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Taucher-Initiative schleppt Plastikmüll von griechischen Unterwasser-Deponien

Vor den Küsten Griechenlands schleppt eine freiwillige Tauchergruppe Plastikmüll von Mülldeponien unter Wasser. Die Healthy Sea-Initiative hilft, wo es Maschinen an Beweglichkeit fehlt.

Die meisten Griechen sind sich der gravierenden Probleme mit Plastikmüll nicht bewusst, die das Meeresleben bedrohen. Laut der Washington Post besteht ein großes Teil des Problems darin, dass lokale Regierungen die Strände selbst so sauber halten, dass Touristen und Bürger das Problem gar nicht erst als solches auffällt.

Doch unter den funkelnden blauen Gewässern wird das Ökosystem massiv geschädigt. Einer der freiwilligen Helfer an den Küsten Griechenlands, ist der Taucher George Sarelakos, der Müll vom Meeresgrund schleppt.

„Die meisten Strände sind sauber, weil sie von den Gemeinden aufgeräumt werden. Aber das große Problem liegt wortwörtlich auf dem Meeresboden. Es ist wie eine Unterwasser-Müllhalde. Der Müll bedeutet den Tod für das Leben im Meer. Es ist ein Problem, das den meisten Menschen gar nicht bewusst ist.“

George Sarelakos

DIE GRIECHEN VERSCHWENDEN BESONDERS VIEL PLASTIK

Im Januar begann die Europäische Union mit der Auflage zur Reduzierung von Plastik in allen Mitgliedstaaten, einschließlich Griechenland. Griechenland erzeugt und verbraucht eine enorme Menge Einwegkunststoff. Außerdem versucht das Land immer noch, sich von vielen Jahren wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu erholen.

Die EU hat sich einige konkrete Ziele gesetzt: Bis 2025 sollen pro Jahr nicht mehr als 40 Plastiktüten pro Konsument verbraucht werden und bis 2030 sollen alle in Massenproduktion hergestellten Kunststoffe recycelbar sein. In Griechenland verbraucht man derzeit durchschnittlich 296 Säcke pro Jahr pro Person.

Forscher haben vor kurzem die Küstengebiete des östlichen Mittelmeers analysiert, und die Situation war so ähnlich, wie die Taucher sie beschreiben. Ungefähr 95 Prozent des Mülls, der unter Wasser gefunden wurde, ist Plastik, meistens Flaschen und Taschen. Vieles davon ist um Athen herum zentriert.

Der meiste Plastikmüll konzentriert sich in den Gewässern rund um Athen
Foto: AM 660 The Answer

IN GRIECHENLAND WIRD NUR SELTEN RECYCELT

Die Recyclingquote in Griechenland ist ebenfalls extrem niedrig. Die durchschnittliche Recyclingrate in der EU  liegt bei 44 Prozent, aber Griechenland kommt nur auf 16 Prozent. Die meisten der griechischen Müllhalden werden nicht kontrolliert und sind nicht reguliert, und werden größtenteils außerdem mit Kohle betrieben.

FREIWILLIGE TAUCHER REINIGEN DIE MEERESBÖDEN

Eine andere freiwillige Taucherin, Ioanna Kapsimali, arbeitet ebenfalls „auf einer dieser Unterwasser-Mülldeponien“. Sie sagt, Plastik ist widerspenstig – wenn man versucht, es vom Meeresboden aufzusammeln, windet es sich aus dem Griff und weht buchstäblich im Wind und mit den Wellen davon.

„Kunststoff ist aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung das komplizierteste Material, aus dem Müll sein kann“, sagte Kapsimali. „Das verursacht Probleme, weil der Kunststoff, statt sich zu zersetzen, nur in winzige Teile zerbricht und von Fischen, Vögeln und anderen Tieren aufgenommen wird. „

Griechenland kämpft gegen den Plastikmüll Unterwasser
Foto: Sport Diver

Eine Gebühr für Einweg-Plastiktüten wurde in Griechenland zwar eingeführt, aber das ist nur ein kleiner Teil des Puzzles. Ein viel größeres Stück ist das Wissen um die Gefahr – nur weil die Strände schön aussehen, heißt das nicht, dass sich unter der Wasseroberfläche nicht Ungeheuerliches abspielt.

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