarch forciert die Energiewende auch aus wirtschaftlichen Gründen: Das Land hat kaum eigene Ressourcen, muss Kohle und Öl für die Kraftwerke importieren – und lockt durch die Energiewende auch ausländische Investoren an.

Vereinzelt kommt es in Nordafrika und der arabischen Welt schon zu kleineren Initiativen, bei denen ökologisch und nachhaltig zum Beispiel Tourismus oder Aufklärung in Schulklassen betrieben wird. Doch das große grüne Umdenken steht noch am Anfang. Darum gilt Marokkos Plan als überaus ambitioniert. Der Startschuss ist mit den ersten hundert Moscheen gesetzt. Insgesamt sind aber mehr als 15.000 Moscheen unter der Leitung des Staates.

Balearisches Parlament setzt blutigem Stierkampf auf Mallorca ein Ende

Auf der spanischen Insel Mallorca wird es ab sofort keine blutigen Stierkämpfe mehr geben. Das Parlament der Balearen verabschiedete ein Gesetz, nach dem die Tiere während der Corrida von den Toreros weder verletzt noch getötet werden dürfen. Jeder Bulle muss zudem nicht länger als zehn Minuten in die Arena. Bei Verstößen drohen Strafen bis zu 100.000 Euro.

Der Stierkampf ist in Spanien extrem beliebt – aber auch seit Jahren umstritten. 2013 wurde die sogenannte Corrida sogar als „immaterielles Kulturgut“ eingestuft. Aber die Zeiten ändern sich: In verschiedenen spanischen Regionen wurde der Stierkampf bereits vor Jahren gänzlich verboten.

Das künftig unblutige Spektakel ist auf Mallorca außerdem nur noch für Erwachsene zugänglich: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nicht mehr zuschauen. Und der Verkauf von Alkohol wird verboten.

STIERTREIBEN VON FORNALUX WIRD ABGEMILDERT

Auch das berühmte Stiertreiben von Fornalutx, das seit 1882 alljährlich abgehalten wird, darf nach verabschiedetem Gesetz nicht mehr in seiner bisherigen Form durchgeführt werden, so die spanische Nachrichtenagentur Europa Press.

Demnach wurde es zur Auflage gemacht, dass der Stier nicht mehr an ein Seil gebunden durch die engen Gassen der Tramuntana-Gemeinde gehetzt wird, sondern auf einem Gelände frei laufen darf. Beim letzten Stierlauf von Fornalutx hatten zahlreiche internationale Tierschützer bereits versucht, die Veranstaltung zu stören.

PARLAMENTARISCHE MEHRHEIT ENTSCHEID FÜR TIERWOHL STATT TRADITION

Für das Gesetz stimmten die Sozialisten der PSIB, die linksökologische Regionalpartei Més und die Linkspartei Podemos. Dagegen votierte die Opposition, allen voran die konservative Volkspartei (PP), der auch Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy angehört.