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Kokons der Seidenraupe als nachhaltige Alternative für Mikroplastik?

Das junge Unternehmen Silk Therapeutics aus dem US-amerikanischen Boston hat eine nachhaltige Alternative zu Mikroplastik gefunden: Aus den verlassenen Kokons der Seidenraupe gewinnen sie flüssige Seide als Plastikersatz.

Die Verschmutzung der Ozeane ist neben dem Klimawandel wahrscheinlich eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Und eines der größten Probleme der Meeresverschmutzung ist sicherlich Plastik, das in großer Zahl in den Ozeanen schwimmt.

MIKROPLASTIK GELANGT UNGEHINDERT IN UNSERE ÖKOSYSTEME

Es geht nicht nur um große, sichtbare Teile, sondern immer mehr um sogenannte Mikroplastik. Die kleinen Partikel, die maximal einige Millimeter groß sind, entstehen durch den Zerfall großer Kunststoffe; sie werden aber auch künstlich hergestellt, und absichtlich zu Kosmetika hinzugefügt, zum Beispiel in Peelings. Es gibt – zumindest in Deutschland – noch keine gesetzliche Regelung, die ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika vorsieht. Einige Hersteller haben sich freiwillig verpflichtet, auf Mikroplastik in ihren Produkten zu verzichten. Solche freiwilligen Initiativen zeigen jedoch, dass immer noch zu wenig getan wird, beispielsweise ist die Definition von Mikroplastik sehr eng und ermöglicht genügend Schlupflöcher für die Industrie.

Außerdem sind die Partikel – einmal in den Wasserkreislauf gelangt – nur sehr schwer wieder herauszufiltern. Und so gelangt es in Flüsse, Ozeane, Ökosysteme – und letztlich in unsere Körper. Das junge Unternehmen Silk Therapeutics aus Boston, USA hat darüber nachgedacht, wie man Plastik ersetzen kann. Die Lösung gegen Mikroplastik: flüssige Seide.

GEWALTFREIE SEIDENGEWINNUNG

Wenn man an Seide als Plastikersatz denkt, stellt sich schnell die Frage, wie dieses Material, das seit Jahrtausenden für feine Stoffe verwendet wird, gegen Mikroplastik wirken kann. Seide, die aus den Kokons der Seidenraupen gewonnen wird, erweist sich neben ihren isolierenden und pflegenden Eigenschaften als vielseitig und innovativ.

Silk Therapeutics Seide statt Plastik.png
Foto: Silk Therapeutics

Tierschützer würden jetzt wahrscheinlich aufschreien, denn traditionelle Seidenproduktion bedeutet den Tod für die Raupen. Doch keine Sorge, in diesem Fall setzt die Firma Silk Therapeutics auf eine gewaltfreie Produktion von flüssiger Seide, nämlich ausschließlich mit Kokons, aus denen bereits ein Schmetterling schlüpfen konnte.

Wenn sich eine Raupe verpuppt, legt sich ein einziger, langer Seidenfaden um den Kokon. Das proteinreiche Material härtet an der Luft und schützt die Raupe. Durch das Ausschlüpfen des Schmetterlings wird der Kokon bei der herkömmlichen Produktion von Seide jedoch als beschädigt betrachtet und von den Textilherstellern entsorgt. Doch besonders diese Kokons werden von Silk Therapeutics verwendet. In einem chemischen Prozess verflüssigt sich der gehärtete Seidenfaden, der sich um den Kokon legt; ob der Kokon nun also beschädigt ist, oder nicht, ist für Silk Therapeutics irrelevant.

FLÜSSIGE SEIDE STATT KUNSTSTOFF

In flüssiger Form ist Seide vielseitig einsetzbar und kann somit auch Mikroplastik in Hautpflegecremes ersetzen. Mit Hilfe des 3D-Drucks könnte sie zum Beispiel zukünftig für die Herstellung biologisch abbaubarer Becher verwendet werden. Bei Silk Therapeutics wird sie in Haut- und Körperpflegeprodukten verwendet, komplett ohne schädliche chemische Inhaltsstoffe.

minimale inhaltsstoffe silk therapeutics.png
Foto: Silk Therapeutics

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