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Brite eröffnet Supermarkt mit abgelaufenem Obst und Gemüse

Im britischen Leeds hat ein junger Brite einen Supermarkt gegründet, der abgelaufene Lebensmittel verkauft, verarbeitet und spendet. Rund 20 Millionen Lebensmittel kommen so täglich doch unter die Leute statt in den Müll.

Für Abfall Geld bezahlen: Das geht nun in einem neuartigen Supermarkt in der Nähe von Leeds, Großbritannien. Klingt absurd, ist es aber gar nicht.

Bei dem Abfall handelt es sich nämlich nicht um klassische Essensreste wie Kartoffelschalen oder die Überbleibsel des Mittagessens vom Vortag, sondern um nicht verkaufte abgelaufene Lebensmittel aus diversen Supermärkten, die wegen des Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr im üblichen Handel verkehren dürfen.

ABGELAUFENE LEBENSMITTEL LANDEN IM MÜLL

In der Regel landen diese Lebensmittel im Müll. Weltweit macht das ein Drittel von vier Milliarden Tonnen Lebensmitteln. Für Adam Smith, Gründer des britischen „Real Junk Food Projects“, ist diese Zahl nicht nur erschreckend, – sondern ausschlaggebender Punkt für die Eröffnung seines „Anti-Supermarktes“.

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Foto: The Real Junk Food Project UK

Smith, der zuvor als Koch in Australien tätig war und für die Verlängerung seines Arbeitsvisums auf einer Farm in Melbourne jobbte, erlebte, wie leichtfertig essbare Lebensmittel im Abfall landen. So verfütterte der Farmer in Melbourne etwa eine Tonne Zucchinis an die Schweine. Auf Smiths Frage, wieso er die Zucchinis nicht spende, erklärte der Farmer, dass er schlicht nicht die logistischen und finanziellen Mittel dazu zur Verfügung habe.

DAS ADAM-SMITH-PRINZIP: PAY WHAT YOU FEEL

Zurück im britischen Leeds eröffnete Smith daraufhin den ersten von mittlerweile 120  Anti-Supermärkten inklusive Bistro weltweit, in dem die weggeworfenen Lebensmittel der herkömmlichen Supermärkte zu abwechslungsreichen Speisen verarbeitet werden. Mit noch einem weiteren Unterschied zu weiteren Bistros: Adam Smith steht für „pay what you feel“, heißt: Man zahlt, was man kann, oder was einem die Speisen wert sind.

Das Bezahlsystem kommt an, in dem in Leeds eröffneten „Anti-Supermarkt“, der täglich mit rund 10 bis 20 Lebensmitteln von anderen Supermärkten beliefert wird. Die Mitnahme der Lebensmittel ist auch ein Angebot für Bedürftige, die über wenig Geld verfügen. Das „Real Junk Food Project“ macht möglich, seinen Einkauf durch Arbeitskraft  und Arbeitszeit einzulösen.

AUCH DIE RESTE DER RESTE WERDEN WIEDERVERWERTET

Was in Smiths Läden und Bistros am Ende des Tages übrig bleibt und nicht weiter verarbeitet wurde, wird nicht weggeschmissen. Smith spendet sämtliches Überangebot an Schulen und Kindergärten. Auch Kinder aus unterprivilegierten Verhältnissen kommen so zu einer warmen Mahlzeit am Tag.

Rechnet man die Menge an Lebensmitteln, die von den Supermärkten bisher gespendet wurden mal zwei, könnte man ein ganzes Jahr lang jede Woche, also 52 Wochen im Jahr, 732.000 Mahlzeiten bereitstellen. Wie viele Leute, die in Armut leben, alleine in Deutschland davon jeden Tag satt werden könnten, ist ein einfaches Rechenexempel.

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FRANZOSEN SIND ZUR LEBENSMITTELSPENDE GESETZLICH VERPFLICHTET

Auch in Frankreich wird sich dem Problem der Lebensmittelverschwendung nun zugewandt. Ein Gesetz zum Verbot der Lebensmittelvernichtung verpflichtet Franzosen nun dazu, übriggebliebene Lebensmittel an Hilfsorganisationen wie die Tafel zu spenden. In Deutschland ist man noch nicht so weit.

Fernab der politischen Entwicklung findet „The Real Junk Food Project“ jedoch auch international Anklang. Auch in Berlin hat sich ein Lokal als Teil des globalen Netzwerks gegen Lebensmittelverschwendung gegründet. In der Gerichtsstraße wird überschüssiges Obst und Gemüse zu nahrhaften Mahlzeiten verarbeitet und sozialen Projekten zur Verfügung gestellt. Weiter bereichert die Community die Hauptstadt mit eigenen Workshops, Kochaktionen und Vorträgen, um über die Problematik der massiven Lebensmittelverschwendung aufzuklären und Möglichkeiten aufzuzeigen, diese zu reduzieren.

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