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Bremens Kitas und Schulen stellen bis 2022 komplett auf Bio-Lebensmittel um

Die Hansestadt Bremen will den Anteil von Bio-Lebensmitteln in Kindergärten, Schulen, Kantinen und Kliniken deutlich erhöhen.

Bremen will den Anteil von Bio-Lebensmitteln in Kindergärten, Schulen, Kantinen und Kliniken deutlich erhöhen. Nach einer Entscheidung des Senats im Februar 2018 sollen Schulen und Kindertagesstätten bis 2022 ihre Gemeinschaftsmahlzeiten auf die Verwendung von Bio-Lebensmitteln umstellen.

Für städtische Krankenhäuser gilt bis 2024 eine Quote von immerhin 20% Bio, die ebenfalls vorfinanziert wird. Damit liegt Bremen im Bundesvergleich ganz vorn.

„Das setzt ein klares Signal in Richtung der Lebensmittelindustrie und die Produzenten aus Bremen und Umgebung. Wir machen außerdem einen wichtigen Schritt in Sachen Klimapolitik.“

Umweltsenator Joachim Lohse (Bündnis 90/Die Grünen)

Die Umstellung bedeutet auch eine Reduzierung des Fleischkonsums. Bis Ende 2018 sollen die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bremer Kindertagesstätten und Schulen verbindlich sein. Die DGE empfiehlt für Kinder und Jugendliche höchstens zwei Fleischmahlzeiten pro Woche.

AUSSTIEG AUS DER MASSENTIERHALTUNG

„Der Plan stellt eine gute Entscheidung für die 20.000 Kinder und Jugendlichen in Bremen dar, die täglich in städtischen Kindertagesstätten und Schulen essen“, sagte der Lebensmittel- und Landwirtschaftssprecher der Grünen, Jan Saffe. Die Umstellung auf Bio-Fleisch soll Bremens Beitrag zum Ausstieg aus der Massentierhaltung sein.

VERZÖGERUNGEN DER UMSTELLUNGEN GAB ES BISHER VIELE

Eigentlich hätte der Aktionsplan zum Lebensmittelwechsel in Bremens öffentlichen Kantinen, Mensen und Krankenhäusern bereits am 23. Januar verabschiedet werden müssen. Aber dann wurde der Plan auf Veranlassung der SPD von der Tagesordnung gestrichen.

Im Jahr 2016 unterzeichneten 5.383 Bürger Bremens den Bürgerantrag der Agricultural Policy Alliance Bremen (ABB) „Kein billiges Fleisch in der Gemeinschaftsverpflegung“. Ziel dieser Kampagne war die Umstellung der Gemeinschaftsverpflegung auf Lebensmittel aus ökologischem Landbau, denen ein artgerechter Viehbestand zugrunde liegt. Laut dem Bürgerbeschluss der Stadtverwaltung vom September 2016 hätte der Senat Ende September 2017 einen Aktionsplan vorlegen sollen. Dieses Ziel wurde jedoch nicht eingehalten.

Der Bremer Senat hat Anfang Februar 2018 nun einen mehrstufigen Aktionsplan „Mehr Bio in Schulen, Kindertagesstätten und Krankenhäusern“ verabschiedet. Vor einem Jahr hatte die Stadtbürgerschaft den Senat beauftragt, einen solchen Plan zu entwickeln. Nun soll bis 2022 die Fleischmenge von Massentieren in der Gemeinschaftsverpflegung für Schulen und Kindertagesstätten und bis 2024 bei den Mahlzeiten für die Patienten der Krankenhäuser deutlich reduziert werden. In Schulen und Kindertagesstätten wäre das zu 100 Prozent „organisch“.

WAS DER PLAN GENAU BEINHALTET

Der Aktionsplan ist so konzipiert, dass der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, der Senator für Finanzen, der Senator für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz und der Senator für Kinder und Bildung in einem gemeinsamen Prozess die Voraussetzungen für die Umstellung auf “ organisch „auf den Weg bringen.

Kernelemente sind „vorbildliche Pilotprojekte“ und die „umfassende Ausbildung von Küchenpersonal“. Das bedeutet, dass Eltern, Kinder, Patienten und die Belegschaft gleichermaßen an der Umstellung beteiligt sind. Die Koordination dieses Prozesses übernimmt das Projekt „BioStadt Bremen“. Die kommunalen Krankenhäuser streben eine schrittweise Nutzung von zunächst 20 Prozent ökologischer Lebensmittel an. Milch wird aber beispielsweise schon zu Beginn 100 Prozent „Bio“ sein.

„Die Umstellung auf „Bio“ betrifft nicht nur Fleisch, sondern das gesamte Spektrum der Produkte, die in der Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt werden, also auch Gemüse, Obst, Milchprodukte und Eier. Zudem sollen die Produkte möglichst aus der Region. Damit liegen wir ganz weit vorne und die anderen BioStädte Deutschlands schauen gespannt auf Bremen als Vorreiter.“

Claudia Elfers, Leiterin der BioStadt Bremen

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