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Alternative Pränataldiagnostik: Minister fordert Ende des Kükenschredderns

Männliche Küken sind in der Landwirtschaft unerwünscht und werden daher seit Jahrzehnten in großem Stil getötet. Dem soll jetzt ein Ende gesetzt werden: Der Noch-Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) setzt auf eine neue Technologie, die das Geschlecht der Tiere frühzeitig bestimmt.

Männliche Küken sind in der Landwirtschaft unerwünscht und werden daher seit Jahrzehnten in großem Stil getötet. Dem soll jetzt ein Ende gesetzt werden: Der Noch-Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) setzt auf eine neue Technologie, die das Geschlecht der Tiere frühzeitig bestimmt.

PRÄNATALDIAGNOSTIK BEI HÜHNEREIERN

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt will die millionenfache Zerkleinerung männlicher Küken bis zum Sommer 2018 beenden. Der Zentralverband der Geflügelindustrie hat ein Ende der Massentötung angekündigt. Ein Praxistest für die sogenannte Spektroskopie-Technologie, die Eier mit Hilfe eines Lasers auf das Geschlecht des sich entwickelnden Kükens prüft, sei dann „der Einstieg in den Ausgang“, sagt der CSU-Politiker.

„Das „moralisch inakzeptable“ Töten männlicher Küken soll so schnell wie möglich beendet werden.“

Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister (CSU)

Die Landwirtschaft hat keinen Nutzen für männliche Nachkommen der Legehennen, weil sie weder Eier legen noch gutes Fleisch produzieren. Bundesweit werden demnach laut Tierrechtsaktivisten jährlich bis zu 50 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlupf geschreddert oder vergast.

EIER SOLLEN ZUKÜNFTIG FRÜHZEITIG AUSSORTIERT WERDEN

Es ist geplant, in Zukunft das Geschlecht der Küken im Ei, einige Tage nach der Befruchtung, zu bestimmen, und männliche Küken nicht schlüpfen zu lassen. Gefördert vom Bundeslandwirtschaftsministerium arbeiten Forscher an einer solchen alternativen Technik zur Tötung der Küken. Die als männlich identifizierten Embryos werden dann aussortiert.

Da es keine EU-weite Regelung gibt, verlasse er sich nicht auf rechtliche Lösungen, sondern auf den Einsatz von Spitzenforschung, so Schmidt. Sobald die Spektralanalyse landesweit verfügbar ist, sind Kostengründe für das Töten männlicher Küken nicht länger eine Entschuldigung für Brutbetriebe.

KAUM ZUSÄTZLICHE KOSTEN DURCH SPEKTRALANALYSE

Verbraucher müssten nur „kaum spürbare Zusatzkosten“ erwarten, betont Schmidt. Der Einsatz von Spektroskopen kostet Unternehmen einen niedrigen einstelligen Betrag. „Die zusätzlichen Kosten für das eigentliche Frühstücksei aus dem Supermarkt liegen weit darunter“, fügt der Minister hinzu.

Geflügellobbyist Ripke warnte vor überzogenen Erwartungen angesichts der neuen Technik: „Eine solche Innovation kann nicht ad hoc in allen Betrieben umgesetzt werden. Wir müssen den Brutbetrieben Zeit geben. Niemand kann aktuell sagen, wie teuer die Maschinen werden. Wenn nötig, muss der Einkauf staatlich gefördert werden.“

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