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Studie: Sogar die Schweizer Alpenböden sind flächendeckend mit Mikroplastik kontaminiert

Einer Studie der Universität Bern zufolge sind sogar entlegenste Schweizer Berggipfel wie Täler von Mikroplastik kontaminiert. Wind trägt die Kleinstpartikel bis in die einsamsten Ecken der Alpenregionen. Die Forscher befürchten nun, das Plastik gelange über die Landwirtschaft auch in unser Essen.

Eine groß angelegte Studie hat Mikroplastik in den Böden der gesamten Schweiz nachgewiesen. Die Wissenschaftler der Studie warnen, dass das Problem in anderen Ländern mit einer schlechteren Abfallwirtschaft deutlich gravierender sein könnte. Ob die verpesteten Böden Auswirkungen auf Lebensmittel aus der Landwirtschaft haben, sollen Folgestudien klären.

90 PROZENT DER STICHPROBEN WAREN VERSEUCHT

Die Forscher analysierten Bodenproben aus 29 Flussüberschwemmungsgebieten in Naturschutzgebieten in der ganzen Schweiz. Sie fanden Mikroplastik-Fragmente, unter 5mm Größe in 90 Prozent der Stichproben. Sogar in entlegenen Gebieten wurde eine mikroplastische Bodenkontamination festgestellt, die Wissenschaftler zu der Schlussfolgerung veranlasste, dass sich die Partikel mit dem Wind verteilen.

Die Erforschung der Mikroplastikverschmutzung hat sich bisher weitgehend auf die Ozeane konzentriert. Es wurde bereits bewiesen, dass die Partikel das Meeresleben schädigen und Giftstoffe aus dem Wasser aufnehmen können und weiterverbreiten.

MIKROPLASTIK FINDET SICH SOGAR IN ABGEFÜLLTEM WASSER

In Forschungsergebnissen, die im März diesen Jahres veröffentlicht wurden, wurden Rekordmengen an Mikroplastik in Flüssen nachgewiesen. Im letzten Jahr wurden im Leitungswasser auf der ganzen Welt Plastikfasern gefunden. Andere Studien haben Mikroplastik sogar in abgefüllten Wasserflaschen gefunden, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu veranlasst hat, eine Überprüfung zu starten, die sowohl Bier und Honig als auch Salz einschließt. Bisher wurde jedoch noch kaum untersucht, ob die Partikel von Menschen weiterverbreitet konsumiert werden.

Michael Scheurer und Moritz Bigalke vom Geographischen Institut der Universität Bern, führten die Forschung durch, die in der Zeitschrift Environmental Science and Technology veröffentlicht wurde.

„Die Ergebnisse sind alarmierend. Neue Studien zeigen beispielsweise, dass die Mikroplastik im Boden Regenwürmer schädigen und sogar töten kann.“

Michael Scheurer

Mikroplastik wurde sogar in den Bergregionen gefunden, die nur zu Fuß erreichbar sind. „Wir waren wirklich schockiert“, sagte Bigalke. „Alle belasteten Bereiche befinden sich in unseren Nationalparks. Wir dachten, wir finden vielleicht ein oder zwei Plastikpartikel, aber wir haben leider viel mehr als das gefunden. „

Bodenproben in der Schweiz zeigen Mikroplastik Verseuchung
Foto: Twitter / Dominik Merges

Zwischen 70-80% der gefundenen Partikel waren kleiner als 0,5 mm. „Wir denken, dass die Partikel vom Wind transportiert werden“, so Bigalke, „Es gibt keine andere Erklärung – in den Bergen gibt es keine Siedlungen und keinen Tourismus.“

EIGENTLICH IST DIE RECYCLINGSRATE IN DER SCHWEIZ VORBILDLICH

Fast 100 Prozent des in der Schweiz verwendeten Kunststoffs werden recycelt oder verbrannt, die höchste Rate in Europa. An Orten, wo die Abfallwirtschaft schlechter ist und mehr Kunststoff in die Umwelt gelangt, könnte die Bodenkontamination höher sein, so Bigalke: „Das Problem könnte in anderen Ländern noch schlimmer sein“.

NÄCHSTE FRAGE: WIE SICHER IST UNSERE NAHRUNG?

Die Kontamination durch Mikroplastik in landwirtschaftlichen Böden könnte noch schlimmer sein. Mikroplastik ist bekanntermaßen in Klärschlamm enthalten, der in Wasseraufbereitungsanlagen erzeugt wird, und dieser Schlamm wird manchmal als Düngemittel auf Feldern verwendet.

Eine der wenigen Studien zu Mikroplastik in Lebensmitteln untersuchte „Hinterhofhühner“ in Mexiko. Die Forscher fanden 57 Partikel pro Gramm in den Muskelmägen der Hühner. „Der Magen des Huhns ist eine Spezialität in der mexikanischen Küche. Leider bildet die Aufnahme der durch die Studie hervorgebrachten Menge an Kunststoffen ein enormes Risiko für die menschliche Gesundheit.“ sagen die Wissenschafter mit dem Blick auf die Forschungsergebnisse.

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