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Größter Eiskoloss der Geschichte hat sich von der Westantarktis gelöst

Es ist passiert: Ein gigantischer Eisberg, sieben Mal so groß wie Berlin, treibt im Meer vor der Antarktis. Die Masse hat sich vom Larsen-C-Schelfeis gelöst.

Seit 2015 wuchs der 170 Kilometer lange Riss, der in der Westantarktis, am Südpol, ein instabil gewordenes Stück Schelfeis mit dem Larsen-C-Schelfeis zusammenhielt. Vor kurzem streckte sich der Riss in kürzester Zeit um weitere 17 Kilometer. Inzwischen hat sich der Eisgigant, von einer Fläche siebenmal größer als die Bundeshauptstadt Berlin, abgelöst.

DAS „KALBEN“ VON SCHELFEIS IST EIGENTLICH MEHR NATURSPEKTAKEL DENN UMWELTKATASTROPHE

Dass sich ein Teil von im Meer schwimmenden Schelfeis ablöst, ist nichts Ungewöhnliches und eher ein Naturspektakel denn eine Umweltkatastrophe. Schelfeis ist eine dem Festland angegliederte Eismasse, die vom Schmelz anliegender Gletscher gespeist wird. Doch bisher wurden lediglich weitaus kleinere Bruchstücke dabei beobachtet, wie sie sich vom Schelfeis ablösten.

Foto: A. Fleming / British Antarctic Survey
Foto: A. Fleming / British Antarctic Survey

Der nun vollständig vom Schelfeis abgetrennte Eisblock gehört zu den fünf größten Ablösungen seit Anbeginn der Messungen durch Satelliten über der Antarktis vor etwa 30 Jahren. Forscher interessiert dabei besonders, ob die nun verbliebene Formation stabil bleibt, oder ob sich weitere Eismassen abspalten werden und sich das gesamte Larsen-C-Schelfeis auflösen wird. Das 1893 von einem norwegischen Seefahrer entdeckte Larsen-Schelfeis besteht aus vier großen Schollen, mit Larsen-A als kleinster Einheit und Larsen-C als größter Scholle.

DER EISKOLOSS ENTFERNT SICH MIT 10 KM PRO TAG VOM FESTLAND

In den letzten 20 Jahren sind bereits sieben Schelfeise, die in der Antarktis trieben, vollständig geschmolzen. Der neue Eiskoloss wird wahrscheinlich zwei bis drei Jahre brauchen, bis er vollständig geschmolzen ist, eine Gefahr für Menschen oder Tiere geht davon jedoch zunächst nicht aus.

DER KLIMAWANDEL LÄSST DIE GLETSCHER NOCH STÄRKER SCHMELZEN

Im Schuldigen für das Schmelzen der treibenden Eisinseln sehen Forscher den Klimawandel, da das Schmelzen der Schelfe selbst zwar nicht zu einem Anstieg des Meeresspiegels führt, die Schelfe verhindern allerdings noch, wie eine Sperrmauer, das Abfließen der Gletscher ins Meer. Würden die Gletscher hinter Larsen-C abfließen, hätte das langfristig einen Meeresspiegelanstieg von bis zu zehn Zentimetern zur Folge.

 

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